Lada Niva 1.7i – robuster “Oldtimer” der Neuzeit
Zusammenfassung
Im Januar 1978 hatte der Lada Niva auf dem Autosalon von Brüssel seinen ersten öffentlichen Auftritt. Gezeigt wurde damals ein Auto, wie es bisher noch nicht existierte. Mit Allrad, zentralem Sperrdifferential, Geländeuntersetzung in Kombination mit einer einigermassen komfortablen selbsttragenden Karosserie war der Lada Niva einmalig. Dass er nach über 40 Jahren immer noch gebaut wurde zeugt vom marktfähigen Konzept. Zeit für einen Selbstversuch …
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Ein Fiat 124 für's Grobe?
- Innovationspaket
- Freundlicher Empfang im Westen
- Entwicklung zum Exportschlager
- Modellvielfalt
- Unterwegs im “Oldtimer”
- Ewigläufer?
Geschätzte Lesedauer: 8min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Er fühlte sich schon 1978, als er bei uns auf den Markt kam, ziemlich rustikal an, der allradgetriebene Lada Niva. Ungefähr 30 Jahre später, als der hier porträtierte Wagen gebaut wurde, hatte sich nur wenig verändert und die Fahrt im rund 20 Jahren alten Lada erinnert sehr an die Vergangenheit, als man noch richtig zulangen musste und elektronische Assistenten Science Fiction waren. Bereits 1970 wünschte sich der russische Ministerpräsident Alexej Nikolaewic Kosygin einen einheimischen Geländerwagen, der nicht auf militärische Zwecke ausgerichtet war. Der Auftrag für die Entwicklung ging an das Automobilwerk AvtoVAZ und bereits 1972 konnten erste Fahrten in einem Prototypen unternommen werden.
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Auch ich habe früher (bin heute 70) öfters eine(n) Niva gefahren. Hierzu mein Eindruck bzw. Erinnerung.
Bereits auf dem ersten Feldweg/Waldweg spürt man, wo der Niva im Element ist. Beeindruckendes Handling. Echt kernig. Viel Freude. Konstruktiv ein wirklich gelungener Entwurf, Motor, Getriebe, Verteilergetriebe, Achsen. Nur die Karosserie mit Schwachstellen, wo sich ständig Risse der Verwindung im Lack zeigen; kurz nach Neulackierung kratzen Anbauteile den frischen Lack ab. Sehr einfache, robuste Technik. Erstklassiges Starten im Winter; brutale (!) Heizung bei extremen Minusgraden. Instrumente rudimentär: Tankuhr zeigt das Benzin-Schwappen in Echtzeit. Und dann: Gute, günstige Ersatzteilversorgung, denn immer gibt es was zu tun; ewige Baustelle und fertig ist man NIE. Ausserdem: Extrem miese Qualität der ständig benötigten Ersatzteile, z.B. Lichtmaschinen, Thermostate etc., alle mit überschaubarer Halbwertszeit. Privatanbieter offerieren z.B. revidierte Getriebe mit fertiger Öl-Vollfüllung (bis oben!); trotzdem zeigen diese nach kurzer Zeit bereits wieder eine Geräuschentwicklung wie eine defekte Kaffeemühle. Eigentlich schade um die Diva, denn irgendwann schwindet die Zuneigung; Ärger überflügelt Freude und Spass. So trennen sich die Wege.

Ich war dann sehr überrascht, dass Auto 2010 mit 135.000 km noch für 1.700 Euro verkaufen zu können.
Auch heute noch kann man diese Fahrzeuge aller Orten, u.a. in Deutschland finden, wobei man sich zwangsläufig fragt, ob der Fahrer damit auch eine gewisse Weltsicht verbindet.
































































































































































































































































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