Der erste Porsche: Elektrisch, Frontantrieb und Hinterachslenkung
Zusammenfassung
2025, 125 Jahre nach der Präsentation des ersten Elektroautos mit Radnabenmotoren, meldete das Startup Deepdrive, der Grossserieneinsatz dieser Technik sei in Griffnähe. Zeit, auf die spannende Frühgeschichte des Radnabenmotors zurückzublicken.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Ferdinand Porsche, nebenbei Erfinder des E-Bikes
- Egger-Lohner C2 Phaeton
- Der Radnaben-Antrieb
- Rekorde und Motorsport
- Hybridtechnik: «Semper vivus»
- Der Hybrid «Mixte»
- Zusammenarbeit mit Austro-Daimler
- Epilog
Geschätzte Lesedauer: 10min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Aprilscherz? KI-Fake? Nein, Fakt! Ok – der Wagen hiess nicht Porsche, sondern Lohner, aber Ferdinand Porsche hatte ihn konstruiert. Lohner? Lohner war ein Wiener Kutschenfabrikant, der in den 1890er Jahren ins Automobilgeschäft einsteigen wollte. Erste Versuche mit Verbrennungsmotoren waren unbefriedigend verlaufen. Und Lohner stellte fest, dass solche Autos in der Öffentlichkeit vielerorts auf Ablehnung, ja gar Feindschaft stiessen. Lohner selber machte sich Sorgen, dass «die Luft durch die grosse Anzahl von Benzinmotoren verdorben würde.» Der leise und geruchsfreie Elektroantrieb schien ihm auch in dieser Beziehung die zukunftsträchtigere Lösung, und so stellte er 1897 auf den Elektroantrieb um. In diesen Jahren war noch keineswegs klar, welche Antriebstechnik das Rennen machen würde – beziehungsweise, ob schliesslich überhaupt nur eine Lösung dominieren würde. Spannende Zeiten der Technologie-Offenheit. Angesichts unserer ideologisierten Gegenwart würde man sich wünschen, diese Zeiten kämen zurück.
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Ein nicht zu vernachlässigendes Problem sind halt die "ungefederten Massen" die so manchem Fahrer eines E-Bikes mit Motor im Vorderrad schon zum Verhängnis geworden sind.
Was auch noch der Lösung bedarf, der Fahrer eines Verbrenners erbringt einen immensen Betrag für die Infrastruktur, a) in Form von Kfz-Steuer, b) in Form von Energiesteuer, von bei Benzin: 65,45 Cent, bei Diesel: 47,04 Cent jeweils pro Liter. (früher Mineralölsteuer)
Das Elektroauto zahlt, zumindest bis heute, nichts. Was bei einer steigenden Anzahl E-Autos schnell anders werden wird. Die Straßen müssen ja schließlich bezahlt werden. Und den Zuschuss an die Rentenversicherung der mit der Energiesteuer bezahlt wird.
Mit anderen Worten,
das E-Auto ist nicht nur ein "Technik-Problem", das zu lösen ist, sondern auch ein "fiskalisches-Problem", dessen Lösung ebenfalls gefunden werden muss.
Als barock würde ich die „Frontabdeckung“ nicht bezeichnen. Jugendstil wäre treffender. Es ist die deutsche Bezeichnung für einen Stil um 1900, der als Ableger des französisch-belgischen Art nouveau entstand. In Österreich wurde er Sezessionsstil genannt. Er verdeutlicht eine Stilwende und Reaktion auf die modernen Gegebenheiten der Industrie. Äußerlich kennzeichnende Elemente sind dekorativ geschwungene Linien, die Natur stilisierende Ornamentik und symbolische Assoziationen.
Die Bezeichnung „Frontabdeckung“ ist auch nicht besonders trefflich. Das Fahrzeug hat ja von der Karosserie her einen kutschenähnlichen Aufbau. Unter der muschelförmigen Abdeckung befindet sich das sog. „Stützbrett“, darüber das muschelförmige „Spritzbrett“. Dieses dient hier eher als Schutz vor Verschmutzung und evtl. der Ästhetik (Form, Zierelement), unmerklich der Aerodynamik.
Heute würde man von Produktdesign (oder Automobil-, Industrie- oder Strukturdesign, Produktgestaltung, Stilistik) sprechen. Es ist ein organisches Design und damit eine Stilrichtung des Produktdesigns, die organische, fließende Formen aus der Natur zum Ausgangspunkt des Gestaltens macht.
Die Muschelform als Bionik-Produkt (Biomimikry, Biomimetik oder Biomimese), das zwar synthetisch hergestellt ist, aber biologische Phänomene als strategischen Vorteil nutzt. Bionik (= Biologie + Technik) im Auto nutzt die Natur (evolutionär erprobte Strukturen und Formen) als Vorbild für Effizienz und Design. Hier dient die Muschel evtl. als Vorlage für eine stabile, leichte Struktur.
Funktionalismus war damals im Vordergrund. Die Gestaltung orientierte sich vor allem an der praktisch-nützlichen Funktion eines Gebrauchsgegenstands, so dass ästhetische Gestaltungsprinzipien zugunsten des Zwecks und der Sachlichkeit zurücktraten.
Das Auto wurde erst ab Mitte der 1930er Jahre nicht mehr ausschließlich als technisches Gerät, sondern auch als Designobjekt betrachtet. Entwurf, Gestaltung und Formgebung traten vermehrt in den Vordergrund.
Adler fällt mir da zB ein.




















































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