Seit 12. April zeigt die "Loh Collection" eine Sonderausstellung mit Grand-Prix-Rennwagen von der ersten Automobilweltmeisterschaft 1950 bis zur Formel 1 der Gegenwart. Die Besucher erwartet eine wohl weltweit einzigartige Zusammenstellung extrem hochklassiger und historisch relevanter Fahrzeuge.
Zu sehen sind unter anderem Original-Rennwagen von Weltstars wie Louis Chiron, Rudolf Caracciola, Tazio Nuvolari, Juan Manuel Fangio, James Hunt, Niki Lauda, Ayrton Senna, Mika Häkkinen, Michael Schumacher, Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton.
Die Bandbreite reicht vom Gordon-Bennett-Rennwagen aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts über Fahrzeuge der Zwischenkriegszeit – darunter Technologieträger der frühen Grand-Prix-Jahre und Monoposti der Silberpfeil-Ära – bis hin zu einem gelungen ausgewählten Querschnitt aus der nunmehr 75 Jahre währenden Formel-1-Historie.
Ein herausragendes Exponat der Ausstellung, an dessen wunderschöner Patina man sich kaum sattsehen kann, ist zugleich der Favorit des Sammlers: Der unrestaurierte Bugatti 35 B, mit dem William Grover-Williams 1929 den ersten Grossen Preis von Monaco gewonnen hat.
Ebenfalls zu den Exponaten gehört der erfolgreichste Formel-1-Ferrari aller Zeiten: der F2004, den Michael Schumacher in der Saison 2004 achtmal zum Sieg führte.
Der Alfa Romeo Tipo B, mit dem Tazio Nuvolari 1935 auf dem Nürburgring die Silberpfeile bei deren Heimspiel düpierte, ist ebenso zu sehen wie der einzige erhaltene Alfa Romeo 16C Bimotore und zwei Vorkriegs-Silberpfeile: Auto Union Typ D und Mercedes-Benz W154. Bei der deutschen Paarung handelt es sich um eine Weltpremiere: Gemeinsam sind sie noch nie öffentlich ausgestellt worden.
Formel 1
Zu den Formel-1-Exponaten zählen unter anderem der Maserati 250F, mit dem Juan Manuel Fangio 1957 auf dem Nürburgring seinen fünften WM-Titel sicherte. Auch die Weltmeisterwagen von James Hunt, Mika Häkkinen, Michael Schumacher, Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton sind zu bestaunen.
"Die Motorsport-Königsklasse markiert seit jeher die Spitze des Machbaren. Das macht sie so faszinierend.", sagt Museumsgründer Prof. Dr. Ing. E.h. Friedhelm Loh. "Das ist der Grund dafür, dass der Grand-Prix-Sport seit mehr als 120 Jahren weltweit ein riesengroßes Publikum fesselt. Selbst längst vergangene Rennen sind heute noch präsent – auch das gehört zum Zauber des Grand-Prix-Sport. Uns ist es ein großes Anliegen, den Besuchern des Nationalen Automuseums Geschichte sowie die Geschichten von Personen und Technologie nahezubringen. Denn erst durch die spannende Verknüpfung von Mensch und Technik lassen sich die Leistungen dieses herausragenden Kapitels der Automobilgeschichte nachvollziehen."
Da sind einerseits filigrane V12 mit gerade einmal 1,5 Litern Hubraum und die für Jahrzehnte zahlreich in der Formel 1 vertretenen Dreiliter-V8 bis hin zum modernen 1,6-Liter-Turbo-Sechszylinder mit Energierückgewinnungssystemen und Elektrounterstützung. Zu den technischen Höhepunkten zählen großvolumige Vierzylinder (mit 16,3 Liter Hubraum) genauso wie frühe Zwölfzylinder- oder Kompressor-Boliden der Vorkriegszeit, die mitunter gar über zwei Motoren verfügen.
Neben den siegreichen und mit WM-Titeln geschmückten Pretiosen runden Fahrzeuge wie der Tyrrell 012 von 1984 oder Niki Laudas "Dienstwagen" die Ausstellung ab. Mit dem leichtgewichtigen Tyrrell hinterliess das deutsche Nachwuchstalent Stefan Bellof einst einen bleibenden Eindruck in der Königsklasse. Vom dreifachen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda sind gleich zwei Fahrzeuge Teil der Sonderausstellung des Nationalen Automuseums: Mit dem Ferrari 312 B3-74 legte der Österreicher den Grundstein für seine späteren WM-Titel.
Sein BMW M1 lenkt den Blick auf einen interessanten Seitenstrang der Formel-1-Historie: In der Procar-Serie konnten sich Ende der 1970er-Jahre zahlreiche Formel-1-Piloten im Rahmen europäischer Grand-Prix-Veranstaltungen mit weiteren namhaften Rennfahrern messen. Mit dem in Marlboro-Dekor ausgestellten Rennwagen hat Lauda nicht nur den ersten Procar-Meistertitel gewonnen; das Fahrzeug wurde auch zu einem entscheidenden Karriereschritt für den späteren McLaren-Teamchef Ron Dennis.
Das Buch zur Ausstellung
In Kooperation mit dem Motorbuch-Verlag ist auch ein Buch zur Sonderausstellung entstanden. In "Grand Prix – Ikonen der Königsklasse" spannt der renommierte Autor und Motorsportexperte Jörg Walz den Bogen aus den Pioniertagen des Motorsports bis in die jüngste Formel-1-Vergangenheit. Der Band zeigt die Ausstellungsfahrzeuge en Detail und bietet den Lesern umfassende Informationen zu zahlreichen Aspekten der Motorsport-Königsklasse.
Über das Nationale Automuseum The Loh Collection
Als eine der spannendsten Autosammlungen der Welt zeigt das Nationale Automuseum The Loh Collection im hessischen Dietzhölztal-Ewersbach rund 150 spektakuläre Fahrzeuge von 1886 bis heute. Die erst seit Juli 2023 für jedermann zugängliche Ausstellung erstreckt sich über 7500 Quadratmeter in einem Verbund aus elf Hallen und Museumsräumen an einem ehemaligen Industriestandort. Gezeigt werden zahlreiche Einzelstücke, Prototypen und Meilensteine der Automobilgeschichte aus der Sammlung von Museumsgründer Prof. Dr. Friedhelm Loh.
Ziel ist es, die geschichtliche, technische und wirtschaftliche Entwicklung des Automobils zu dokumentieren und die Faszination dafür zu wecken. Das umfassende Portfolio und die professionelle Kuration machen das Nationale Automuseum auch für Forschung und Lehre interessant. Der "Hochschulcampus Nationales Automuseum" ist der Fakultät "Wirtschaft und Recht" der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) angegliedert und bietet darüber hinaus eine breite Palette an Bildungsangeboten für Schulen und Universitäten. Ein Museums-Shop, ein Kino, Gastronomie sowie Event-Bereiche für Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen stehen ebenfalls zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Nationalen Automuseum The Loh Collection gibt es auf dessen Internetseite.
Durch die Sonderausstellung und später auch das Museum führten uns Co-Kurator, Werkstattmann und Automobil-Experte Uwe Schüler, welcher die Loh-Sammlung seit vielen Jahren begleitet und sich ebenso enthusiastisch damit identifiziert, sowie die Geschäftsführer Tobias Reich und Florian Urbitsch.
Im Rahmen des Ausstellungsbesuches konnten wir auch mit dem Sammler und Stifter des Nationalen Automuseums, Prof. Friedhelm Loh, sprechen. Das Interview veröffentlichen wir in Kürze.





























































































































































































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