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... zehnjährigen „Hausarrest“ betritt man, wenn man die von alliierten Soldaten bewachten deutschen Grenzschranken überschrei tet, Neuland. Denn die Welt ist in ihrer Entwidklung nicht stehen ge blieben. Audi die Schweiz von 1950 ist nidit mehr die gleiche Sdiweiz *)wie im Jahre 1938. Geradezu quälend aber sind die Zwangsvorstellungen, die man als Deutscher mit sidi herumträgt: die völlig unzerstörten Städte wirken wie eine Vision. Man sudil geradezu nach Trümmern, weil sie für uns Deutsdie die Gegenwart, die Wirklidikeit darstellen. Verständnislos betrachtet man die großen prächtigen Einfamilienhäuser am Genfer See oder bei Luzern, deren Fensterläden jet;t in den noch kalten Vorfrühlingstagen geschlossen sind: hat denn das Wohnungsamt dort keine Flüchtlinge einquartiert? Man muß sidi zu der Erkenntnis zwingen, daß hier die deutschen Maßstäbe nicht gelten. Und man sollte sidi unablässig vor Augen halten, daß es in Deutschland heute genau so schön, genau so sauber, genau so wohlhabend aussehen könnte wie hei unseren südlichen Nadibarn, wenn wir einmal klüger gewesen wären. Es ist gut, daran zu denken — gewissermaßen als Vorbeugungsmittel! Prachtvolle Automobile in allen Städten. Viel Amerikaner, aber auch viel Engländer und Franzosen. Dazwisdien in zunehmendem Maße (ich war sdiou im vergangenen Jahr einmal in der Sdiweiz. Der Unterschied ist auffallend!) unser ...
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