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... noch angenehm zu wärmen. Die Blumen des scheidenden Jahres öffneten sich inniger den lichten Strahlen, um die letzte Wärme vor dem nahen Tode zu trinken. Des Morgens lag das Land im Tau, Nebel spannten sich zart von Hügel zu Hügel und gaben nur wie tranken wir eure melancholische Süsse in uns ein, wie schweifte der sehnsüchtige Blick über das von zärtlichen Düften überhauchte Land! Und abends überkam uns wohl das Gelüst, vor einem guten Glas köstlichen Sausers sitzen und die Sonnenwärme des ganzen Jahres mit geniesserischer Zunge schlürfen zu können. Dann war es doch mit allem so schnell, ganz unfassbar rasch vorüber! Noch lag im Blute der letzte herbstliche Rausch voll Erinnerungen an sommerliche Freuden, als sich kalter Wind aufmachte und Schneeluft von den Bergen brachte. Es geschah über Nacht. In den tiefsten Gründen der Schränke gruben die jählings überfallenen Menschen die winterlichen Bekleidungen aus, und trotz des gemütlich flackernden Ofenfeuers fröstelte man einen Augenblick lang. Vorbei — Sonne, Licht, vorbei Nächte des Sternengesanges, dahin — Rausch von Heuduft, Blumenruch und spiegelndem Wasser. Kein heller Mond silberte mehr in warmen Nächten. Klirrend schlug der feuchte West gegen die nassen Fenster. Der Morgen blendete mit ungewöhnlicher Helle. Der nahe Hang lag mit einer weissen, wässerigen Schneedecke übersprenkelt, die Tannenbäume des ...
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