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... der öffentlichen Ord nung. Das Prinzip der gesellschaftlichen Spielregeln wurde schon in den Zehn Gebo ten manifestiert, auch wenn die Sühne-Instru mente noch recht über schaubar waren - Fege feuer, Hölle und ewige Verdammnis standen zur Wahl. Der deutsche Bußgeld- Katalog gibt da viel mehr her. Und ein Amtsrichter aus Herford missversteht seine richterliche Un abhängigkeit jetzt offen bar so gründlich, dass er Justizposse schreibt: „Volle Fahrt voraus - Richter spricht jeden Ra ser frei“ oder „Massen freispruch für Raser“, rauschte es durch den deutschen Blätterwald. Auslöser war der Fern sehauftritt des Herren am 10. November. Dort ließ er das Publikum wis sen, dass er in nur einer Woche mehr als 40 ertappte Temposünder ungestraft ziehen ließ. Der Grund: Der Amtsrichter vermutet Geldschneiderei als Motiv vieler Überwachungsmaßnahmen. Es bestehe die Gefahr der Abzocke. Für diese Sicht der Dinge gebührt ihm eigentlich Lob. Denn vor allem bei kommunaler Verkehrsüberwachung drängt sich bei vielen Autofahrern dieser Verdacht auf. Nach dem Motto „Radarwagen geleast, Rathaus gebaut“ sind Buß geldeinnahmen eine feste Größe in den Haushalten der Kom munen. In Zeiten knapper Kassen wachsen die Begehrlich keiten - auch zum Unmut der Polizei. Es sind Fälle bekannt, in denen nachts oder in den Ferien vor Schulen Kontrollen durchgeführt werden. ...
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