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... nun zumindest in unseren Breiten auch die Schutthalden und Ruhestätten unserer einst geliebten Wegbegleiter. Irgendwas daran ist wahnsinnig berührend, verstörend, auch mythisch, vielleicht auf makabre Weise wunderschön. Eher zufällig ist der Kölner Fotograf Dieter Klein diesem Phänomen auf die Spur gekommen, und so hat er für sein Buch Forest Punk jahrelang Autofriedhöfe in mehreren Ländern besucht und abgelichtet. Auf ganz eigene Weise befremdend ist die Geschichte von den Rostlauben kurz hinter Båstnäs, einem Hüttendorf, scheinbar am Ende der Welt; tatsächlich an der Grenze nach Norwegen. Hier wurden Autos ab 1955 nicht nur gesammelt und gestapelt, um zur letzten Ruhe zu kommen – sondern weil zu der Zeit der Import von Automobilen nach Norwegen gesetzlich verboten war. Die Einfuhr von Einzelteilen war legal, also nutzten zwei Schweden diese Lücke – und das Brachland rundum – und lebten vom kleinen Grenzverkehr. Sie nahmen Schrott und Wracks, trugen wiederverwertbare Parts nach Norwegen, und förderten so die Automobilisierung im Nachbarland. Billkirkengarden ved Ryn, Töcksfors Båstnäs, wird auch offiziell als besuchenswerter Point of Interest beworben, wiewohl gleichzeitig eine Behörde der Gemeinde die Sammlung von gut tausend Fahrzeugen am liebsten entsorgen möchte. Es ist so paradox wie stillstehende Mobile, wie Preziosen, die verrotten. ...
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