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... Luderitz, kaum 100 Jahre alt und schon wieder verblühte Hafenstadt am atlantischen Ozean im Südwesten Südwestafrikas, bietet dem verwöhnten Reisenden keine spektakulären Attraktionen. Der Weg nach Lüderitz ist trotzdem, oder gerade deswegen, äusserst lohnend. Nur eine Strasse führt dorthin, aber auf Übersichtskarten der Welt ist der Name Lü- deritz häufiger abgedruckt als z. B. «Zürich» oder «Milano», und zwar weil immer Platz für die acht Buchstaben bleibt. So abgeschieden liegt es. Bereits die Fahrt dorthin ist für uns, an sattes Grün und verbetoniertes Grau gewöhnte Mitteleuropäer, ein spezielles Erlebnis. Die letzten 360 km ab Keetmanshoop, letzter Aussenposten der Zivilisation vor Lüderitz, ermöglichen einen Einblick in landschaftliche Eintönigkeit mit verblüffenden Kontrasten. Keetmanshoop, nahe am südlichen Wendekreis gelegen, am 1500 km langen Weg von Kapstadt nach Windhoek, hat ein als «warm» umschriebenes Klima (für uns bedeutet dies eher «heiss*), und von dort führt Namibias Nationalstrasse 4 vorbei an menschenleerem Buschland schnurstracks nach Westen Richtung Atlantik. Auf Karten mit grösserem Massstab sind zwar fast 20 Ortschaften an der N Averzeichnet, die teilweise sehr vertraut klingen — «Seeheim» etwa oder «Simplon», «Buchholzbrunn» —, uns aber alsbald spanisch vorkommen. Statt Dörfern findet man nämlich bestenfalls eine ...
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