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... den Fall aufnehmen, die für eine Idee, für die Sache des Rechts kämpfen, die Lazare, Scheurer-Kestner, Picquart, Zola, heben das Private und Subjektive in die Sphäre allgemeiner Interessen, auf die Ebene der Gemeinschaft, der höchsten sozialen Forderungen. Sie beginnen den Kampf gegen ein System der Lüge, der Macht, der Tradition und der blinden Gewalt, um das Recht des einzelnen in der Gesellschaft zu verteidigen, um gegen alle Widerstände der Wahrheit und dem Recht zum Siege zu verhelfen. Der Hauptleidtragende im Familiendrama ahnt davon nichts. Er steht — merkwürdig genug — ausserhalb des Kampffeldes. Er ist nichts als das Objekt. Er selbst glaubt nur an ein persönliches Missgeschick. Er, der dieser ungeheuerlichen Affäre den Namen gibt, steht nicht nur tief unter ihr, sondern abseits, fern von ihr. Damals wie heute. Nur ein Dramatiker, der auf billige Rühreffekte aus wäre, könnte ihn als Helden in den Mittelpunkt stellen oder etwa gar am Schluss in einer Apotheose als Märtyrer erscheinen lassen. Mit dieser dramaturgischkritischen Feststellung sollen die fünf Jahre seines Lebens, die er erleiden musste, nicht verkannt werden. Aber sie gäben nicht einmal den Stoff zu einem Familiendrama. Ebensoviel, vielleicht mehr gelitten hat die tapfere Frau, deren Briefe weniger banal als die seinen auf eine ergreifend schlichte Art ihre stillertragene Qual verraten. ...
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