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... freilich nicht — «Hast du denn Liebeskummer?» fragte mich meine Mutter, als ich ihr erzählte, was mich so sehnsüchtig bewegte, und was die Wurzel an Wunderkräften barg. Ich sah ihr gutes Gesicht im Glanz der Kerzen, im silbergrünen, glitzernden Rahmen des Baumes. Die milde Vorsicht des Gewährens, die Sorge, meine Hoffnung zu trüben, den Willen, alles gut zu machen. Und plötzlich1 traf mich tief aus diesem Angesicht der Mutter ein erster unvergesslicher Widerschein der ewigen Mächte, die dies Fest heiligen. Traurig und düster lag das kleine Dorf in den Bergen. Verschüchtert lehnten sich die Häuser an die steilen Felswände an, ihre Dächer waren baufällig geworden, und in den Ställen standen beinahe überall nur eine Kuh und ein armer Esel, den man zum Lastentragen verwendete. Sie waren alle so arm, dass sie kaum wussten, wovon sie leben sollten. Die Erde war hart. Nur unter unsagbaren Mühen und bitterem Scbweiss liess sie sich das Notwendigste abringen. Inmitten des Dorfes, auf einer kleinen Anhöhe, lag die Kapelle. Ein kleines, schiefes Kreuz hing über dem Eingang, ein mühsam gepflegter, zerzauster Rasen zog sich um die Mauer herum. Ganz weiss war innen das kleine Gotteshaus, zwei Kerzen brannten am Altar, und oft fehlten auch diese, wenn der geistliche Herr seine letzte Barschaft für ein Stück Weissgebäck ausgegeben hatte. Dann brannte nur die ewige Lampe vor dem Bildnis ...
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