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... Trabi und den verdammten Mercedes irgendwie zu einem sozialistischen Kombinat verbinden können!“ Offensive bläst. Horch und Audi, Brennabor und BMW, NAG und DKW, Auto Union und Wanderer - Namen mit gesamtdeutscher Geschichte, Auftrag und verpflichtendes Erbe zugleich. Den Anfang machte VW- Chef Carl H. Hahn, der ge bürtige Chemnitzer, mit der Gründung einer gemeinsamen Ost-West- Autoproduktion. Es folgten Besuche der Daimlerund Mercedes-Spitzen Edzard Reuter und Werner Niefer, der mit schwä bischem Brachial-Charme durch die Hal len des Lkw-Kombinats Genshagen eilte („Braucht ihr was?“) und spontan eine Par tie Gabelstapler aus dem Mercedes-Werk Marienfeld versprach. Hahn und Reuter ihrerseits testeten die DDR-Spitze mit Ministerpräsident Hans Modrow und Wirtschaftsministerin Christa Luft auf ihre marktwirtschaftliche Lernfä higkeit und entdeckten gemeinsam „eine klare Konzeption für eine soziale Markt wirtschaft“ (Reuter). Diese Bewertung al lein ist schon atemberaubend, wo doch ein paar Jahrzehnte Planwirtschaft kaum so rasch aus dem Fell zu schütteln sind wie ein Eimer Wasser. Und wenn die öffentlich geführte Debat te über ostwestliche Beteiligungsprozente zunächst wie Bürokraten-Starrsinn anmu tet, dann steht dahinter doch mehr: die zu nehmende Bereitschaft, auch unterschiedli che Meinungen zu diskutieren und nicht nur von einem ...
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