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... Inbetriebnahme der Postkutschen auf und hat sich seither - logischerweise - gewaltig gewandelt. Um den ersten Automobilen ihr schmuckes Kleid anzulegen, waren nicht weniger als sieben Arbeitsgänge nötig, deren jeder einzelne einen beträchtlichen Zeitaufwand erforderte. Zunächst wurde das Auto mit Bleiweiss grundiert. Danach erhielt der Wagen eine Ölspachtelung. Es folgte das Schleifen mit «Bimsstein» - denn Schleifpapier (Carborundum) gab es damals noch nicht. Der nächste Schritt bestand im Vorstreichen mit Schleiflack. Als fünfter Arbeitsgang folgte das Auftragen des Farbtones mittels Leinölfarbe, und zwar matt, worauf wiederum etliche Trocknungstage folgten. Dann erst konnte man, nach vorangehender Lackglasur, mit dem Lackieren mit «Kutschenlack» beginnen. Jede dieser Lackschichten musste überdies mit Bimssteinpulver und Rosshaaren zusätzlich mattiert werden. Schliesslich und endlich war das «Benzinross» - in den «Fliegenden Blättern» der zehner und zwanziger Jahre auch scherzhaftmitleidig «Schnauferl» genannt - für das Anbringen der sogenannten «Zierstriche» bereit. Diese Zierstriche waren lange Zeit gänzlich ausser Mode, doch heute erleben sie, wie man sich allenthalben überzeugen kann, eine eigentliche Renaissance. Ihr viel Geschick verlangendes Auftragen könnte zu einem «Zusatz-Modeberuf» des gelernten Autolackierers werden. ...
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