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... sitze und sinniere. In Wirklichkeit waren die Dinge so, wie sie unbedeutender und alltäglicher gar nicht sein konnten. Sie wissen es, schöne, gnädige Frau, selbst am besten, dass der junge Mensch, der schüchtern und etwas verträumt an Ihrem Tischchen sass, errötete, wen er Ihrem samtenen Blick, der so göttlich und unberührt Menschen, Dinge und Raum durchsprang, über sein Antlitz gleiten fühlte. Ich schäme mich in diesem Augenblick mehr, als ich diesen einfachen Worten anzuvertrauen imstande bin und verstecke mich fast wollüstig hinter meine blasse Anonymität. Ich bin nicht mehr als ein unbedeutendes Infusorium im Meer Ihrer Welt, ein Atom im Dom Ihres Denkens, ein Fünkchen in den Flammen Ihrer Leidenschaft. Der Unterschied zwischen den anderen und mir liegt nur in der unerhörten Dreistigkeit meines heutigen Briefes. Aber ich habe doch eine Welt der Heimlichkeit, in die ich nur Sie blicken lasse und in die ich mich bisher immer wieder zurückziehen konnte vor den anderen. Ich bin ungeheuer feige und verschanze mich hinter Worten, die sich mir geben, ohne dass ich nach ihnen suche, die mich entzünden und brennen lassen möchten als Fackel, die aber meine Seele nur zum Schwelen bringen. Ich bin Narziss im Düster dieser unangenehmen Welt, in die kein erfrischender Lufthauch stösst, die schal ist wie meine Worte, mit denen ich Sie belästige. Ja, jetzt habe ich ...
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