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... ist nicht Verstandesmensch; gläubiges Gefühl erfüllt ihn ganz, denke ich, und das ist mir heilig. Ein brauner Kapuziner steckt grosse Kerzen, lautlos schreitet er auf den steinernen Fliessen. Der Abend dämmert herauf, der Berge Schatten legen sich in die Täler, letztes, seltsam weinrotes Leuchten ist nur noch über dem Gamborogno jenseits am See. Noch erhasche ich mir das Bild des Sees, der sanft und still im Rundbogen des Klosterbogens steht, wie das selige Vergessen. In den Gassen der Stadt rüsten sie sich nun doch zur Feier des Karfreitags. Dunkle Frauen huschen in schwarzen Spitzenschleiern zur Kirche Sant' Antonio. Auf Altanen und Fenstersimsen leuchten Hunderte von Kerzen auf, und an einer Strassenecke strahlt ein mächtiges Kreuz aus elektrischen Birnen. Aus allen Fenstern und Häusern grüsst die kirchliche Gesinnung des Volkes in die Gassen, und der Weg, den die Prozession nimmt wird eine Via triumphalis sein. Einer, der sich besonders auszeichnen will, hat kunstgerecht das ganze Golgatha mit den drei Kreuzen aufgerichtet und beleuchtet. Auf dem weiten Platze drängt sich eine erwartungsvolle, buntgemische Menge. Alle drei Landessprachen haben da ihre Träger, aber das italienische Idiom, im besondern das Locarneser, gebärdet sich am lautesten. Wie es ganz dunkel ist, tritt die Prozession aus der schwarzverhängten Kirche. Der Weihrauch ...
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