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... Gefahr und dem Ereignis. Was sich aber tatsächlich abspielt, könnte nur der Film festhalten. Bei jedem Unfall treffen wir nun den Zeugen, der behauptet, er habe das Unglück kommen sehen und der in der Lage ist, die denkbar genaueste Darstellung zu geben. Dies ist praktisch einfach unmöglich, denn weder kann man ein Unglück kommen sehen, noch kann man es bei dieser raschen Abwicklung in die Einzelheiten genau verfolgen. Aber wir dürfen auch nicht den Vorwurf erheben, dass hier falsch gezeugt werde. Die Erklärung für den Vorgang ist sehr verständlich. Davon ausgehend, dass wir bei einem Ereignis, dem wir mit unseren Sinnen zu folgen imstande sind, Eindruck für Eindruck in uns aufnehmen, um am Schluss ein uns klares Ganzes zu haben, ist ein Bedürfnis. Dieses Bedürfnis besteht nun auch beim Verkehrsunfall, wo die Einzelheiten nicht festgehalten werden können. Um aber trotzdem eine Erklä- rung zu haben, rekonstruiert der Zeuge unbewusst den Hergang. Diese von ihm konstruierte Lösung, die hauptsächlich unter dem Eindruck des Enderfolges entstanden ist, ist denn auch immer nach diesem orientiert. Nun glaubt der Zeuge tatsächlich, dass er das, was er denkt, auch gesehen habe. Zufälligerweise kann seine Darstellung mit den Tatsachen übereinstimmen, in vielen Fällen aber bestehen Widersprüche. Wenn wir also Zeugen aufnehmen, dann wollen wir ganz auf deren ...
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