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... Jahre am Dom baute, der erst 1880 fertig wurde — hat Köln ausser den alten Gassenund Giebeln nichts vom Geist des Altertums behalten: Köln ist eine sehr vielbeschäftigte, wichtigeStadt geworden und in Deutschland nur von Berlin und Hamburg überflügelt. Der Rhein — der deutsche und als solcher so oft besungene und bedichtete Sirom — hat Köln zu einer Metropole erhoben: Safran, Seide und Gewürze kamen über die Alpenpässe nach Köln, die Flösser legten dort an, und die Warenschiffe der Kaufleute machtenKöln zum grossen, zentral gelegenen Markt, von dem man nach Westfalen, den Niederlanden undnach dem heutigen Belgien gelangte. Und heute, heute steht von dieser Stadt — zwischen der Hohenzollernund Hindenburgbrücke, zwischen dem Heumarkt und dem Waidmarkt nurnoch der fünfte Teil. Vier Fünftel liegen in Trümmern, Schutt und Asche. Durch das Dach desDoms scheinen Sonne, Mond und Sterne, die drei goldenen Schädel von Kaspar, Melchior und Balthasar hat man in einen tiefen, sichern Keller gebracht, und man befürchtet, dass die 25-Tonnenglocke aus dem Dom herunterfallen könnte. Vom Bahnhof soll nichts mehr stehen, und die Eaude-Cologne-Verkäuferinnen sind verschwunden, mit ihnen das freundliche Lächeln und die Kasperlespiele, die in Köln zu Hause waren. Diese Bomben mit fünffacher Sprengwirkung räumen eine Stadtschneller und besser als Pest, Cholera und Grippe. Die ...
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