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... in einer bestimmten Form der automobilen Lust auch ei nen Weg ins Abseits. Der verstorbene Industriedesigner Otl Aicher erkannte in einem klugen Satz, daß man, um das Auto zu schüt zen, es vor seinen Anbetern bewahren müsse. Er wollte nicht das Fahrvergnügen abschaffen, sondern jenen Freak, der dem aufregend sten Industrieprodukt des Jahrhunderts mit zu großer Emotionalität begegne und der seine Befriedigung nur in hoher Geschwindigkeit suche. Doch wenn alle schnell sind, erkannte schon vor Jahren der österreichische Journalist Philip Waldeck in der „Motor Revue", dann macht der Ausbruch von dieser hohen Meßlatte mehr Sorgen als Sinn - und kaum Vergnügen. Der Hecht im Karpfenteich des aktuellen Massenverkehrs verzichtet entweder auf seine Rolle, oder er denaturiert zu Lächerlichkeit und Gefähr lichkeit, manchmal auch zu beidem. Der überstarke Traumwagen ist so gesehen häufig nur noch aufregend, wie immer man diesen Be griff interpretiert. Doch die wahre Lust an der automo bilen Bewegung garantiert er inzwischen weniger als harmlosere, billigere und schwächere Konkurrenten. Was ihn immer noch krönt, ist die Lust an der Ei telkeit. Niemand ist ganz frei davon, auch natürlich nicht von den Empfindun- Geröhre im Ferrari gen jener erregenden Geräu sche, die ein Ferrari 456 GT beim vollen Beschleunigen macht. ...
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