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... herrschende, weil er eben der bessere war und sich die Gesellschaft Europas willig nach dem franzö- sischen Muster formen Hess. Erstmals tritt hier an Stelle des Wamses der Rock, zu dem sich noch das Gilet gesellt und die männliche Mode bis auf den heutigen Tag bestimmt. Die Damen aber in ihren unterstreichen. Ihre Requisiten sind dabei die nämlichen wie vor tausend und mehr Jahren, die Jacke, die Hose, der Rock, der Mantel, der Hut, der Schuh, der Strumpf, der Handschuh, der Schal, der Stock, der Schirm, der Fächer, der Schleier und anderes mehr. Heute wie zu allen Zeiten sind Pelze der Ausdruck von Reichtum und Lumpen ein Zeichen der Armut. Immer aber ist es die Mode, die uns beherrscht. Sie formt unsere Sprache, unsere Schreibweise, unsere Gebärden, unser Empfinden, ja unser ganzes Denken; aus ihren Forderungen Reifröcken, tief dekolletiert, spitz geschnürt mit einem Spitzengeriesel am Ellbogen, das den ganzen Unterarm verhüllte, sahen graziöser aus als in der hochgeschlossenen spanischen Tracht. Fontange und Perücken schmückten die Köpfe noch beinahe ein Jahrhundert lang. Die grösste Umwälzung der Mode brachte dann allerdings am Ende des 18. Jahrhunderts die französische Revolution, welche ja das Gesicht der ganzen europäischen Gesellschaft von Grund auf ver- änderte. Das Ergebnis der Bewegung war der neu geschaffene Typus des 19. Jahrhunderts, der bürgerliche ...
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