Schloss Bensberg Classic 2014:
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Zwischengas Blog


Als ein Lenkrad noch ein Lenkrad war ...

Bruno von Rotz - 22.07.2014

Lenkrad Alfa Romeo Giulia Sprint GTA von 1966

Neulich, unterwegs im doch schon etwas älteren Auto, wollte ich die Lautstärke des Radios verändern und griff instinktiv ans Lenkrad, um die Regler zu ertasten. Doch da war nur eine Lenkradspeiche, ohne Knöpfe und Rädchen.
Ja, so war das früher, da diente das Lenkrad nämlich ausschliesslich zum Lenken und war kein multifunktionales Steuerungsinstrument, das es erlaubt, Telefongespräche entgegenzunehmen, das Fahrwerk zu verstellen oder den Radiokanal zu wechseln.

Dafür sahen die Lenkräder früher sehr viel attraktiver aus, waren Kunstwerke aus Metall, Holz und Leder, wie das Beispiel vom Alfa Romeo Giulia Sprint GTA eindrücklich zeigt ...

Zum GTA gibt es übrigens auch einen ausführlichen Bericht mit vielen Fotos.

Tags: Erinnerungen, Bedienung,



Die richtige Bedienung des Anlassers

Bruno von Rotz - 21.07.2014

Starten eines Panhard von zarter Damenhand

Wenn wir über die Schwierigkeiten kommender Generation mit unseren Oldtimern nachdenken, dann geht es meist um das richtige Schalten, um Zwischengas und ähnliche Dinge. Doch es gibt auch trivialere Sachen, die in Vergessenheit geraten. Zum Beispiel das Starten des Motors. Und wir sprechen hier nicht von der Nutzung des Chokes oder gar der Einstellung von Vor-/Nachzündung. Nein, hier geht es nur um die Betätigung des Anlassers.

Moderne Autos entscheiden nach Druck auf den Startknopf selber, wie lange der Anlasser zu laufen hat. Eine Überbeanspruchung ist ausgeschlossen und der Motor läuft immer an, egal wie lange man drückt.

Früher war dies natürlich anders. Da galt es, den Anlasser so lange wirken zu lassen, bis der Motor selbsttätig weiterdrehen konnte. Eine Fehlbedienung hatte die schnelle Alterung des Anlassers zur Folge und so hatte man es als Autofahrer im Ohr, wie lange man den Schlüssel im Zündschloss drehen musste.

Zündschloss Ogle 1000 SX

Dass dies früher selbstverständlich war, zeigt ein Blick in die Bedienungsanleitung des Renault R4 von 1962 , da steht nämlich mit keinem Wort, wann man aufhören solle, den Anlasser zu betätigen.

Tags: Oldtimerfahren, Bedienung, Technik



Mein erstes Auto - Alfa Romeo Alfasud Ti 1.5

Bruno von Rotz - 20.07.2014

Er war dunkelblau und sein Motor hatte jenen charakteristischen Klang, den die mit aufwändiger Vergasertechnik beatmeten Vierzylinder-Boxertriebwerke aus dem Süden Italiens von sich gaben. Und es war meiner. 

Zwar musste der dreitürige Alfa Romeo Alfasud TI 1.5 mit Jahrgang 1978 bereits mit drei Jahren neu lackiert werden, noch bevor ich ihn kaufte und schon ein Jahr später rostete das Torpedoblech erneut, aber ich liebte den “Sud” trotzdem. 6900 Franken hatten den Besitzer gewechselt, als ich erstmals mit 21 Jahren stolzer Autoeigner wurde. 

Ganz reibungslos verliefen die Fahrten nicht. In Wien zum Beispiel kapitulierte die Kupplung, was mich allerdings nicht hinderte, die Rückfahrt zurück in die Schweiz doch noch anzutreten und auch erfolgreich hinter mich zu bringen.

Einige Male trocknete ich auch die Kerzen, wenn der Wagen nicht mehr starten wollte. Ja, solche Dinge machte man früher. Dafür gab es damals auch noch viel weniger Geschwindigkeitsbeschränkungen und auf Passfahrten waren das eigene Fahrkönnen und die Möglichkeiten des Fahrwerks - und hier punktete der Alfasud immer - begrenzende Faktoren und nicht Radargeräte oder künstliche Verengungen. 

Ja, es war eine schöne Zeit!

Ich verkaufte den Wagen nach gut einem Jahr wieder, um im Alfa-Olymp zum Alfasud Sprint 1.5 Veloce aufzusteigen, mit 10 PS und einem Doppelvergaser zusätzlich. Und in der Farbe “Schokaladenbraun”.

Tags: “mein erstes Auto”, Erinnerungen



Der unbekannte Audi 80 Variant

Bruno von Rotz - 19.07.2014

Audi 80 Variant von 1967 an der Schloss Bensberg Classics 2014

Natürlich kennen wir den Audi 80 (Typ 80/82 ab 1972) und den Audi 80 Avant des Typs 89 einige Jahr später. Aber es gab bereits schon in den Sechzigerjahren einen Audi-Stationswagen/-Kombi, der auf dem Heck die Typenbezeichnung “80 Variant” trug.

Audi 80 Variant von 1967 - Typenbezeichnung an der Heckklappe des dreitürigen Kombis

Aufgebaut war dieser frühe Audi 80 Variant auf der Baureihe F103, die wiederum eine Weiterentwicklung des DKW F102 darstellte.

Im Motorraum des dreitürigen Audi 80 Variant, der von 1966 bis 1968 gefertigt wurde, werkelte ein 1695 cm3 grosser wassergekühlter Vierzylinder, der 80 PS leistete. Der Audi 80 der Baureihe F103 war ein stattliches Auto, das fast 4,4 Meter in der Länge, 1,63 Meter in der Breite und 1,45 Meter in der Höhe mass. Das Gewicht pegelte sich bei einer Tonne ein.

Viele Audi 80 Variant dürften nicht überlebt haben, einen kann man, von Audi Tradition an den Start gebracht, an der Rallye Historique anlässlich der Schloss Bensberg Classics 2014 heute auf einer Rundfahrt im Umfeld von Bergisch-Glattbach sehen. Über Rallye und Concours d’Elégance werden wir ausführlich berichten.

Tags: Rarität, Kombi, Stationswagen, Veranstaltung



Klassikerperlen der Zukunft - Opel Calibra

Bruno von Rotz - 18.07.2014

1989 stand er auf der IAA in Frankfurt, der Opel Calibra. Er folgte auf den bereits 1988 eingestellten Opel Manta, unterschied sich von diesem aber deutlich. Mit Frontantrieb und quereingebauten Motor verkörperte der die Moderne, die Plattformtechnik konnte vom Opel Vectra übernommen werden.

Die Form war gleichzeitig elegant und sehr aerodynamisch. Mit einem cw-Wert von 0.26 katapultierte sich der Opel an die Spitze seiner Zunft. Dank der nun verfügbaren Ellipsoid-Scheinwerfer konnte die Front flach gehalten werden, ohne Klappscheinwerfer montieren zu müssen.

Platz hatten vier Leute im 4,5 Meter langen und 1,69 Meter breiten Calibra, hinten allerdings war der Platz wegen der Coupé-Form beschränkt. Es gab das Opel-Coupé mit Vorderrad- und Vierradantrieb und mit Vier- und Sechszylindermotoren. Mit Turbol leistete der Zweiliter-Motor 204 PS, was für fast 250 km/h reichte.

Auch sportlich kam der Opel Calibra zu Lorbeeren. Manuel Reuter gewann den ITC-Meistertitel damit im Jahr 1996.

Umweltfreundlichkeit war beim Calibra ein wichtiges Konstruktionsziel und so konnten die verwendeten Kunststoff recykliert werden, als Farbe verwendete man Wasserlacke. 

Mit 238’647 gebauten Opel Calibra bis zum Produktionsende im Jahr 1997 kann man nicht von einer Rarität sprechen, allerdings geht der Bestand schnell zurück und auf den Strassen werden sie selten.

Weitere Berichte zu Klassikerperlen gibt es im dafür gewidmeten Themenkanal .

Mehr zu Opel erfahren Sie auf der Markenseite .

Tags: Klassikerperlen der Zukunft



Darf es ein Ferrari sein?

Bruno von Rotz - 17.07.2014

Dino 308 GT4

Man hat sich an die Meldungen in der Tages- und Fachpresse gewöhnt, in denen Ferrari-Sport- und Rennwagen übersinnliche Preise an Versteigerungen erreichen. Der letzte Ferrari 250 GTO soll bei einem Privatverkauf gar für über 50 Millionen Franken/Euro den Besitzer gewechselt haben.

Ist Ferrari-Besitz also unerschwinglich? Nein! Billig ist es aber natürlich nicht, einen Sportwagen mit springendem Pferd auf dem Bug in der Garage zu haben.

Die Einstiegsmodelle für einige Modelle sind aber günstiger, als man vielleicht annehmen würde und liegen in der Grössenordnung eines neuen VW Golfs. Beispiele gefällig? Einen Ferrari 308 GTB/GTS kann man, zumal mit Einspritzmotor, für €/CHF 30’000 bis 50’000 Franken kaufen. Ein Mondial-Mittelmotorcoupé findet man ab €/CHF 20’000 und selbst ein 12-Zylinder-Ferrari in Form eines 400i muss keine €/CHF 40’000 kosten.

Dass diese Autos neu mit kaum weniger auf der Preisliste standen als manches heute nun hoch gehandelte Sammlerfahrzeug, hat offensichtlich bei diesen Modellen keinen Einfluss auf den Marktwert. Was aber gibt den Ausschlag, dass die einen Modelle heute den zehnfachen Neupreis erreichen und andere auf halber Kaufpreis-Höhe oder gar tiefer gehandelt werden? Und warum nicht gerade eines der weniger beliebten Modelle kaufen?

Warum nicht ein Ferrari 308 GT4?

Der Ferrari 308 GT4 wurde als Dino 308 GT4 1973 in Paris präsentiert und sollte den Dino 246 GT ablösen. Das Design stammte von Bertone, der mit dem NSU Ro 80 Trapeze und dem Lamborghini Urraco bewiesen hatte, dass man auch vier Sitze in einem Mittelmotorauto unterbringen kann. Der Dino 308 GT4 wies einen frisch entwickelten V8-Zylinder-Motor auf, der quer hinter den Passagieren eingebaut war und mit 250 SAE-PS auch gut im Futter stand. Fahrleistungen und Fahrverhalten des damals 56’400 Franken teuren Dino 300 GT4 überzeugten.

Dino 308 GT4 von der Seite

Die Form, die Marcello Gandini gezeichnet hatte, kam beim Publikum allerdings nicht so recht an, weshalb bald ein Ferrari 308 GTB nachgeschoben wurde, der zwar technisch gleich konzipiert war, aber eine Pininfarina-Karosserie trug, die an den Vorgänger Dino 246 GT erinnerte. Auf den Wertverlauf des 308 GT4 aber hatte dieser Bruder genauso wenig einen positiven Einfluss wie die für Ferrari-Begriffe hohe Stückzahl, die die gesamte 308-Palette erreichte.

Der Dino 308 GT4 wurde zwei Jahre nach seiner Präsentation zum Ferrari geadelt, die Dino-Schriftzüge verschwanden für immer aus der Ferrari-Palette. Bis 1980 entstanden fast 2800 Exemplare des 308 GT4, die in Europa mit vier Weber-Doppelvergasern ausgeliefert wurden. Die 40 Jahre seit seiner Präsentation hat der keilförmige Sportwagen gut überstanden, er ist zum Klassiker gereift. Nur die weit nach vorne gerückte Fahrerposition irritiert ein wenig (von aussen).

Während der Kauf eines 308 GT4 mit 30’000 bis 50’000 Euro/Franken trotz leicht steigenden Preisen noch eine überschaubare Investition darstellt, kann der Unterhalt je nach Zustand grössere Löcher in die Geldbörse reissen. Eine Motorüberholung endet meist deutlich fünfstellig und auch andere grössere Servicearbeiten erreichen schnell den Gegenwert eines Smart. Auch mit dem Treibstoff geht ein Vergaser-308 nicht beliebig zimperlich um, 15 Liter und mehr pro 100 km sollten schon einmal einkalkuliert werden.

Aber kaum je macht das Verbrennen von Benzin soviel Spass wie im Dino 308 GT4, wenn man jedes Luftholen des Motos im Ohr hat und der Wagen nach jedem Gasstoss nach vorne springt, begleitet vom Klick-Klack der Schaltkulisse beim Gangwechsel.

Es war halt immer schon etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.

Auf dem Zwischengas-Markplatz gibt es natürlich auch günstige Ferrari-Sportwagen zu kaufen .

Tags: Kauf, Investition, Wertentwicklung, Unterhalt



Endlich 18 und der verbeulte Datsun

Bruno von Rotz - 16.07.2014

Datsun 180 B / 160 B (1982)

Für unsere Generation war der Erwerb des Führerscheins eine grosse Sache. Schon lange vor dem 18. Geburtstag hatten wir in Jungfahrerkursen oder auf privaten Strassen das Manövrieren eines Wagens erlernt. Die Theorieprüfung absolvierten wir so früh wie möglich und natürlich standen wir am Tag, an dem wir 18 wurden, am Schalter des Strassenverkehrsamts, um den Lernfahrausweis abzuholen. Dan ging es so zügig wie möglich und aus Kostengründen mit so wenig Fahrstunden wie nötig in Richtung Prüfung.

Datsun Bluebird U (160B / 180B) 1972

Als der grosse Tag gekommen und die Prüfung bestanden war, stand dann natürlich die erste Alleinfahrt an. Doch welch’ eine Enttäuschung. Mein Vater hatte grad’ just in dieser Woche den Familien- Datsun (ein Modell 160 B, wahrlich nicht die Krone des Automobilbaus) verbeult, als er vergass, die Handbremse anzuziehen und der Wagen in die Hausecke prallte. So musste ich also die erste (erlaubte) Alleinfahrt in der arg ondulierten Japanerlimousine unter die Räder nehmen. Zwar wurde damit die Freude etwas getrübt, aber das Glück über die neu errungene Freiheit obsiegte. Und bald danach konnte ich meinen Vater davon überzeugen, den Datsun gegen einen Alfa Romeo Alfasud einzutauschen. Damit war die Welt endgültig wieder in Ordnung.

Tags: Erlebnisse, Erinnerungen,



Wenn statt aus einem Entlein aus einem Käfer ein Schwan wird

Bruno von Rotz - 15.07.2014

VW Käfer als Schwan (1985)

Im Märchen verwandelt sich ein hässliches Entlein in einen Schwan. In der Autowelt wäre das Entlein der Citroën 2 CV. Doch auch aus einem Käfer (VW 13000) kann ein Schwan werden, wie die abgebildete Hochzeitsgesellschaft beweist. Die Pressemeldung aus dem Jahr 1985 liess es allerdings offen, ob dieser Schwan die TÜV-Plakette erhalten hätte.

Weitere Bilder (fast) ohne Worte gibt es in unserem eigens geschaffenen Themenkatalog.

Tags: Bilder (fast) ohne Worte, Umbau, Zulassung



Nachbauten sind eben keine Oldtimer

Bruno von Rotz - 14.07.2014

Sind Nachbauten Oldtimer?

Das Verdikt ist ziemlich eindeutig, nur 14% der Zwischengas-Leser finden, dass Nachbauten von Bugatti 35, Alfa 8C Monza oder BMW 328 usw. auch als Oldtimer zulassungsfähig sein sollten.

Obwohl gut gemachte “Recreations” den Originalspezifikation praktisch 100% entsprechen und z.B. im historischen Rennsport eingesetzt werden können, sind es im engeren Sinne halt keine Oldtimer sondern Neu- oder Gebrauchtwagen.

Auf die Frage der Woche, ob originalgetreut nachgebaute Fahrzeuge (Recreations, Continuations, Replicas) als Oldtimer zugelassen werden sollten, antworteten 58% mit vollkommener Ablehnung, während 27% wenigstens eine vereinfachte Zulassung zu den Regeln des Originals akzeptieren würden.

Auswertung der Frage der Woche, ob Nachbauten Oldtimer sind

Nun sind wir natürlich gespannt, wie unsere Leser die neue Frage der Woche beantworten, in der es um die richtige Lackierung - Originalfarbe, Originalfarbton oder freie Wahl - geht.

Tags: Frage der Woche, Nachbauten, Replica, Recreation, Continuation



Vom hohen Ross herab ...

Bruno von Rotz - 13.07.2014

Pontiac Firebird TransAm von ca. 1980 erhält eine Verkehrsbusse in den Vereinigten Staaten

Parkbussen gehören seit vielen Jahrzehnten zum Alltag, sei es hier in Europa oder auch in  Amerika. Auch der abgebildete Pontiac Firebird TransAm, der sich damals noch im besten Gebrauchtwagenalter befand, wird wohl mit der unangenehmen Zahlungsaufforderung gerechnet haben, als er seinen Wagen abstellte. Wohl eher ungewöhnlich war aber das Verkehrsmittel, das der Polizist bei der Verteilung der Verkehrsbusse genutzt hat, ein Pferd. Und es verlangt wohl doch einiges an Geschicklichkeit, um beim Anklemmen der Bussenverfügung nicht auch noch gleich vom Pferd zu fallen.

Aufgenommen wurde die Aufnahme Mitte der Achtzigerjahre in Washington D.C. in den Vereinigten Staaten.

Tags: Augenblicke, Bilder (fast) ohne Worte, Bussen, Verkehrsregeln


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