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Zwischengas Blog


Für Fahrschüler und Rallyepiloten ungeeignet

Bruno von Rotz - 03.09.2014

Mercedes Benz 200 W123 mit Handschaltgetriebe aus dem Jahr 1982

Dass es Mercedes Benz nicht so mit den Fahrschülern hatte, ist vermutlich keine Überraschung. Was schon mehr überrascht, ist die Tatsache, dass man die von Hand geschalteten Getriebe ziemlich stiefmütterlich behandelte.

Dies zeigte sich unter anderem auch bei der Handbremse, die es bei Mercedes Benz bekanntlich nicht gab. Sie war durch eine Fussfeststellbremse ersetzt, die zwar bremstechnisch ähnliches tat wie eine von Hand betätigte mechanische Bremse, aber bedienungstechnisch völlig anders geartet war. Die Bremse wurde nämlich durch Drücken eins zusätzlichen, linksseitig angeordneten Pedals blockiert.Gelöst wird sie dann durch einen Zug mit Knopf links vom Lenkrad.

Fussfeststellbremse beim Mercedes Benz 200 von 1982

Diese Anordnung hatte gleich mehrere Nachteile. Handbrems-Wenden waren kaum damit machbar und wer am Hang anhalten musste und ohne Rückwärtsrollen wieder anfahren sollte, musste vor dem Drücken der Fussfestellbremse zuerst den Gang herausnehmen, weil er sonst ja das Kupplungspedal nicht loslassen konnte. Da aber in der Fahrschule gelehrt wurde, dass man mit Handbremse anzufahren habe, war dies ein ziemlich umständliches Verfahren. Zudem taugten diese Fahrzeuge auch nicht als private Fahrschulfahrzeuge, denn der Beifahrer konnte natürlich die Fussfeststellbremse nicht von seiner Position aus bedienen.

Der Mercedes Benz 190 E hatte übrigens eine ganz normale Handbremse, warum auch immer. Und neben Mercedes nutzte auch Citroën und BMW für ausgewählte Modelle diese besondere Anordnung.

Tags: Bedienung, Technik, Einrichtungen



Neuwagen, die sich wie Oldtimer anfühlen

Bruno von Rotz - 02.09.2014

Caterham Seven 160 von 2014

Moderne Personenwagen sind von den Autos, die wir in den Fünfziger- oder gar Siebzigerjahren fuhren, so weit weg, wie ein moderner Business Jet von einem Doppeldecker. Die Fortschritte entlang Komfort, Sicherheit, aerodynamische Effizienz, Leistungsfähigkeit, usw. über die letzten 40 oder 60 Jahre sind derart gross, dass sich kaum einer mehr vorstellen kann, im Alltag mit den Autos von damals zu fahren. Und die neuen Generation können sich kaum ausmalen, wie die Autos von früher waren und fuhren.

Aber es gibt sie noch, die urtümlichen Kleinserienfahrzeuge aus aktueller Produktion, welche uns in die Zeit von damals zurückversetzen. Sie fühlen sich nicht viel anders an als ihre Vorfahren, die vor vielen Jahrzehnten die Hinterhof-Werkstätten verliessen.

Der Caterham Seven 160 ist eine moderne Inkarnation von Colin Chapmans erstem Lotus Seven. Er fährt auf schmalen Rädern und verzichtet auf jeglichen Komfort, genau wie damals.

Caterham Seven 160 von 2014

Und gerade darum macht er auf den heutigen Strassen so viel Spass. Denn es sind keine Überschallgeschwindigkeiten nötig, um die Räder zum Rutschen zu bringen und es gibt keine Elektronik die dies verhindern würde.

Interieur des Caterham Seven 160 von 2014

Genauso radikal fühlt sich auch der Morgan 3 Wheeler an, der im Jahr 2014 produziert wird. Wie eh und je haust vorne ein Zweizylinder-V-Motor und rattert vor sich hin. Und wie damals gibt es nur ein angetriebenes Hinterrad, dem auch modernste Gummimischungen das Rutschen nicht abgewöhnen können.

Morgan 3 Wheeler 2014

Und sie sind, in Anbetracht ihrer Exklusivität, noch nicht einmal teuer, der Seven muss gar als ein Sonderangebot gesehen werden, der Morgan allerdings kann nicht als wirklich günstig angesehen werden, ganz im Gegenteil zu seinen Vorläufern, die Motorisierung zum tiefstmöglichen Budget ermöglichten. Aber so richtig billig müssen die letzten Dinosaurier ja auch nicht sein .....

Interieur des Morgan 3 Wheeler 2014

Tags: Newagen, Fahrspass, Fahrgefühl, Klassikerperlen der Zukunft



Die Neuwagen von gestern sind die Oldtimer von heute

Bruno von Rotz - 01.09.2014

Toyota-Zentral-Neuwagenlager in der Schweiz im Jahr 1973

Da würden sich manche Fans heutiger Klassiker die Hände reiben, wenn sie mittels Zeitreise vor 40 Jahren ihren heutigen Oldtimer als Neuwagen betrachten (oder noch besser beiseite stellen) könnten.

Das Bild oben zeigt das Toyota -Zentrallager in der Schweiz im Jahr 1973. Auf dem  nachfolgenden Bild reisten Neuwagen des Opel Kadett zu den Händlern, die im Jahr 1965 sicher ungeduldig darauf warteten.

Auslieferugn von neuen Opel Kadett per Güterzug im Jahr 1965 (© Josef und Daniel Reinhard)

Sowohl Toyota Celica als auch frühe Opel Kadett sind heute selten und es dürfte in der Schweiz kaum mehr eingelöste Fahrzeuge geben, als auf dem Bild dargestellt.

Tags: Bilder (fast) ohne Worte, Neuwagen, Verkauf



Die Strassen, wie sie früher waren ...

Bruno von Rotz - 31.08.2014

Passfahren vor über 50 Jahren

Diese Woche fuhr ich nach vielen Jahren wieder einmal über den Brünig, ein Pass der die Kantone Obwalden und Bern miteinander verbindet. Als wir vor vielen Jahrzehnten unsere ersten Autos ( mit vielleicht 70 oder 85 PS) kaufen konnten, war der Brünig eine unserer Lieblingsstrecken und eine Möglichkeit Fahrverhalten und Fahrleistungen des Wagens auszukosten.

Die Vorfreude war also gross, doch umso grösser war das Entsetzen, als ich erkennen musste, wie sehr sich die Passstrecke verändert hatte. Nicht nur führt ein nicht unerheblicher Teil der Wegführung durch Tunnels, gefühlte 70 bis 80% der rund 15 Kilometer sind mit durchgezogenen Sicherheitslinien versehen, überall beschränken Signaltafeln die Fahrt.

Es war keine Freude, an Überholen ist höchstens in Ausnahmefällen zu denken und man fühlt sich eher wie im Zug als im Automobil.

Dabei wären doch gerade moderne Autos so richtig spurtschnell und somit wären heute Überholmanöver denkbar, von denen wir früher nur geträumt hatten ....

Tags: Erinnerungen, Verkehr, Autofahren, Verkehrsregeln



Die Alfa Romeo Giulia und die Frauen

Bruno von Rotz - 30.08.2014

Alfa Romeo Giulia Nuova 1974

Trotz ihres weiblich anmutenden Namens war die Mehrheit der Käufer der Alfa Romeo Giulia männlich.

Alfa Romeo Giulia 1300 ti 1967

Die Alfa-Limousine galt als Gran Turismo mit Familien-Transport-Potential. Bereits die einfachste Variante, die 1964 eingeführte Giulia 1300 , erfüllte überdurchschnittliche Anforderungen an Fahrleistungen und Fahrsicherheit.

Alfa Romeo Giulia 1970

Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen hatten die Frauen bei der Vermarktung des Exportschlagers durchaus eine wichtige Rolle. Sie zierten nämlich die Pressebilder und die Verkaufsprospekte.

Alfa Romeo Giulia 1968

Zwar sah man kaum je eine Frau am Lenkrad sitzen, aber trotzdem machten die Bilder klar, dass auch Frauen die Giulia liebten.

Alfa Romeo Giulia Super 1967

Für diesen Beitrag haben wir nur einen geringen Teil der publizierten Bilder zusammengesucht. Interessant zu beachten sind die Strömungen in Mode und Kleidung, während die Giulia im Prinzip über 16 Jahre immer dieselbe blieb, sich also kaum veränderte.

Alfa Romeo Giulia 1969

Wer wäre in der Lage, die gezeigten sechs Bilder in der historisch korrekten Reihenfolge einzuordnen?

Mehr zur Alfa Romeo Giulia gibt es zum Beispiel im gerade veröffentlichten historischen Testbericht aus dem Jahr 1964 , mehr Frauen und Auto s in unserer Serie "Bildermagie".

Tags: Frauen und Autos, Limousine, Gran Turismo, Design



Warnung vor Radarkontrollen schon vor über 50 Jahren

Bruno von Rotz - 29.08.2014

Radarwarngerät 1963

Schon anfangs der Sechzigerjahre waren Geräte verfügbar, die vor Radarkontrollen warnten. Die ersten Geräte, z.B. das “Radar Sentry” stammten aus den USA und waren tatsächlich in der Lage, frühzeitig auf mobile oder feste Radarmessstationen aufmerksam zu machen, allerdings nur, wenn jene ihre Strahlen parallel zur Fahrbahn aussandten, wie damalige Messungen bewiesen. Bei schräg zur Fahrbahn ausgerichteten Radargeräten, warnte Radar Sentry erst, als die Kontrolle bereits passiert war.

Test des Radarwarngerätes im Jahr 1963

Interessant zu wissen ist es noch, dass Innerorts-Geschwindigkeitsbeschränkungen erst Ende der Fünfzigerjahre eingeführt wurden und dass erst damit eigentlich in grösserem Masse der Bedarf für Geschwindigkeitsüberwachung überhaupt entstand. Und weil schon damals manche Kontrolle als Schikane empfunden wurde, begannen die Autofahrer sich gegen die Kontrollen zu schützen.

Ein ausführlicher Bericht zu den ersten Radarwarngeräten erschien in der Automobil Revue Nr. 28/1963.

Radarwarngerät 1963

Tags: Geschwindigkeitsmessungen, Bussen, Verkehrsregeln, Radar



Die Tücken der Pendelachse

Bruno von Rotz - 28.08.2014

Mercedes Ben 230 SL im Fahrtest im Jahr 1963

Von der Starrachse kommend, galt die Pendelachse in den Fünfziger- und Sechzigerjahren als grosser Fortschritt. Tatsächlich ermöglichte sie ja unabhängig gefederte und geführte Räder an der Hinterachse.

Was im Normalbetrieb auch gut funktionierte, konnte bei Extremsituationen allerdings zu heiklen Effekten führen, denn beim starken Ausfedern änderte sich der Sturz von neutral oder negativ zu positiv. Die Haftung des Hinterrads reduzierte sich jäh und konnte ein schwer beherrschbares Übersteuern auslösen.

Viele Käfer-Fahrer können davon erzählen, aber es traf natürlich auch die Lenker anderer Fabrikate (dasbild zeigt einen Mercedes Benz 230 SL im Jahr 1963).

Tags: Technik, Fahrverhalten, Bilder (fast) ohne Worte



BMWs erstes Elektroauto

Bruno von Rotz - 27.08.2014

BMW 1600-2 1972 - Schnittbild (© BMW AG)

Alle Welt spricht heute vom BMW I3 und I8 und lobt die Fahrzeuge als Pionierleistungen. Doch BMW hat bereits vor über 40 Jahren zwei Elektrofahrzeuge auf die Beine gestellt. Als Basis nahm man damals den BMW 1600-2, den kompakten sportlichen Zweitürer. Mit dem gemeinsam mit Bosch und Varta entwickelten Fahrzeuge wollte man anlässlich der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972 die Innovationsfreude des Hauses BMW in die Öffentlichkeit tragen.

BMW 1600-2 1972 - Batterien (© BMW AG)

Die zwei ansonsten weitgehend serienmässigen 1600-2 wurden im Motorraum mit einem starken Gerüst ausgestattet, das zwölf 12-Volt-Fahrzeugbatterien trug. Diese trieben einen Gleichstrommotor mit rund 32 kW (43.5 PS) von 85 kg Gewicht an, der ungefähr dort eingebaut war, wo sonst das Getriebe sass. Wegen der hohen Temperaturen wurde er mit einem Gebläse gekühlt. Über ein Reduktionsgetriebe und die Kardanwelle wurde die Kraft auf die Hinterachse gelenkt.
Im Heck befand sich ein Bosch-Thyristor-Steuergerät, auf das das elektronische Gaspedal wirkte und mit dem die Drehzahl des Motor kontrolliert wurde.

BMW 1600-2 1972 - Cockpit (© BMW AG)

1331 kg schwer war der fahrfertige Wagen, 100 km/h schnell. Sogar eine Reichweitenanzeige gab es im weitgehend serienmässigen Cockpit. Rund 70 km weit kam man mit dem Elektro-BMW, aber nur wenn mann die Leistung nicht voll abrief.
Waren die Batterien leer, konnte man sie entweder einfach austauschen oder über eine Steckdose, die sich hinter der Niere vorne am Bug befand, nachladen.

Von aussen sahen die beiden Wagen fast aus wie ihre Benzinbrüder, allerdings fehlte der Auspuff und natürlich der charakteristische Ton.

Im September 1972 fuhren die beiden BMW als Kamera- und Begleitfahrzeuge beim Marathon und beim 20-km-Geher-Wettkampf an der Olympiade in München ein. Dann verschwanden die beiden Versuchsfahrzeuge wieder, weitere Elektroprototypen entstanden dann auf anderer Basis in den Jahren 1987 und 1991.

BMW 1600-2 1972 - Poster zur Olympiade von München 1972 (© BMW AG)

Mehr Details und Informationen finden sich im Buch “Legende BMW 02” , das vor kurzem neu aufgelegt wurde.

Tags: Elektroauto, Prototyp, Innovation



Beliebtes Zubehör von damals - Gepäckträger

Bruno von Rotz - 26.08.2014

Gepäckträger auf dem Heck englischer Roadster

In den Fünfziger- und Sechzigerjahren waren sie “en vogue”, die aufgeschraubten Gepäckträger auf dem Heck von Sportwagen und Cabriolets. Sie sollten den Missstand knappen Kofferraums beseitigen und erlaubten das Aufschnallen zusätzlicher Gepäckstücke hinter der Besatzung.

Gepäckträger auf einem MG

Bereits vor dem Krieg wurden solche Lösungen angeboten, teilweise sogar eingebaut wie beim Lagonda V12 Saloon.

Auskappbarer Gepäckträger auf dem Heck des Lagonda V12 Saloon von 1939

Annonce für einen Gepäckträger in der ADAC MotorweltNatürlich gab es auch die Variante für das Autodach, die noch viel beliebter war. Millionen von Käfern fuhren eine derartige Einrichtung spazieren und transportierten teilweise schwere Lasten über den Passagieren.

Man musste allerdings sicherstellen, dass das Gepäck wetterfest war, sonst trieften dann die eingepackten Unterhosen von Wasser, wenn man durch eine Regenschauer gefahren war.

Tags: Zubehör, Alltagsnutzen, Gepäck



Weniger ist mehr beim Oldtimer!

Bruno von Rotz - 25.08.2014

Frage der Woche 14 - Ist weniger mehr?

Das Verdikt der Zwischengas-Leser ist eindeutig. Bei der letzten “ Frage der Woche ” entschieden über vier Fünftel der Teilnehmenden, dass sie einem einfach ausgestatteten Oldtimer einer Variante mit vielen Extras und Zubehörteilen den Vorrang geben würden.

Offensichtlich zieht es die Mehrheit vor, die Komplexität, die mit Servohilfen, Klimaanlagen, Automatikgetrieben, elektrischen Fensterhebern, Airbags und dergleichen einzieht, und damit drohende Wartungskosten zu reduzieren, selbst wenn dafür auf Komfort verzichtet werden muss.

Antworten zur Frage der Woche - ist weniger mehr?

Nur gerade 19% antworteten in der Umfrage, dass für sie Vollausrüstung und Komfortaccessoires auch beim Oldtimer ein Argument seien, mehr zu bezahlen.

Sollte sich diese Haltung auch in Zukunft durchsetzen, dann werden es moderne Autos, die fast zwangsläufig umfangreich ausgestattet sind, doppelt schwer haben, wenn sie dereinst ins Oldtimeralter kommen.

Bereits steht die nächste Frage der Woche im Raum mit dem Thema, ob wir angesichts der schnell steigenden Klassikerpreise eine Blase sehen oder einen nicht umkehrbaren Trend.

Tags: Frage der Woche, Ausrüstung, Elektronik, Komfort, Komplexität, Wartungskosten


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