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Zwischengas Blog


Konzeptfahrzeuge und ihre Tücken - am Beispiel des Ferrari 512 S Modulo

Daniel Reinhard - 22.02.2012

Ferrari 512 S Modulo von Pininfarina aus dem Jahre 1970

Ja, so sind sie die Concept Cars. Optisch eine Wucht, doch in den seltensten Fällen auch fahrbar. Meist besitzen sie nicht einmal eine Antriebseinheit und müssen von Autosalon zu Autosalon geschoben werden. Ist der Wendekreis dann auch noch gleich so gross wie ein Fussballfeld, wird es noch schwieriger.

Der Ferrari 512 S Modulo, die Design-Ikone von Pininfarina machte es uns nicht ganz einfach beim Manöverieren zur gewünschten Fotolocation. Viel Manpower war gefragt, um das Auto den hauseigenen Hügel hochzuschieben.

Aber das Bild zeigt nicht nur die Mühen, sondern auch ganz deutlich die Dimensionen des 550 PS starken fahrbaren “i-Phones”, das auch über vierzig Jahre nach seiner Präsentation noch wie ein Fahrzeug aus der Zukunft wirkt und gerade so gut aus dem Apple Desgin-Center hätte stammen können wie von Pininfarina.

Wer mehr wissen will, der liest unseren ausführlichen Bericht.

Tags: Vergessene Fahrzeuge, Konzeptfahrzeuge, Bilder (fast) ohne Worte, Praktikabilität



Weltrekordfahrten in den Dreissigerjahren

Bruno von Rotz - 21.02.2012

Sir Malcolm Campbell mit seinem Rekordfahrzeug 1935

Sir Malcom Campbell präsentiert 1935 seinen neuen Rekordwagen, 480 km/h will er damit erreichen. Ein Triebwerk mit 2’350 (normaler Brennstoff) oder 2’450 PS (Alkohol) steht ihm zur Verfügung. Gegenüber dem Vorgängerfahrzeug ist die Hinterachse mit Zwillingsreifen stabilisiert worden, ansonsten hat sich die Weiterenwicklung aber hauptsächlich auf eine verbesserte Aerodynamik der Karosserie konzentriert. Die 480 km/h sind auf dem Strand von Daytona Beach nicht möglich, in Bonneville klappt es dann ein paar Monate später, 484,620 km/h werden erreicht. Zwei Jahre soll dieser Rekord halten.

An diese Geschwindigkeiten kommt Hans Stuck Mitte der Dreissigerjahre mit dem Auto Union nicht heran, trotz annähernd 600 PS und ausgetüftelter Aerodynamik. Trotzdem sind weit über 300 km/h Spitzengeschwindigkeit auf normalen Strassen möglich. Auch das ist beeindruckend.

Rekordwagen von Auto Union für Hans Stuck im Jahre 1935

Richtig schnell wird man nach dem Krieg dank Einsatz von Düsentriebwerken, wie beim Wingfoot Express von 1965. Ob man sich allerdings in diese fahrende Rakete setzen möchte, ist eine andere Frage.

Wingfoot Express von 1965

Tags: Erinnerungen, Experimentalfahrzeuge, Weltrekorde



Der Porsche Carrera 6 vom BP-Weltrekord von 1967

Daniel Reinhard - 20.02.2012

Porsche Carrera 6 (906.153) von 1966 - das Auto von Dieter Spörry

Gestartet wurde zur 96-stündigen Weltrekordfahrt von Siffert, Steinemann, Spörry und Vögele in einem Porsche Carrera 6 - eben jenem Porsche mit der Chassis-Nr. 906.153, der sich im Besitz von Dieter Spörry und Rico Steinemann befand. Der Weltrekord-Versuch war nicht, wie von vielen angenommen, von Porsche finanziert worden, sondern von BP Schweiz. Daher stellten Rico Steinemann und Dieter Spörry ihr “privates” Auto zur Verfügung. Doch leider hielt der Carrera 6 den immensen Anforderungen in der Steilwandkurve von Monza nicht lange stand und man war gezwungen, binnen 24 Stunden auf einen vom Werk gelieferten 911R zu wechseln.

Und siehe da, nur wenige Monate später fand man ein Verkaufsinserat für den Porsche 906 im Powerslide-Heft 12/1968. Dieses Auto belegte 1967 bei den 12 Stunden von Sebring, gemeldet unter der Squadra Tartaruga mit den beiden Fahrern Spörry und Steinemann den sechsten Platz, mit 20 Runden Rückstand auf den Sieger Andretti/McLaren auf einem Ford GT 40 Mk lV.

Verkaufsinserat für den Porsche Carrera 6 von Dieter Spörry im Jahr 1968

Die Squadra Tartaruga übrigens wurde 1960/61 von Gian Rico Steinemann gegründet und erhielt ihren Namen von keinem geringeren als von Tazio Nuvolari. „Tartaruga“ heisst auf italienisch Schildkröte und diese war das Markenzeichen des berühmten und faszinierenden Rennfahrers aus Mantova. Steinemann war ein grosser Fan von Nuvolari, hat er doch selbst eine Biografie („Nuvolari - aus dem Leben des grossen Rennfahrers, der eine Epoche verkörperte”, erschienen 1967 bei “moderne verlags GmbH, 8 München 23”) über den schnellen Mantovaner geschrieben.

Auf dem Foto (oben) sieht man den roten Porsche Carrera 6 in der Langheckversion am Norisring 1967. Einen ausführlichen Bericht zur BP-Weltrekordfahrt wurde vergangene Woche publiziert.

Tags: Historische Rennwagen, Inserate



Bilder von Autosalons vergangener Tage

Bruno von Rotz - 19.02.2012

Cadillac Fleedwood am Genfer Automobilsalon von 1962

Wir haben es schon früher gesagt, wir mögen die Bilder vergangener Autosalons. Nicht weil die Bilder von besonders hoher fotografischer Qualität sind oder weil die Fahrzeuge besonders kreativ aufgestellt sind, sondern weil diese Bilder wichtige historische Zeugnisse früherer Automodelle sind. Und weil sie ihren eigenen Charme haben.

Alvis Graber Super von 1962 am Genfer Automobilsalon

Deshalb verzichten wir auch darauf, sie zu bearbeiten. Wir lassen sie, soweit möglich, unbeschnitten und lassen die scheinbaren Nebensächlichkeiten wo und wie sie waren. Denn oftmals sind es gerade die Objekte im Hintergrund, die einem Informationssuchenden vielleicht helfen.

Volvo 122 S Chassis auf dem Genfer Automobilsalon von 1962

Die meisten der Bilder wurden mit einer Optik mit relativ grossem Aufnahmewinkel aufgenommen. Dies bedeutet, dass oftmals auch Fahrzeuge zu sehen sind, die damals wenig Aufmerksamkeit genossen, heute aber interessant sein können.

Buick Special Skylark von 1962 am Genfer Automobilsalon

Und es ist ein Einfaches, zusammen mit dem Hallenplan die Fahrzeugmarken im Hintergrund zu eruieren. 

Hallenplan Personenwagen vom Genfer Automobilsalon von 1962

Am liebsten würden wir Bilder jedes einzelnen Fahrzeugs, das zum Beispiel am Genfer Autosalon von 1962 ausgestellt war, publizieren. Doch leider liegen uns nicht alle Fotografien, die an diesen Ausstellungen geschossen wurden, vor. Viele Fotos sind leider verloren gegangen, wurden zerstört oder sind heute nicht mehr zugreifbar. Wenn unsere Leser über verwertbare Bilder verfügen, dann würden wir das gerne wissen.

Wir verstehen unsere Dokumentationen der vergangenen Autosalons als lebendige Berichte. Finden oder erhalten wir weitere Bilder, dann fügen wir sie zu den Artikeln hinzu. So werden sie immer vollständiger und noch detaillierter.

Letztes Jahr haben wir die Genfer Autosalons der Jahre 1951/1961/1971/1981 dokumentiert, dieses Jahr fassen wir 1952 / 1962 /1972/1982 zusammen. In acht Jahren (oder auch früher) wird die Sammlung vollständig sein und hoffentlich um viele nachträglich gefundene Bilder reicher.

Tags: Autoausstellungen, Making Of



Vortrittsmissachtung mit Unfallfolgen vor fünfzig Jahren

Bruno von Rotz - 18.02.2012

Unfall infolge Vortrittsmissachtung im Jahr 1962 in Zürich

Schon vor fünfzig Jahren war einer der häufigsten Gründe für Verkehrsunfälle das Missachten des Vortrittsrechtes. Der oben abgebildete Fahrer endete gar auf dem Kopf, womit er nachträglich doch noch von rechts kam, mindestens in seiner “neuen” Wahrnehmung.

Auch beim zweiten Bild endete eine Fahrt nach einem Vortrittsdisput” mit einem Unfall, wobei vom Bild und den überlieferten Informationen her nicht mehr klar ist, wer da wem den Vortritt genommen hatte.

Vortrittsmissachtung als Verursachung eines Unfalles im Jahr 1962

Tolle Zeitdokumente, beide aufgenommen in der Schweiz, sind diese Abbildungen auf jeden Fall!

Tags: Unfälle, Bilder (fast) ohne Worte



Von den Anfängen des Airbag

Bruno von Rotz - 17.02.2012

Bereits im Jahr 1967 experimentierte der Biophysiker Dr. Clark mit Luftsäcken zur Verhütung von Unfallfolgen in Autos und Flugzeugen. Es sollte aber noch ein Weilchen dauern, bis wirklich überzeugende Konzepte vorgestellt werden konnten. Im Jahre 1970 aber berichtete die ADAC Motorwelt vom “Airceptor”, einem Airbag-Konzept der Firma Eaten Yale & Towne in den USA. Und dieser Airbag funktionierte wirklich. Der Sack bestand aus Nylongewebe, zum Aufblasen wurde Stickstoff aus einer feuerlöscher-grossen Flasche in den Sack gepumpt, der Sensor war vermutlich noch ziemlich mechanisch, löste den Aufblasimpuls aber nur über 11 km/h und bei genügend starker und andauernder Bremswirkung aus. Also im Prinzip alles wie heute, nur viel einfacher und viel voluminöser. 

Die Versuche waren positiv. Die Testpersonen wurden trotz des offensichtlich lauten Knalls nicht taub. “Etwa zwei Drittel erholten sich innerhalb 24 Stunden, die restlichen bis auf 5% innerhalb einer Woche”, stand im damaligen Bericht der ADAC Motorwelt. 

Natürlich hatte man damals noch viele Vorbehalte. Was würde geschehen, wenn ein Brillenträger oder Pfeifenraucher mit dem Gesicht in den Luftsack prallte? Was wäre bei einem irrtümlichen Aufblasen oder was wäre, wenn der Sack nicht aufginge im Falle eines Unfalles. Und, wieviel Wartung würde nötig sein?  Die wichtigste Frage aber war wohl, wie teuer dieser Sack sein würde. Mercedes-Benz schätzte damals 400 bis 500 DM pro “Kissen”, die Amerikaner gingen bei grossen Stückzahlen von tieferen Kosten von rund 70 bis 110 DM aus. 


Dass wir heute acht und mehr Airbags im Auto haben, die dazu nicht nur den Kopf, sondern auch die Knie und alle anderen empfindlichen Körperteile, und das nicht nur bei Front- sondern auch bei Seitenaufprallunfällen schützen, hätten sich die damaligen Forscher aber wohl kaum vorstellen können. 

Tags: Bilder (fast) ohne Worte, Sicherheit



Verkehrsstaus von anno dazumal

Bruno von Rotz - 16.02.2012

Verkehrsstaus gab es eigentlich schon immer. Tatsächlich gab es fast in allen Epochen zu bestimmten Zeiten mehr Fahrzeuge, als die zur Verfügung stehende Verkehrsfläche verkraften konnte. Und im Prinzip war der Strassenbau der Verkehrsentwicklung immer hinterher. 


Die hier gezeigten Bilder stammen alle aus den Sechzigerjahren und nicht nur die Tatsache, dass wir hier historische Dokumente von Stausituationen im Flachland und im Gebirge sehen können, machen diese Bilder interessant, sondern auch die abgebildeten Fahrzeuge. 


Wer aber ist in der Lage, alle (einigermassen erkenntlich abgebildeten) Fahrzeuge zu identifizieren? Ja, natürlich, der omnipräsente VW Käfer ist einfach zu erkennen, aber wie steht es mit den weitaus exotischeren Fahrzeugen?


Tags: Bilder (fast) ohne Worte, Verkehr



Miura, aber nicht von Lamborghini

Bruno von Rotz - 15.02.2012

 

Wenn wir “Miura” hören, dann denken wir sofort an den Stier aus Italien, den Mittelmotorsportwagen von Lamborghini. Aber es gab noch einen anderen Miura und dieser entstand in Brasilien. Ende der Siebzigerjahre bis in die Achtzigerjahre hinein wurde auf Volkswagen-Technik-Basis ein Kunststoffcoupé gebaut, das durch sportliches Design und wartungsfreundliche Technik überzeugte. 


Es gab den Miura MTS als 1,3-, 1,6- und 1,8-Liter, mit oder ohne Targa-Dach. Die technische Beschreibung “Zentralrohrrahmen, hinten gegabelt, mit Plattform für Aufbauboden, vorn Doppelkurbellenker mit querlaufenden Drehstabfedern, hinten Einzelradaufhängung mit Pendelachse, Längslenkern und querlaufenden Drehstabfedern, ...” weist eindeutig auf das VW-Käfer-Teileregal hin und war wohl Anfangs der Achtzigerjahre auch nicht mehr wirklich “state of the art”. 


Immerhin soll das Coupé mit dem stärksten Motor (aus dem brasilianischen Passat) 180 km/h erreicht haben. Ob je eines dieser Fahrzeuge in unseren Breitengraden verkauft wurde? Und, mit dem Farus ML 929 sollte man den Miura nicht verwechseln, obschon eine verblüffende Ähnlichkeit nicht wegzudiskutieren ist. Aber auf den Farus kommen wir ein anderes Mal zurück. 


Mehr Informationen und Material, insbesondere einen Verkaufsprospekt des Coupés und einen zum Targa, zum Miura aus Brasilien finden sich im Zwischengas-Archiv:

 

 

Tags: Vergessene Fahrzeuge, Raritäten



Als Lancia-Fahrzeuge noch nach Amerika gingen

Bruno von Rotz - 14.02.2012

Ein wunderbares Bild, nicht nur des Lancia Aurelia 2500 GT America Spiders wegen. 1955 exportierte Lancia eine erhebliche Anzahl dieser Fahrzeuge in die USA. Die Fotografie zeigt die Fahrzeuge auf ihrer Reise. Das Bild lässt uns aus mehreren Gründen wehmütig werden. Nicht nur zeigte sich die Marke Lancia damals auf ihrem Höhepunkt, der leider schon lange vorbei ist, im Gegensatz zu heute waren Lancia-Fahrzeuge in den USA und hierzulande sehr begehrt und niemand wäre auf die Idee gekommen, einen Chrysler mit Lancia-Emblem in Europa zu verkaufen.

Tags: Bilder (fast) ohne Worte



Sind klassische Autos von berühmten Vorbesitzern mehr wert?

Bruno von Rotz - 13.02.2012

Porsche 911 S von 1970 - ex Steve McQueen - versteigert durch RM Auction - Foto Darin Schnabel

Als RM Auctions am dritten August-Wochenende 2011 den Porsche 911 S, der einst Steve McQueen gehört hatte, für USD 1’375’000 versteigerte, horchte die Welt auf, lag doch der erreichte Preis um Faktor 6 bis 8 über dem Wert, den ein “normaler” 911 S normalerweise hatte. Immerhin hätte man für dieses Geld auch einen von rund 50 Porsche Carrera 6 und noch einen der selten gebauten Porsche Carrera RSR oder 911 S/T dazu kaufen können, Fahrzeuge, die bekannterweise gesucht und hoch bezahlt sind.

Der BMW 507, den einst das Schweizer James-Bond-Girl Ursula Andress fuhr, erreichte an der gleichen Versteigerung den stolzen Preis von USD 1’072’500.

BMW 507 - ex Ursula Andress - von RM Auctions versteigert

Das könnte zum Gedanken führen, dass Autos von Prominenten in allen Fällen höhere Verkaufspreise erreichen. Dem ist aber nicht so, oder zumindest nicht hohem Masse.

Bonhams zum Beispiel versteigerte am 2. Februar 2012 einen gelben Maserati Ghibli (Jahrgang 1968), einst in Besitz von Sammy Davis Jr.. Trotz des prominenten Vorbesitzers gingen die Gebote (Höchstgebot Euro 69’000) nicht wesentlich über das hinaus, was man heutzutage für einen Ghibli zu zahlen bereit zu sein scheint.



Maserati Ghibli - ex Sammy Davis Jr - von 1968 - verkauft durch Bonhams in Paris 2012

Und auch beim Talbot-Lago T14 LS Spécial Coupé von 1956, das einst Louis Rosier, der berühmte Rennfahrer, bewegte, wollten die Gebote (Höchstgebot Euro 140’000) bei der Versteigerung von Bonhams nicht über das erwartete Mass hinaus steigen.

Talbot-Lago T14 LS Spécial Coupé von 1956 - ex Rosier - versteigert von Bonhams

Sind “Prominenten-Autos” also mehr wert oder tragen berühmte Vorbesitzer kaum etwas zum Wert eines Fahrzeugs bei? Nun, wie so oft, gibt es keine klare Antwort, es kommt halt darauf an ...

Jedenfalls kann gesagt werden, dass der Steve-McQueen-Porsche eine Ausnahme war, welche wohl sogar die Erwartungen der Verkäufer übertroffen hat und dass bei den meisten anderen Beispielen die Fahrzeug-Charakteristika ausschlaggebend für den erzielten Preis waren und nicht die Vorbesitzer. Und am Ende des Tages sollte man sein Geld ja in ein schönes Auto investieren, nicht primär in eine mehr oder weniger spannende Vorgeschichte und in der Hoffnung, vielleicht noch Accessoires oder Abfall des berühmten Vorbesitzers unter den Teppichen finden zu können ...

Foto-Credits: Darin Schnabel (Ferrari 250 GT SWB, Porsche 911 S), alle anderen Bilder zwischengas.com

Tags: Versteigerungen, Investitionen



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