AMAG:
Jetzt kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
(natürlich verschwindet dann auch dieser Banner)

Archivierte Einträge:

 

Zwischengas Blog


Wenn ein Motor nicht ausreicht, dann montiert man halt deren zwei ...

Bruno von Rotz - 25.10.2014

Monaci Bimotore von 1952

Wie baut man einen schnellen Rennwagen, wenn man nicht allzu viel Geld hat, aber gegen die grossen und starken Boliden der Konkurrenz antreten will? Man koppelt zwei günstige Vierzylindermotoren aneinander und verdoppelt damit Leistung und Drehmoment. So dachte wohl Ciro Monaci Ende der Vierzigerjahre und schuf einen Frontmotor-Rennwagen mit zwei hintereinander liegenden Fiat-Motoren. Die Kraft-Kopplung wurde sogar patentiert und im Schiffsbau eingesetzt.

Zwei hintereinander liegende Motoren im Monaci Bimotore von 1952

Im Cockpit mahnt nur ein zweiter Öldruckmesser von der besonderen Motorisierung.

Zwei Öldruckmesser im Cockpit des Monaci Bimotore von 1952

Über 200 km/h erreichte der Wagen auf diese Weise, vermutlich auch dank der windschlüpfigen Karosserie, die Zagato dengelte.

Zwar blieben die ganz grossen Erfolge ab 1952 gegen Ferrari 500 und Konsorten aus, beeindruckend war die Ingenieur-Leistung aber allemals.

Komplett bestückte Fiat-Motoren im Monaci Bimotore von 1952

Der Monaci von 1952 ist übrigens keineswegs der einzige Wagen mit zwei Motoren. Citroën verschaffte dem Deux-Chevaux (2 CV)mit einem ähnlichen Trick vier angetriebene Räder. Man baute beim “Sahara” einfach im Heck nochmals einen Motor ein, der die Hinterachse antrieb. Dabei blieben die Motoren aber - im Gegensatz zum Monaci - völlig unabhängig bis auf den Schalthebel, der beide Getriebe schalten musste.

Citroën Sahara von 1965 an der Retro Classics in Stuttgart 2014

Bestaunen kann man den Monaci noch bis am Sonntagabend an der Messe “Auto e Motor d’Epoca” in Padua, ein ausführlicher Bericht folgt demnächst.

Tags: Messe, Oldtimermesse, Ausstellung, Einzelstücke, Prototyp, Rennwagen



Jugendlicher Oldtimer an der Wintertourenfahrt

Bruno von Rotz - 24.10.2014

Passend zum aktuell drohenden Wintereinbruch ist uns dieses Foto in die Hände geraten. Es zeigt einen Austro Daimler Bergmeister mit Baujahr 1931, heute ein stattlicher Vorkriegsoldtimer. Aufgenommen wurde das Bild aber im Jahr 1961, als der Wagen gerade knapp das Oldtimer-Alter (man sprach damals von Veteran) erreicht hatte.

Der Industrielle “Frédéric” bestritt mit diesem Wagen nämlich die Österreichische Wintertourenfahrt im Februar 1961. Er war damit natürlich ein Exote, denn die Konkurrenz fuhr zeitgenössische Autos wie den Volkswagen Käfer, den Opel Kapitän, den Auto Union 1000 oder den Porsche 356. Ein weiterer Exote (allerdings mit deutlich jüngerem Baujahr) wurde auf der 400 km langen Winterfahrt auch noch gesichtet, nämlich ein Citroën Sahara mit zwei Motoren, der die Sportwagenkategorie (!) gewann.

Von 85 Wagen kamen nur 50 ins Ziel, der Austro Daimler gehörte nicht dazu, wie die Automobil Revue in der Nummer 9/1961 berichtete

Tags:



Zahlen sich Designexperimente aus?

Bruno von Rotz - 23.10.2014

Citroen DS 1971

In der Geschichte des Automobils gab es immer wieder Versuche, das Auto neu zu erfinden oder zumindest designmässig neue Wege zu gehen. 

AMC Pacer 1975

Es entstanden dabei besondere Fahrzeuge wie der Citroën DS, der Porsche 928, der Edsel, der AMC Pacer, der Fiat Multipla oder der Renault Avantime. 

Fiat Multipla 1999

Typischerweise führten natürlich genau diese Autos zu grossen Kontroversen. Die einen mochten sie, die anderen hassten sie, aber kaum jemand blieb gleichgültig. 

Und damit sicherten sich die meisten dieser "Ungewöhnlichen" auch ihren Platz im Klassikerhimmel, einige müssen vielleicht noch entdeckt werden. Zumindest langfristig jedenfalls scheinen sich Designexperimente auszuzahlen ...

Renault Avantime 2001

Tags: Design, Citroen



Klassikerperlen der Zukunft - Porsche 968

Bruno von Rotz - 22.10.2014

Porsche 968 CS 1993 (© Porsche AG)

Der Porsche 968 trat 1991 die Nachfolge des 944 S2 an, als die Nachfrage nach dem Vorgänger ernsthafte Dellen zeigte. Harm Lagaay verantwortete das Redesign, das den Vierzylinder-Porsche optisch näher an die Modelle 964 und 928 brachte. Einige Designelemente nahmen sogar Ideen des späteren 993 vorweg.

Porsche 968 Coupé 1993 (© Porsche AG)

Technisch entsprach der Transaxle-968 weitgehend seinem Vorgänger, der Motor wurde aber auf 240 PS leistungsgesteigert  und an ein Sechsganggetriebe gekoppelt. Das Interieur wurde fast komplett vom 944 S2 übernommen.

Um der sportlichen Kundschaft noch ein weiteres Schmankerl zu offerieren, wurde 1993 die Clubsport-Variante 968 CS (Bild oben) nachgereicht. Dank Verzicht auf Komfortmerkmale konnten 50 kg eingespart werden. Das Fahrwerk wurde tiefer gelegt und mit 17- statt 16-Zoll-Rädern ausgerüstet. Und natürlich konnte man sich noch weitere Goodies beim Porsche-Händler bestellen.

Mit 1538 gebauten Exemplaren liegt der 968 CS nahe an der Produktionszahl des 911 Carrera RS 2.7. Ein gutes Omen? Eine grosse Fangemeinde ist dem Wagen jedenfalls sicher.

Porsche 968 Cabriolet 1992 (© Porsche AG)

Über alle fünf Jahre Bauzeit wurden knapp über 11’000 Porsche 968 aller Varianten, es gab auch ein Cabriolet, produziert. Somit dürfte jedes der 968-Modelle vergleichsweise selten sein und zum Klassiker reifen, die Clubsport-Variante hat diesen Status schon heute.

Alle Beiträge der "Klassikerperlen"-Serie sind in einem eigenen Themenkanal übersichtlich zusammengeführt.

Tags: Klassikerperlen der Zukunft, Sportwagen, Frontmotor, Transaxle



Hinter einem Tor in einer Seitenstrasse

Roland Hubschmid - 21.10.2014

Klassiker in Lissabon

Auf einer Städtetour nach Lissabon lasse ich es mir als grosser Oldtimerfan nicht nehmen, auch einmal in Gassen und Ecken genauer hinzuschauen. Besonders alte, kleine Garagen haben es mir angetan. So habe ich in einer Seitenstrasse ein offenes Tor entdeckt und den dunklen Raum etwas genauer betrachten.

Ein grosses, dunkles Gewölbe tat sich dahinter auf. Meine Augen mussten sich zuerst an die Dunkelheit gewöhnen. Da entdeckte ich diesen schönen Oldtimer, aufgebockt in dieser sagenhaften Kulisse. Beim genauerem Hinsehen fand ich auch die dazugehörige Werkbank. Ich fühlte mich um Jahre zurückversetzt und zückte meine Digitalkamera, um die Szenerie für die Nachwelt festzuhalten.  Die Bilder sprechen für sich selber.

Komplettes Werkzeug in der Garage in Lissabon

Im Betrieb wird auch heute noch gearbeitet. Selbst ein Wagen mit Hamburger Kennzeichen wird hier betreut.

Garage im alten Gemäuer in Lissabon (© Roland Hubschmid)

Etwas genauer hinsehen macht Spass und ergibt schöne Urlaubserinnerungen.

Übrigens, weitere "Bilder (fast) ohne Worte" gibt es in unserem beliebten Themenkanal.

Tags: Bilder (fast) ohne Worte, Wartung, Unterhalt, Garage



Gedrucktes bleibt geschätzt - das lange Leben der Oldtimer-Magazine

Bruno von Rotz - 20.10.2014

Poll 18 - Zeitschriften

Überall liest man, dass das Internet der Zeitschriften Tod sei, sogar altehrwürdige Zeitungen und Magazine machen den Laden dicht und publizieren ihre Geschichten nur noch online.

Doch es gibt Ausnahmen und diese wurden in der letzten “ Frage der Woche ” auf Zwischengas erhärtet. Der gedruckten Oldtimer-Zeitschrift ist ein langes Leben beschieden, zumindest sehen dies die Zwischengas-Leser so.

60% glauben nämlich, dass es immer eine Berechtigung für gedruckte Seiten rund um den Oldtimer geben wird. 32% sehen das Ende der gedruckten Oldtimer-Zeitschrift in 15 bis 25 Jahren und gerade einmal 7% denken, dass es schon in fünf bis zehn Jahren vorbei sein könnte mit Oldtimer-Zeitschriften.

Poll 18 - Ergebnis - Ende der Zeitschriften

In zehn Jahren spätestens werden wir das Thema also wieder aufnehmen. Bis dahin können die Zwischengas-Leser aber bereits wieder bei der nächsten “Frage der Woche” teilnehmen. Diesmal wollen wir wissen, wer selber am Oldtimer schraubt und wer die Arbeiten anderen überlässt.

Tags: Frage der Woche, Zeitschriften



Arme Schweizer

Bruno von Rotz - 19.10.2014

Autorennen vor 50 Jahren

Nun, natürlich gelten die Schweizer nicht als armes Volk. Wenn es aber um den historischen Rennsport geht, dann sind sie schon etwas “arm dran”. Einerseits fehlen Rundstrecken, andererseits gibt es kaum Bergrennen, die eine rennsportliche Zeitmessung für historische Fahrzeuge anbieten. Für die wenigen Veranstaltungen, die im eigenen Land aber stattfinden, muss der Schweizer dann in kompletter “Montur” antreten, will heissen mit einem Wagen mit gültigem FIA-HTP und mit einer internationalen historischen Rennlizenz. Dies geht ins Geld. Und ist aufwändig. Und nicht einmal immer möglich.

Wer zum Beispiel mit einem Fahrzeug Rennen fahren möchte, das über keine historische Homologation verfügt, der muss nachweisen können, dass dieser Wagentyp in derselben Konfiguration an mindestens national bedeutungsvollen Rennen teilgenommen hat. Dieser Beweis kann manchmal sehr schwierig zu führen sein und falls nicht erfolgreich mit der Nicht-Akzeptanz des Wagens aus Sicht der FIA und der nationalen Sportbehörde (Auto Schweiz) enden. Eine Alternative zum FIA-HTP wie zum Beispiel in Grossbritannien, Australien oder den USA gibt es nicht. Selbst Deutschland, also der DMSB, überlegt sich jetzt, nationale Fahrzeugpässe einzuführen, die nicht nur einfacher zu beantragen sind, sondern auch, anders als der FIA HTP, zeitlich unbeschränkt gültig sein sollen.

Ein FIA-HTP kostet pro Jahr (bei zehnjähriger Gültigkeit und obligatorischer Verlängerung nach fünf Jahren) locker einmal CHF 150 bis 200 pro Jahr, die Fahrerlizenz und deren Verlängerung noch deutlich mehr. Dies wird den Schweizer Rennfahrer zwar nicht am Hungertuch nagen lassen, aber ein bisschen ärmer wird er damit schon.

Tags: Historischer Rennsport, FIA, FIA HTP, Lizenz, Wagenpass



Es muss nicht immer ein Geländewagen sein ...

Bruno von Rotz - 18.10.2014

Ford Mustang mit Wohnwagen

Kraft genug müsste der Ford Mustang eigentlich gehabt haben, um den mächtigen Wohnwagen zu ziehen. Heutzutage sind es meist SUVs und vierradangetriebene Kombis, die man mit Anhängerkupplung ausrüstet.

Das Bild entstand vor über 40 Jahren und der Mustang ist gewiss nicht das einzige ungewöhnliche Zugfahrzeug, weiss man doch auch von Vorkriegs-Bentley und italienischen “Heissblütern”, die als Zugfahrzeug verwendet wurden.

Übrigens, weitere "Bilder (fast) ohne Worte" gibt es in unserem beliebten Themenkanal.

Tags: Bilder (fast) ohne Worte, Wohnwagen, Anhänger



Mini wie ein Mini?

Bruno von Rotz - 17.10.2014

Grössenvergleich Ur-Mini und moderner (BMW-) Mini (© BMW AG)

So deutlich sieht man es selten, das Grössenwachstum moderner Autos.

Aber wenn ein (Ur-) Austin Mini direkt neben einem modernen (BMW) Mini steht, dann wird er fast wie ein Spielzeug. Dass der englische Klassiker dabei vier Leuten Unterschlupf gab und sogar noch etwas Raum für Gepäck übrig liess, kann man fast nicht glauben. Dass bei 3,054 Metern Länge und 1,397 Metern Breite nicht mehr viel Platz für Knautschzonen und Seitenaufprallschutzvorrichtungen blieb wie beim modernen Mini schon eher. Aus 617 kg Leergewicht wurden rund 1,1 Tonen, aber ein Ur-Mini hatte ja auch weder Klimanlage, noch Navigationssystem oder eine Airbagsammlung.

Vergessen geht übrigens bei den meisten Mini-Generationenvergleichen, dass es zwischen dem Ur-Mini und dem BMW-Mini ja auch noch den Mini Metro mit rund 730 kg Leergewicht und gewachsenen Dimensionen gab. Und von dem gab es die Rallye-Version MG Metro 6R4 mit über 400 PS und Allrad-Antrieb. Da müsste sich der moderne Mini trotz Turbolader warm anziehen ...

MG Metro 6R4 1986 (© Petra Sagnak)

Tags: Bilder (fast) ohne Worte, Grössenwachstum, Sicherheit, Kleinwagen



Das Starten eines Wagens mit Ki-gas-Pumpe (Kigass)

Bruno von Rotz - 16.10.2014

Ki-Gas-Pumpe (Kigass)

Die meisten von uns kennen die Starthilfe “Choke”, bei der mittels Zughebel die Luftzufuhr im Vergaser reduziert und das Gemisch damit überfettet wird. Dies erleichtert das Anlassen des Motors.

Eine noch extremere Version der Starthilfe ist die Ki-gas-Pumpe. Man findet diese Vorrichtung unter anderem an Vorkriegsfahrzeugen bei Motoren mit Kompressoren.

Der Weg vom Vergaser bis zum Brennraum ist wegen des dazwischen liegenden Kompressors so lange, dass ein normales Starten des kalten Motors fast unmöglich wird.

Ki-Gas-Pumpe mit ausgezogenem Hebel

Mit der Ki-gas-Pumpe (im Bild oben ist der Hebel vor dem Pumpvorgang herausgezogen) kann von Hand Benzin, das manchmal gar aus einem eigenen Tank stammt, über eigene Leitungen und Düsen (im nachfolgenden Bild unten zu sehen) direkt in den Ansaugtrakt gesprüht werden, wobei der Kompressor und der Vergaser umgangen werden.

Separate Benzinzuleitungen mit Düsen für die Ki-Gas-Pumpe (Kigass)

Auf diese Weise wird der Kaltstart erleichtert. Ki-gas-Pumpen sind auch bei Traktoren und bei Flugzeugen zu finden und eben auch an alten Rennwagen.

Ki-Gas-Pumpe - nach Pumpvorgang ist der Hebel eingezogen

Das Handpumpen sieht ziemlich archaisch aus im Zeitalter von mikroprozessorgesteuerten Direkteinspritzungen, aber es funktioniert.

Tags: Ki-Gas, Starthilfe, Technik, Vorkriegsfahrzeug


Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

Für weitere Einträge verwenden Sie deshalb bitte die Navigation oben links.