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Pantheon Gotthard Ausstellung2016:

Es geht los, an der Ennstal-Classic 2016

Daniel Reinhard - 28.07.2016

Ennstal-Classic 2016 - Jagura XK beim Trainieren (© Daniel Reinhard)

Heute um genau 7:15 startet die Ennstal-Classic zum 24. Mal in seiner Geschichte. Erstmals ohne Nachtetappen, dafür beginnt sie um Stunden früher als bisher gewohnt.

Ennstal-Classic 2016 - Startnummer kleben (© Daniel Reinhard)

Nachdem die Autos die technische Abnahme erfolgreich hinter sich gelassen haben, wurden sie noch mit den Startnummern beklebt, dann …

Ennstal-Classic 2016 - Hund verabschieden (© Daniel Reinhard)

… musste noch der Hund verabschiedet werden und schon ging es los zu den Testfahrten.

Ennstal-Classic 2016 - Treffen beim Trainieren am Stoderzinken (© Daniel Reinhard)

Zum Stoderzinken, der 13 km langen Bergprüfung wurde rauf, runter und wieder rauf, geübt und trainiert.

Ennstal-Classic 2016 - AC Ace (© Daniel Reinhard)

Einzig Peter Kraus („Am besten gefällt mir, dass mich die Ennstal Classic immer noch so begeistert, obwohl ich schon so oft mitgefahren bin. Sie ist eine der härtesten Rallyes überhaupt.“ ) nahm`s auf die gemütliche Tour und fuhr allein und ganz ohne Stress mit seinem AC zur Rosemi-Alm-Hütte zum Mittagessen.

Zum Thema AC wäre noch zu sagen, dass der AC/DC-Sänger Brian Johnson („Es sind die freundlichen Menschen hier, die mich schon vor dem Start sehr faszinieren. Ich würde gerne jedes Jahr bei der Ennstal Classic mit dabei sein. Und es sind die Fahrer, die bereit sind, ihre legendären Autos wirklich zu pilotieren, anstatt sie in der Garage stehen zu lassen.“)  mit seiner Gattin Brenda in einem Alfa Romeo GTA an den Start geht.

Neel Jani, Mark Webber und Hans Joachim Stuck („Die Ennstal-Classic zählt zu den drei schönsten und besten Oldtimer-Veranstaltungen. Ich freue mich, dass es auch in diesem Jahr dabei sein kann – und das, obwohl das Formel 1-Rennen auf dem Hockenheimring am selben Wochenende stattfindet. Jean Todt war nicht begeistert, aber er hat es verstanden.“ ) sind ebenfalls mit von der Partie und fahren je einen historischen Zuffenhausener.

Ein Vielfach-Starter an der Ennstal-Classic ist zudem auch Stirling Moss („Die Liebenswürdigkeit der Menschen und die traumhafte Landschaft hier in der Steiermark sind Grund genug für mich, jedes Jahr wieder zu kommen. Für uns ist es ein wunderbarer Urlaub unter Freunden.“ ).

Da kann man ja allen Teilnehmern und den Organisatoren nur noch “toi toi toi” wünschen!

Wir sind vor Ort und live dabei, natürlich werden wir in aller Breite über die Ennstal berichten.

Tags: Rallye, Vorbereitung, Prominenz

 

Kommt jetzt die Oldtimerschwemme?

Bruno von Rotz - 27.07.2016

Warteschlange bei der Fähre Konstanz-Meersburg im Jahr 1955

Die Statistiken scheinen es vorauszusagen. Es droht eine wahre Oldtimerschwemme. Nicht nur steigt das Durchschnittsalter der Autos auf deutschen Strassen seit Jahren an und hat inzwischen bereits 9,2 Jahre erreicht, auch der Bestand an H-Kennzeichen nimmt mit grossen Schritten zu, 2015 waren es bereits 388’120, während ein Jahr zuvor noch 349’633 gezählt wurden (Quelle VDA).

Für die Vorhersage zukünftiger Oldtimerbestände aber noch wichtiger ist eine Statistik, welche die Autos ausweist, die ein Alter von mehr als 15 Jahren haben, also im Prinzip in 15 Jahren zum Oldtimer werden. Sage und schreibe 7’861’499 Autos auf deutschen Strassen gehören nämlich in diese Kategorie, 2014 waren es noch 7’395’389, im Jahr 2007 4’223’515. Leider zeigt die Statistik die früheren Jahre nicht, aber man kann davon ausgehen, dass es 1992 wohl über zwei Millionen waren.

Und offenbar haben es von diesen zwei Millionen “nur” knapp 40’000 geschafft, tatsächlich weitere 15 Jahre zu überleben und dann zum Oldtimer mit H-Kennzeichen zu werden.

Soviel anders wird dies vermutlich auch im Jahr 2030 nicht sein, wenn dann die heutigen 15-Jährigen eigentlich das Oldtimeralter erreichen werden. Eine wirkliche Oldtimerschwemme ist also nicht zu befürchten.

Das Bild oben zeigt übrigens keine Oldtimer, sondern Gebrauchsfahrzeuge im Jahr 1955 beim Schlangestehen an der Fähre Konstanz-Meeresburg . Man kann davon ausgehen, dass von all den abgebildeten Fahrzeugen, der VW Käfer dominierte schon damals, es höchstens eines oder zwei Autos in die Neuzeit schafften.

Tags: Oldtimerbestand, Statistik, Wachstumsvorhersage

 

Immer wieder Zwischengas

Bruno von Rotz - 26.07.2016

Pedale des Alfa Romeo 6C 1750 GS Zagato von 1930 (© Daniel Reinhard)

In der Urzeit des Automobils war das Schalten eines Automobil-Getriebes mit Zwischenkuppeln und Zwischengas selbstverständlich, Synchronringe waren noch nicht erfunden, die Getriebe meist gerade verzahnt.

Pedale des Chenard et Walcker T3 von 1924

1928 führte Cadillac das erste Synchrongetriebe ein, für viele Autofahrer aber sollte es noch weit in die Sechzigerjahre üblich sein, die Gänge (und vornehmlich den ersten Gang) mit Zwischengas einzulegen.

In den Siebzigerjahre war dies mit schräg verzahnten Getrieben und wirksamen Sychnronisationsmechanismen dann endgültig passé und nur noch Sportfahrer, die das Getriebe schonen wollten und das beim herunterschalten schädliche Schleppmodell auf der Antriebsachse vermindern wollten, oder die Piloten von Rennwagen, die weiterhin auf gerade verzahnte und unsychnronisierte Getriebe zurückgriffen, gaben die nötige Dosis Zwischengas.

Pedale des Austin Seven Special von 1930

Und dann kamen die automatisierten Schaltgetriebe und die Wandlerautomatik sowie das Dopplungskupplungsschaltgetriebe begannen sich durchzusetzen und das herkömmliche von Hand geschaltete Getriebe zu verdrängen. Gleichzeitig ermöglichte die Elektronik neue Annehmlichkeiten, eine davon war das automatische Zwischengasgeben beim Herunterschalten, selbst bei der Wandlerautomatik, wo es technisch nur wenig Sinn macht. Aber so kam zumindest akustisch das gute, alte Zwischengas zurück und ist bis heute bei vielen Supersportwagen - wenigstens im Sportmodus - geblieben.

Pedale des Renault 4 CV von 1957

Oldtimerfahrer aber müssen natürlich auch heute noch gepflegtes Zwischengasgeben praktizieren, wenn sie im Vorkriegsauto oder im noch nicht komplett synchronisierten Nachkriegsklassiker unterwegs sind. Und schliesslich kann damit auch schwachen Synchronisationsmechanismen das Leben erleichtert werden.

Tags: Innovationen/Entwicklungen, Fahrzeugtechnik, Fahrtechnik, Fahrweise

 

International Harvester - Rarität auf Kontaktsuche

Thomas Andreef - 25.07.2016

International Harvester IHC L110 von 1952

Seit August 2015 bin ich Besitzer des (International Harvester) IHC L110 von 1952, mit einem Reihen-Sechszylinder mit 3,9 Litern Hubraum.

Vor rund zwei Jahren schon hatte ich ein ähnliches Modell schon bei einem Händler in der Nähe gesehen, dieses war jedoch in einem schlechten und nicht mehr originalen Zustand.

Per Zufall bin ich dann etwas später auf einen weiteren International Harvester der L-Serie gestoßen und habe ihn gekauft, weil er mir von seiner Präsenz her sehr gefiel. Die Optik find ich immer noch Klasse, an der Technik arbeite ich noch.
Meine Versuche weitere IHC-Besitzer dieser Baureihe zu finden, waren bisher erfolglos. Bin ich der ‚einzige’, der hierzulande solch ein Fahrzeug fährt?

International Harvester IHC L110 von 1952

Anmerkung Redaktion: Gerne leiten wir Kontakte an Herrn Andreef weiter.

Tags: Markenkollegen gesucht

 

Diesel und Zweitakt-Fahrzeuge als Oldtimer ungefährdet

Bruno von Rotz - 24.07.2016

Poll 63 - Diesel- und Zweitaktautos gefährdet?

Die aktuelle Stimmung verheisst wenig Gutes für den Diesel-Personenwagen, nicht zuletzt ausgelöst durch den Diesel-Skandal um Volkswagen. Deutsche Städte überlegen sich sogar, den Diesel teilweise auszusperren, da fragt man sich, wie sich solche Tendenzen auf den Diesel-Oldtimer auswirken.

Wir erkundigten uns bei den Lesern in einer Frage der Woche nach ihrer Einschätzung, ob Diesel-Fahrzeuge und in derem Sog eventuell auch Zweitaktfahrzeuge im Ansehen sinken und zu weniger beliebten Oldtimern (und Youngtimern) werden?

Die befragten Leser sind sich weitgehend einig darin, dass sich aktuelle Probleme nur marginal auf die Popularität der Zweitakter- und Diesel-Fahrzeuge als Oldtimer auswirken wird, 71% entschieden so.

Immerhin 19% aber gehen davon aus, dass vor allem die Diesel- und Zweitakt-Massenfahrzeuge verschwinden werden, und dass nur aussergewöhnliche Raritäten überleben werden.

Nur gerade 5% aber sehen die Diesel- und Zweitakt-Oldtimer aber grundsätzlich gefährdet.

Hier die Ergebnisse noch im einzelnen:

Poll 63 - Auflösung - Diesel- und Zweitaktfahrzeuge gefährdet?

Bereits haben wir die nächste Frage der Woche gestellt, dieses Mal geht es darum, ab welcher Distanz Oldtimer-Fahrer ihren Klassiker auf einen Anhänger/Transporter oder Reisezug verladen.

Die Ergebnisse der bisherigen Fragen der Woche können alle in einem eigens eingerichteten Themenkanal nachgelesen werden.

Tags: Frage der Woche, Diesel, Zweitakt, Umweltzonen, Umweltschutz, Gesetz, Aussperrung

 

Gilt das neue Kulturgutschutzrecht auch für Oldtimer und wie wirkt es sich aus?

Martin Schröder - 23.07.2016

Isotta Fraschini 8A von 1929 im Museum von Turin (© Daniel Reinhard)

Nachdem kurz vor der Sommerpause am 23. Juni 2016 das „Gesetz zur Neuregelung des Kulturgutschutzrechts“ vom Bundesrat angenommen wurde und damit rechtsgültig geworden ist, gab es einen Aufschrei in der Kunstwelt und im internationalen Kunsthandel. Georg Baselitz zieht seine Leihgaben aus dem Dresdner Albertinum, der Pinacothek der Moderne und den Kunstsammlungen Chemnitz ab. Deutschlands höchst gehandelter Maler Gerhard Richter will es ihm gleichtun. Sie und viele andere Künstler befürchten ein Austrocknen des internationalen Kunsthandels.

In der Folge kam schnell die Frage auf, ob und inwieweit das auch den Bereich der Sammlerwagen und den ebenfalls internationalen Oldtimer- Handel betrifft.

Werfen wir einen Blick in den Gesetzestext: Kulturgut in Sinne dieses Gesetztes ist „ Jede bewegliche Sache oder Sachgesamtheit von künstlerischem, geschichtlichem oder archäologischen Wert oder aus anderen Bereichen des kulturellen Erbes [ ... ]“
Als im Jahr 2013 Fangios Mercedes Grand Prix Wagen W 196 in Goodwood für 22,7 Mio Euro versteigert wurde, prophezeite die internationale Presse, dass das Automobil nun dabei sei, von der Wertigkeit in den Kunstbereich zu gelangen. Man könnte den W 196 also durchaus als „Sache von künstlerischem Wert“ bezeichnen.

Mercedes-Benz W196 von 1954 (© Bonhams)

Nun unterscheidet die Kunstdefinition seit Kurt Schwitters‘ „Typografie kann unter Umständen Kunst sein“ (1924) zwischen „freier“ und „angewandter Kunst“. Das Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 09. Dezember 2010 (Az.17 O304/10) beispielsweise erklärt die Karosserieform des 300 SL Coupés (Flügeltürer) zur „angewandten Kunst“ (S. 18). In Anlehnung an Schwitters könnte man also auch sagen: Ein Automobil kann unter Umständen Kunst sein.

Mercedes-Benz 300 SL

Unter die Definition „Bewegliche Sache von geschichtlichem Wert“ würde Carl Benz‘ Velociped von 1886 fallen, so eins überlebt hätte, was bekanntlich nicht der Fall ist.

Hinzu kommen die Meldungen, dass die FIVA etwas Ähnliches vorhat wie die HVA (Historic Vehicle Association) in USA, die Automobile nach bestimmten Kriterien in das „National Historic Vehicle Register“ aufnimmt, also den Status „Kulturgut“ verleiht.

Schließlich wird in der Presse vom „Parlamentskreis Automobiles Kulturgut“ berichtet, der das Automobil bei der UNESCO als Kulturgut registrieren lassen möchte. In der Tat viel der Worte Kunst und Kultur im Zusammenhang mit Automobil.

Da kam es gelegen, dass der Autor dieser Zeilen wenige Tage nach der Verabschiedung des Kulturgutschutzgesetzes mit dem Leiter des Parlamentskreises, dem Bundestagsabgeordneten Carsten Müller ein klärendes Gespräch führen konnte.

Die Ausführungen von Carsten Müller zusammengefasst sagen aus, dass die Gesetzesnovelle drei bestehende Regelungen zusammenfasst. Eine Einstufung als „National wertvolles Kulturgut“ und die Eintragung in die vom Gesetz geforderte Liste erfolgt nur, wenn ein Sachverständigengremium [ ... ] zu dem Schluss kommt, dass es sich um ein national wertvolles Objekt handelt. Automobile befinden sich nicht in dieser Liste. Weitere Definition des Gesetzgebers ist ein Wert von mehr als 100.000 €, was bei vielen Sammlerwagen zutrifft, und ein Alter von mehr als 150 Jahren, was erst 2036 zutreffen wird.

Benz Patentmotorwagen von 1886 (© Daniel Reinhard)

Zitat Müller: „Wegen des überarbeiteten Kulturgutschutzgesetzes besteht für die Besitzer historischer Fahrzeuge keinerlei Anlass zur Sorge. [ ... ] Wir sind weit entfernt von einem immer wieder einmal kolportierten Ausfuhrverbot oder gar Enteignungen.“

Im Zusammenhang mit der UNESCO Initiative stellt Herr Müller klar, dass es sich hier um die Anerkennung des Automobils als „Immaterielles Kulturerbe“ handelt, keineswegs um die Definition für ein physisch bestehendes Automobil. Immaterielles Kulturerbe in Deutschland sind beispielsweise die Passionsspiele Oberammergau, das Niederdeutsche Theater oder die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht.

Die Altauto-Szene kann also beruhigt sein, sich weiterhin ihrem Hobby widmen, über eine Baumallee fahren und Janis Joplins „Mercedes-Benz“ im Autoradio lauschen ... gleichzeitig aber auch einen Facel Vega aus Frankreich kaufen oder einen SSK in eine Auktion in Goodwood geben.

Tags: Kulturgut, Gesetz, Regeln, Importverbot, Import, Umfeld

 

Das Gegenteil von Downsizing

Bruno von Rotz - 22.07.2016

Motor des Mercedes-Benz 600 SL von 1992

In den Achtziger- und Neunzigerjahren war Downsizing noch kein Thema, im Gegenteil. Die grossen Autobauer übertrumpften sich gegenseitig bezüglich Motorengrösse und Anzahl Zylinder. Ein V12 gehörte auf jeden Fall zum guten Ton.

Mercedes-Benz bot ihn in der S-Klasse und im 600 SL , BMW in der Siebner-Limousine und im 850i .

Motor des BMW 850i von 1990

Klassische Saugmotoren waren dies mit richtig viel Hubraum, grosszügigem Drehmoment und sanftem Lauf. Halt richtige Luxusmotorisierungen.

Sie waren das pure Gegenteil des aktuellen Downsizing-Trends, im Rahmen dessen sogar Vierzylindermotoren in Luxuslimousinen nicht mehr auszuschliessen sind. Dank Turboaufladung und gegebenfalls Hybridisierung bleibt zwar die Leistungsentfaltung nicht auf der Strecke, aber die Laufkultur der Zwölfzylinder bliebt halt unerreicht. 


V12-Zeichen auf der Flanke des Mercedes-Benz 600 SL

Und wie selbst ein hochrangiger BMW-Techniker letzthin sagte, ist das extreme Downsizing mit Turbomotoren eigentlich nur den aktuellen Emissionsvorschriften geschuldet, die halt im Messzyklus einen hohen Teillast-Anteil zulassen.

Würden Normen und Messmethoden grundsätzlich ändern, müssten man bezüglich Motorentechnologien komplett über die Bücher …

Tags: Fahrzeugkonzeption, Hubraum, Zwölfzylindermotoren, Sportwagen, Marketing

 

Es war einmal das Bremslicht

Bruno von Rotz - 21.07.2016

Leuchtende Bremslichter beim Citroën ID

Für lange Jahre leuchteten hinten an einem Auto zwei (oder teilweise auch drei, respektive vier) Lämpchen, wenn der Fahrer auf die Bremse trat. Ausgelöst wurde das Aufleuchten durch den Pedaldruck oder die Bremshydraulik.

Geleuchtet wurde meist unabhängig von der Bremskraft, es reichte im Prinzip, das Pedal zu berühren.

Heute werden Bremsleuchten häufig von der Fahrzeugelektronik angesteuert, das Bremssignal geht dabei via Steuergerät und CAN-Bus zur Leuchte.

Allerdings geht es heutzutage nicht mehr um reine vom Fahrer ausgelöste Bremsimpulse. Durch das Aufkommen von Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie selbstfahrenden/-bremsenden Autos (Tempomat, Abstandsregelungs-Tempomat) zeigen “Bremsleuchten” auch an, wenn der Wagen ohne aktive Bremsbetätigung verzögert, sei es, weil rekuperiert wird oder die Geschwindigkeit wegen eines voranfahrenden Fahrzeuges automatisch verzögert werden muss. Dies macht natürlich im Sinne der Verkehrssicherheit viel Sinn, aber mit der früher eingesetzten Bremsleuchte hat dies nur noch wenig zu tun. Genausowenig wie die heftig blinkenden Bremsleuchten moderner Autos bei Vollbremsungen.

Übrigens sollen 1905 die ersten Autos mit Bremslicht aufgetaucht sein, vorher (und auch nachher) wurde die geplante Verzögerung mit Handzeichen angezeigt. Es sollte noch viele Jahre dauern, bis Bremsleuchten zum Standard wurden. 1928 verlangten etwa nur 11 Staaten der USA Bremsleuchten. Allerdings wurden diese meist durch den Fahrer “von Hand” in Betrieb gesetzt und nicht durch den Pedaldruck. Und die dritte Bremsleuchte geht wohl auf den Psychologen John Voevodsky zurück, der 1974 Versuche mit Taxis in San Francisco machte.

Tags: Innovationen/Entwicklungen, Erfindungen, Technik, Fahrsicherheit

 

Das Auto ist dumm

Bruno von Rotz - 20.07.2016

Cockpit der Zukunft im Jahr 1986

Es war vor exakt 30 Jahren, als die ADAC Motorwelt einen Bericht zum Auto der Zukunft publizierte. Im Rahmen des Berichts sprachen die Redakteure auch mit dem Professor für angewandte Informatik an der Universität Bremen, Dr. Klaus Haefner, der damals 50 Jahre alt war. Und jener wagte eine ziemlich mutige Prognose, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten:

“An mehr Sicherheit denkt Professor Klaus Haefner beim Stichwort Auto 2000: Die vielen Toten und Verletzten sind ihm ein zu hoher Preis für die Mobilität. Seine These: Das Auto von heute ist dumm, der Mensch als Fahrzeugführer unzuverlässig. Man muß ihn durch einen Computer ersetzen.

Haefner: Flugzeuge starten und landen automatisch, Schiffe fahren weite Strecken mit Autopilot, Raketen werden automatisch ins Ziel gesteuert. Man muß auch aus dem Auto ein wirkliches Auto-Mobil machen.

Nach Haefner sieht das so aus: Der Fahrer steckt als Schlüssel eine elektronische Karte ein und führt mit sei- nem Auto optisch oder akustisch einen Dialog: Wer fährt - Fahrer oder Autopilot? Wenn Autopilot: Wo ist das Ziel? Ort, Straße, Hausnummer? Anschließend kann er sich in seinem Drehsessel räkeln. Das Auto-Mobil findet den Weg allein. Wie?

Ein Rechner wertet eine digital gespeicherte Straßenkarte aus. Mit Satelliten- Navigation und Nachführen der Fahrzeugbewegungen auf der Karte läßt sich ständig der aktuelle Standort be- stimmen. Drei Fernsehkameras erfassen die Verkehrssituation, lesen Schilder und Verkehrszeichen und verhüten Kollisionen. Für den Nahbereich gibt es Ultraschall-Sensoren.

Die »Kabinenbahn ohne Schienen« hat für Haefner nur Vorteile: Sie hält sich strikt an die Verkehrsregeln, trinkt keinen Alkohol, hat keine Schrecksekunde.

Der Mehrpreis würde heute etwa 12’500 DM betragen. Der Professor denkt an 3000 bis 5000: Informationstechnik wird von Jahr zu Jahr billiger. Haefner: »Das Auto-Mobil wäre eine Riesen-Chance für die deutsche Industrie. Wenn wir nur an den Spaß am Fahren denken und nichts tun, werden uns die Japaner und Amerikaner technisch überholen.«”

Erstaunlich, wie nahe Haefner am autonom fahrenden Auto liegt, das nun für die nächsten Jahre angekündigt wird, oder als Tesla Model S oder Wagen anderer Hersteller bereits teilweise auf unseren Strassen herumkurvt.

Wie so oft, war Haefner bezüglich der Zeitachse natürlich deutlich zu optimistisch, denn im Jahr 2000 war man von dieser Vision natürlich noch Jahrzehnte entfernt.

Tags: Vision, Technik, Autonomes Fahren

 

Zurück aus Peking und Paris

Daniel Reinhard - 19.07.2016

Chrysler 70 von 1930 nach der Rallye Peking-Paris (© Daniel Reinhard)

Die Rallye Peking-Paris startete am 12 Juni in China und endete am letzten Sonntag, dem 17. Juli in Frankreich. 36 harte Tage mit 13`695 km lagen dazwischen. Hitze, Nässe, Kälte, Staub und viele Entbehrungen gab es in dieser Zeit zu überwinden.

Chris und Beppi Dillier - nach der Rallye Peking-Paris 2016 (© Daniel Reinhard)

Der Chrysler 70 von 1930 des Innerschweizer Teams von Chris und Beppi Dillier hatte damit kaum Mühe und das Team platzierte sich bei ihrer ersten Teilnahme, ohne auch nur einen einzigen Reifenschaden, hervorragend. Dazu gewann die Chrysler Gruppe, bestehend aus drei Fahrzeugen, den Teampreis.

Chrysler 70 von 1930 nach der Rallye Peking-Paris (© Daniel Reinhard)

Es scheint so, dass die Marke Chrysler das Mass der Dinge für derartige Abenteuer ist, denn auch die plötzliche grosse Öllache unter dem Heck des Autos stammte nicht vom Fahrzeug, sondern vom mitgeführten Ersatzöl-Kanister.  
In Paris anzukommen war den Obwaldnern aber noch nicht genug, so fuhren die beiden gestern Montag auch noch auf Achse die 650 km aus Paris zurück nach Sarnen, wo sie von der Gemeinde und ihren Freunden einen unerwartet festlichen Empfang erleben durften.

Willkommensfeier in Obwalden nach der Rallye Peking-Paris 2016 (© Daniel Reinhard)

Der Kofferraum des Chrysler war nun leer vom Ersatzöl, dafür aber prall gefüllt mit eindrücklichen Erinnerungen. Dieses 36 Seiten dicke Tagebuch werden wir unseren Lesern auf zwischengas.com natürlich nicht vorenthalten.

Ach ja, die Schlussergebnisse seinen hier noch kurz notiert:
Gesamtsieger in der jüngeren Kategorie wurden Mark Pickering und Dave Boddy auf einem Datsun 240Z, bei den älteren Autos vor 1941 siegten Bruce und Harry Washington auf einem Chrysler 75 Roadster, die Brüder Dillier wurden Achte und Dritte in ihrer Gruppe.

Tags: Rallye, Langstreckenfahrt, Abenteuer

 

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