Da war doch noch etwas?
Wie ich in meinem Blog nach Pfingsten 2026 geschrieben habe, war ich am Pfingstsonntag in Mellingen an einem Teilemarkt und Treffen für US-Cars der 1930er- bis 1960er-Jahre. An verschiedenen Ständen gab es mehr oder weniger gut erhaltene Gebrauchtteile, Kleider und anderes. Meistens suche ich bei solchen Gelegenheiten nach irgendwelchen Modellen, seltener auch nach coolen Accessoires für meine Autos. Allerdings waren mir die angebotenen Cola-Kühlboxen zu verwittert und auch zu teuer.
Manchmal fallen mir Dinge auf, selbst wenn ich keinerlei Interesse daran habe. Bei dieser Gelegenheit war dies ein kompletter VW-Treibsatz samt Auspuff mit einzelnem Endrohr und auf dem Vergaser einem tonnenförmigen Luftfilter – offenbar ein Original aus einem VW-Brezelkäfer. Einige Schritte später aber hatte ein Ford V8 Panelvan meine ganze Aufmerksamkeit für sich gewonnen.
Motor in einem frühen Käfer, der Luftfilter mit Trockeneinsatz hat eine Tonnenform, später folgten pilzförmige Ölbadfilter.
Nun, da ich weder einen Volkswagen aus dieser Zeit besitze noch Bedarf für einen solchen Motor hatte, habe ich diesen optischen Reiz in meinem Hirn irgendwo abgelegt und bin weitergeschritten. Nach verschiedenen Begegnungen, einigen Drinks – zu 100 Prozent aus einer klebrigen Limonade bestehend und damit alkoholfrei – und sich langsam abzeichnendem Sonnenbrand stieg ich gegen Abend in mein Auto und fuhr nach Hause.
1952er Standard-Brezel (mit Faltschiebedach!)
Dann, einige Tage später, meldete sich mein guter Freund Claude Schaub von bugbus.net und meinte, nun sei der Motor seines 1952er VW-Standard-Brezels in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Das Ausmass des Schadens ist mir unklar. Aber bei jemandem, der auf der Standspur Lichtmaschinen wechselt und bei sich zu Hause mitten in Zürich quasi auf dem Trottoir (in Deutschland heisst das Gehsteig) die Kupplung seines T1 VW-Busses ersetzt, scheint mir die Botschaft, dass es ihm den Motor "verblasen" habe, schon von einer gewissen Tragweite.
Reparatur auf dem Trottoir mitten in Zürich.
Nun gilt es also, den Anbieter des fraglichen Motors herauszufinden. Der Ort war Mellingen, die Zeit Pfingsten, die begleitenden Umstände ein Ford V8 Panel Van, der in der Nähe des fraglichen Standes parkiert stand. Wer sachdienliche Hinweise hat, darf sich gerne melden!
Ich aber werde mir einmal mehr überlegen, ob es nicht ratsam wäre, bei solchen Gelegenheiten ein Notizbuch mit sich zu führen. Oder eine Mappe mit Visitenkarten. Darin sollte man sich wohl sämtliche Objekte von gewissem Interesse notieren oder sich eine Karte des Anbieters sichern. Gut, manchmal hilft einem bei einer professionell aufgezogenen Messe der Hallenplan mit Ausstellerliste. Doch gerade bei den kleinen Hinterhof- und Wiesenmärkten – dort, wo es noch wirkliche Entdeckungen zu machen gibt, oder auch schaurigen Krempel – sind solche Dinge ein frommer Wunsch. Es ist mir eine Lehre.
Und es scheint ein Murphy-Gesetz zu sein, dass Dinge stets NACH einer entsprechenden Veranstaltung kaputtgehen. Oder ist es doch VOR einer solchen? Denn der 52er Brezel wäre für einen Besuch an Europas grösstem Ur-VW-Treffen in Hessisch Oldendorf vorgesehen gewesen, dem Meeting vom 25. bis 28. Juni – HO26, the 9th International Vintage Volkswagen Show.
















