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Sichere Geldanlage?

Bruno von Rotz - 30.05.2015

Ferrari Daytona 1972 (© Pawel Litwinski - Courtesy RM Auctions)

Immer wieder lesen wir in Fahrzeuginseraten zu Oldtimern “sichere Geldanlage”. Wie sicher sind denn die Euros oder Fränkli, die wir in ein altes Auto investieren? Unserer Investition droht von fünf Seiten Gefahren:

a) Reparaturen und Restaurierungen, die nicht erwartet, aber doch nötig werden, können das Ergebnis vieler Jahre Wertsteigerung in kürzester Zeit zunichte machen, da bekanntlich kaum ein Käufer die vollen Kosten einer Restaurierung oder einer nötigen technischen Reparatur honoriert

b) Autos fallen in Ungnade, sind nicht mehr “en vogue”. Aktuell leiden viele Vorkriegsfahrzeuge unter nachlassender Nachfrage, aber auch englische Klassiker der Fünfziger- und Sechzigerjahre haben teilweise schon bessere Zeiten gesehen. Auch beim sehr beliebten Roadster von Mercedes, dem R107 verlief über die letzten Jahre die Wertentwicklung zumindest in gewissen Märkten nicht linear steigend

c) Konjunkturschwankungen/Rezessionen oder Finanzkrisen können den ganzen Markt nach unten reissen. Das trifft nicht nur die Oldtimer sondern natürlich auch viele andere Sammlerobjekte und manchmal sogar Immobilien, aber die Vergangenheit zeigte, dass gerade Autos mehr leiden als andere Anlageobjekte

d) Veränderungen im Umfled können die Benutzbarkeit, aber auch die Handelbarkeit alter Autos beeinflussen, man denke hier z.B. an Umweltgesetzgebungen oder Fahrteinschränkungen

e) Währungsschwankungen können das Wertgefüge massgeblich ins Wanken bringen.

Bugatti T13 1922 (© Pawel Litwinski - Courtesy Gooding & Company)

Die Reihenfolge der Punkte ist nicht zufällig gewählt, die Risiken, die mit einem Oldtimerkauf als Investition entstehen, sind ziemlich genau in dieser Rangfolge zu gewichten.

Wer an weiteren Gedanken zum Thema Oldtimer-Kauf interessiert ist, findet im Themenkanal "Investition" mehr ...

 

Tags: Investition, Wertsteigerung, Kauf, Besitz, Unterhalt

 

Hamilton und Moss im Mercedes in der Steilwand - die absolut supergeile Nummer

Daniel Reinhard - 29.05.2015

Lewis Hamilton in Mercedes-W196 in der Steilwand von Monza (©Wolfgang Wiilhelm)

“MM” steht hier einmal nicht für Mille Miglia sondern für Mercedes-Benz in Monza. Ein Anlass, der selbst den hochrangigen F1-Journalisten Michael Schmidt (Auto, Motor und Sport) ins Schwärmen brachte. Was war denn da genau los?

Für einmal mehr brachte Mercedes ihre beiden Grand-Prix-Rennwagen aus den Fünfzigerjahren an die Rennstrecke. Nicht auf irgend eine Rennstrecke, sondern in den Parco Nazionale di Monza. Gefahren aber wurde nicht auf der traditionellen GP-Strecke, sondern im Oval durch die beiden frisch renovierten und fast schon zum Weltkulturerbe gehörenden Steilkurven. Die beiden Autos wurden auch nicht von irgend jemanden bewegt, sondern von Sir Stirling Moss und Lewis Hamilton persönlich.

Hamilton und Moss vor der Fahrt durch die Steilwand von Monza (© Wolfgang Wiilhelm)

So beschrieb  F1-Experte Michael Schmidt in "Auto Motor und Sport" unter der Rubrik: "3 Dinge, die uns bewegen" den Ausflug:  "Eigentlich hiess der Auftrag nur: Stirling Moss unterhält sich mit Lewis Hamilton. Die beiden britischen Rennhelden sind dem Ruf der Classic-Abteilung von Mercedes nach Monza gefolgt. Sie sollten zwei W196 von 1955 durch die alte Steilwand fahren. Es blieb nicht beim Fototermin. Hamilton erbettelte sich drei Extrarunden. Fotograf Wolfgang Wilhelm und ich haben uns aussen in der ersten Steilkurve postiert. Fünf Meter über Grund. Es zeigte sich wieder: Rennfahrer können nicht langsam. Hamilton preschte mit Tempo 180 durch das Oval, nur einen Meter von der Leitplanke entfernt. Inklusive Quersteher. Meine Mission war erfüllt. Ich weiss jetzt, wie sich Monza 1955 angefühlt haben muss."

Hamilton und Moss vor der FahrtHamilton und Moss in den Mercedes-Benz W196 Grand-Prix-Wagen in der Steilwand von Monza (© Wolfgang Wiilhelm)

Noch beim GP Monaco schwärmte Michael von Hamiltons Runden im Oval. Ja es war heroisch, es war eine andere Zeit, es muss ein fast überirdisches Erlebnis gewesen sein, alle die fantastischen Frontmotor-Boliden in der Steilkurve zu erleben. Klar fährt heute ein Moss mit seinen 86 Jahren keine 180 mehr, aber immerhin für die Foto- und Filmfahrten sass er im Streamliner. Dass sich aber Lewis Hamilton die Gelegenheit nicht nehmen liess, auch noch eine richtig schnelle Runde draufzusetzen spricht für ihn. Er ist ein absoluter Vollblutrennfahrer, egal wie die vier Räder verpackt sind.

Im "Auto Motor und Sport"-Interview sagt Lewis: "Die Fahrt heute war der Hammer. Zum Schluss bin ich eine schnellere Runde gefahren. Ich habe den W196 mit jeder Faser meines Körpers gespürt. Was macht er, wo will er jetzt hin? Im Vergleich zu meinem aktuellen Mercedes sind die Reaktionen zwar etwas träger, aber du musst jede Sekunde bereit sein. Das Auto hat auf den Betonplatten der Steilwand immer wieder versetzt. Einmal bin ich einen halben Meter nach links Richtung Leitplanke gesprungen. Da hältst du schon mal kurz die Luft an. Als ich dich (Stirling Moss) mit deinem alten Helm und der Rennbrille in der Stromlinie schräg vor mir sah, hatte ich das Gefühl, in einem deiner Rennen von früher mitzufahren. Ich habe dir während der Fahrt zugerufen: "Hey Stirling, wie geil!”.

Fotografisch dokumentiert wurden diese Momente vom bekannten Fotografen Wolfgang Wilhelm, der uns diese einmaligen Fotos hier auch zur Verfügung stellt.

Tags: Dani Reinhards Formel-1-Insights, Formel 1, Rennfahrer, historische Rennwagen, historische Rennstrecken, Steilwand, Fototermin

 

Ist die Hommage gelungen?

Bruno von Rotz - 28.05.2015

BMW 3.0 CSL Hommage 2015 - Heckpartie (© Bruno von Rotz)

Am Concorso d’Eleganza Villa d’Este zeigte BMW (wie jedes Jahr) ein Konzeptfahrzeug, das der eigenen Tradition verbunden ist. 2015 nahm man sich den BMW 3.0 CSL (die Engländer nennen ihn “Batmobile”, das "L" stand für Leicht, der 3.0 CSL basierte auf dem 1968 präsentierten BMW 2.8 CS Coupé) vor, der vor gut 40 Jahren mit Leichtbau und auffälligem Flügelwerk als Basis für den Rennsport diente.

BMW 3.0 CSL von 1974

2015 ist Leichtbau natürlich noch immer ein Thema und so kohlenfaserverstärkte Kunststoffe beim 3.0 CSL Hommage grossflächig zur Anwendung gekommen.

BMW 3.0 CSL Hommage aus dem Jahr 2015 und Original BMW 3.0 CSL der Siebzigerjahre (© BMW AG)

„Der BMW 3.0 CSL ist für uns BMW Designer eine stilistische Ikone. Seine Kombination von Rennsportanleihen und Eleganz schafft eine einnehmende Ästhetik, die noch heute begeistert. Der BMW 3.0 CSL Hommage zitiert viele seiner charakteristischen Merkmale, ohne sie zu kopieren. Manche Parallelen sind nicht sofort offensichtlich. Wir wollten, dass man die Verwandtschaft mehr fühlt als dass man sie sofort sieht.“ liess sich Karim Habib, Leiter BMW Design bei der Pressemitteilung zum Konzeptfahrzeug zitieren.

Heck des BMW 3.0 CSL Hommage aus dem Jahr 2015 (© Bruno von Rotz)

Tatsächlich sieht auch der moderne Nachfahre gut aus, wirkt in den Details allerdings etwas gar verspielt, während sein Vorbild auf Schlichtheit und Funktionalität setzte. Trotzdem, nicht zuletzt auch, weil man nicht zu stark auf Retro-Design gesetzt hat, darf die Hommage als gelungen bezeichnet werden, denn sie ehrt das Original und das lässt sich halt nur schlecht übertreffen.

BMW 3.0 CSL Werks-Renntourenwagen in Spa im Jahr 1973 (© BMW AG)

Optisch orientiert sich die Studie allerdings eher am verbreiterten Renntourenwagen als am schmalen Serienfahrzeug, das BMW zum Vergleich auf Fotos hinstellte.

Publikumsfahrt des BMW 3.0 CSL Hommage am Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2015 (© Bruno von Rotz)

Das beste am BMW Konzeptfahrzeug ist aber, dass es auch fährt und wir hätten also gar nichts dagegen, auch einmal eine Runde damit zu drehen, auch wenn wir natürlich im Herzen Fan des Siebzigerjahre-CSLs bleiben.

Tags: Konzeptfahrzeug, Schönheitskonkurrenz, Zukunft, Visionen, Tradition, Retro Design

 

Wo sind eigentlich die Frauen am Steuer geblieben?

Bruno von Rotz - 27.05.2015

Ferrari 166 M Touring von 1950 (© Bruno von Rotz)

Bei den Recherchen zu einem Bericht über die Schönheitskonkurrenz von Luzern fanden wir heraus, dass 1929 bei fast einem Drittel der Fahrzeuge des Defilees Damen am Lenkrad sassen.

Beim Vorbeipromenieren am Concorso d’Eleganza Villa d’Este am letzten Wochenende aber, war dies anders. Wagen, um Wagen fuhr vorbei und immer sass der Mann am Steuer und die Dame, falls überhaupt vorhanden, sass auf dem Beifahrersitz. Und dies nach Jahrzehnten der Emanzipation.

Alfa Romeo 8C 2300 Zagato von 1932 (© Bruno von Rotz)

Liegt es daran, dass die Autos den Männern so teuer geworden sind, dass sie sie nicht mehr aus der Hand geben wollen?

OM Superba 665 SS MM (© Bruno von Rotz)

Liegt es daran, dass die moderne Frau von heute mit ihren Fahrkünsten der Gegenwart nicht mehr in der Lage ist, die Fahrzeugtechnik von früher zu beherrschen?

Stattliches Mercedes-Benz-Cabriolet am Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2015 (© Bruno von Rotz)

Liegt es daran, dass gerade die Autos, die heutzutage an Concours gezeigt werden, sich besonders beharrlich gegen schlanke Waden und dünne Oberarme wehren?

Osca 1600 GT von Corrado Lopresto mit zwei Damen am Steuer (© Bruno von Rotz)

Auch heute würden doch Frauen hinter dem Steuer für schöne Farbtupfer bei Veranstaltungen sorgen. Corrado Lopresto hatte dies wohl erkannt, denn er vertraute seinen Osca 1600 GT immerhin zwei Damen an anlässlich der Vorbeifahrt an Publikum und Jury.

Tags: Frauen und Autos, Concours d'Elégance, Schönheitskonkurrenz, Villa d'Este, Fahren

 

Rolex oder Apple Watch?

Daniel Reinhard - 26.05.2015

Patrick Tambay und Jackie Stewart mit ihren höchst unterschiedlichen Uhren (© Daniel Reinhard)

Wenn sich zwei Monoposto-Piloten treffen, dann wird auch einmal gescherzt. Der ehemalige französische F1-Pilot Patrick Tambay (in der Formel 1 von 1977 bis 1986, zwei Siege auf Ferrari) foppt ex-F1-Weltmeister Jackie Stewart (1965 bis 1973 in der Formel 1, drei Weltmeister-Titel und 27 Siege auf BRM, Matra und Tyrrell) bezüglich seiner goldenen Rolex.

“Was trägst denn du für eine historische (sprich altmodische) Uhr? Kannst du denn damit telefonieren, oder wenigstens Anrufe entgegennehmen, nur für den Fall, dass ich dich plötzlich mit meiner Apple Watch Sport anrufe und Du Dein Handy nicht aus der Tasche kriegst beim Fahren?”

“Früher war eben alles besser”, entgegnet Stewart lakonisch ...

Ob sich der Dialog genauso zugetragen hat, konnten wir beim Lärm in der Boxengasse allerdings nicht hören, aber wir fanden den Kontrast zwischen den beiden Uhren, die ja doch aus sehr unterschiedlichen Epochen stammen, interessant ...

Tags: Dani Reinhards Formel-1-Insights, Fomrel 1, Uhren, Rennfahrer

 

Gespaltene Oldtimerszene, wenn es um Patina geht ...

Bruno von Rotz - 25.05.2015

Frage der Woche - Patina

Wie soll ein altes Auto aussehen? Verwittert, benutzt, aber weitestgehend original oder neuwertig und so, wie der Wagen das Werk verlassen hat? Die Oldtimermgemeinde scheint, wie es die Antworten zu unserer letzten Frage der Woche “wieviel Patina ist gut für ein Auto” zeigen, gespalten zu sein, wenn es um die Abwägung der verschiedenen Interessen und Ziele geht.

Die Hälfte präferiert unveränderte Originalität, selbst wenn diese mit mattem Lack und  geschundenem Interieur daherkommt. Hier wird also auch starke Patina geschätzt.

Die andere Hälfte wünscht sich alte Autos im Zustand, der seinem Aussehen in Jugendjahren entspricht, zieht als Instandsetzungen und Restaurierungen einer übermässigen Patina vor.

Hier zur Vollständigkeit die Antworten:

Antworten zur Frage der Woche "Patina"

Allerdings kann ein Oldtimerbesitzer nicht ganz frei entscheiden, ob er seinen Wagen nun in Würde altern lassen will oder ob er ihm mit gezielten Eingriffen zu einem neuwagenähnlichen Aussehen verhilft. Zulassungsbehörden und Versicherungen sprechen hier mit, denn da werden eindeutig restaurierte oder auch nach Jahren im unversehrten Ursprungszustand erhaltene Automobile bevorzugt.

Für die neue Frage der Woche wenden wir uns einem ganz anderen Thema zu, denn diesmal geht es um die Verfügbarkeit und die Qualität der Ersatzteile im Markt ....

Und, alle Auflösungen zu unseren Fragen der Woche finden sich hier ...

Tags: Frage der Woche, Patina, Zustand, Restaurierung

 

Der Beliebteste der Eleganten in Cernobbio

Bruno von Rotz - 24.05.2015

Ferrari 166 MM Touring von 1950

Das Volk hat immer Recht, vielleicht. Am Concorso d’Eleganza Villa d’Este wählten die Zuschauer gestern den Ferrari 166 MM Touring von 1950 zum Schönsten und gönnten ihm die Coppa d’Oro. Man soll einem demokratischen Urteil nicht misstrauen.

Der Jury aber dürften bei der Vergabe des “Best of Show” aber noch einige andere aussergewöhnliche Fahrzeuge auffallen, so hoffen wir und nennen gleich einmal zwei weitere Kandidaten, die in die engere Wahl gezogen werden könnten.

Pegaso Cupula Enasa von 1952

Der Pegaso Cupula Enasa von 1952 hat uns mit seinen pfiffigen Detaillösungen und der in Teilen doch recht skurrilen Form, der es aber nicht an Eleganz mangelt, überzeugt.

Fiat 8V Berlinetta Vignale 1954

Und der Fiat 8V mit Vignale-Coupé-Karosserie aus dem Jahr 1954 wirkt elegant und sportlich zugleich, sieht zierlicher aus als er es ist und verwöhnt das Auge mit vielen gut gelungenen Details.

Weitere Kandidaten? Natürlich, zum Beispiel der Lancia Stratos Alitalia von 1976 oder der OM Suberba 665 SSMM mit Castagna-Karosserie von 1931. Natürlich könnte die Liste beliebig fortgesetzt werden.

Wer wirklich “Best of Show” wird/ist, werden wir natürlich in unserem umfangreichen Bericht zum Concorso dokumentieren.

Tags: Veranstaltung, Demokratie, Concours d'Elégance

 

Wenn man seine Oldtimer-Sammlung verschenkt, oder eben nicht

Bruno von Rotz - 23.05.2015

Lancia Stratos Stradale (© Martyn Goddard)

Die meisten dem klassischen Auto verbundenen Väter wären froh, wenn sie einen Sohn hätten, der ihr Interesse teilt. Nicht so Ernst Hrabalek. Er besass vier rare und sehr attraktive Lancia Stratos, darunter der Bertone-Prototyp von 1970 sowie zwei Renn- und Rallye-Autos (wie die Bilder zeigen, © Martyn Goddard).

Lancia Stratos Bertone Prototyp von 1970 (© Martyn Goddard)

Sein Sohn, Chris Hrabalek, war der Glückliche, dem er die vier Autos im Jahr 2000 schenkte oder eben nicht. Jedenfalls ist der Vater heute nicht mehr der Meinung, seinem Sohn die Autos zum Geschenk gemacht zu haben, während sein Sohn weiterhin davon überzeugt ist, die Autos rechtmässig geschenkt erhalten zu haben.

Lancia Stratos Rallye-Version (© Martyn Goddard)

Und weil die beiden Streithähne sich nicht einigen konnten, gingen sie vor Gericht, und zwar nicht nur in einem, sondern gleich in drei Ländern. In Österreich und Deutschland erhielt augenscheinlich der Sohn Recht, in England (vertreten durch die Kanzlei Goodman Derrich LLP, die in der Folge eine Pressemitteilung veröffentlichte) nun der Vater. Womit der Streit noch nicht geschlichtet ist. Und die Anwaltshonorare wohl weiter fliessen müssen. Was bei der Streitsumme im deutlich siebenfachen Euro-Betrag (Schätzung Zwischengas) auch nachzuvollziehen ist.

Lancia Stratos Renn-Version (© Martyn Goddard)

Warum es aber wohl zum unlösbaren Zwist zwischen Vater und Sohn kam?

Jedenfalls ist einem Schenkenden - und diese Lehre kann man aus dem ganzen Schlammassel sicher ziehen- zu empfehlen, sich klar auszudrücken und vielleicht sogar einen einfachen Vertrag zu formulieren, denn dies dürfte deutlich günstiger sein, als spätere Rechtsdispute.

Übrigens ist Chris Hrabalek kein Unbekannter in der Autoszene, denn von ihm stammte auch die Idee, den Stratos wiederzubeleben, was schliesslich dank Unternehmer Michael Stoschek auch gelang, wenn auch der Design-Beitrag von Chris Hrabalek am Ende nicht mehr ganz so umfangreich war, wie ursprünglich geplant.

Tags: Rechtsstreitigkeiten, Oldtimerbesitz, Schenkung, Sportwagen

 

Das Wort zum Zerfall

Daniel Reinhard - 22.05.2015

Citroën Traction Avant von 1953 (© Daniel Reinhard)

In einem Punkt vereint sich doch alles wieder, denn an allem nagt der Zahn der Zeit. Jeder Baum erhält jährlich seinen Ring, Jeder Mensch früher oder später seine grauen Haare und ein paar Falten dazu. Häuser beginnen zu bröckeln, Bilder und Teppiche werden blass, Blumen welken, Leben verendet. So lange wir denken und überliefern, zieht ein unaufhaltsamer Kreislauf seine Runden.

In diesem Kreislauf bewegt sich "leider"  auch unser heiss geliebtes Automobil. Ich glaube aber, es gibt keinen anderer Gegenstand in unserem Leben, der soviel Diskussionsstoff über seinen Zerfall liefert wie das Automobil. Kirchenfresken werden restauriert, um wieder in altem Glanz zu erscheinen. Jahrhunderte alte Gemälde werden mit neuer Farbe übermalt, fehlende Teile werden rekonstruiert oder ergänzt. Kein Kunsthistoriker wird jemals vor einem neu restaurierten Michelangelo stehen und sagen: Der ist nicht mehr echt, der sollte vernichtet werden.

Beim Auto wird jedoch dauernd heiss diskutiert was mit einem "Scheunenfund" gemacht werden soll und darf. Konservieren oder restaurieren? Eigentlich nur Konservieren, denn ein Restaurieren würde Neuteile bedeuten, war wiederum heissen würde, dass das Auto am Schluss nicht mehr so da steht, wie es einmal die Werkshalle verlassen hat. Neues Blech, neuer Block, neue Kolben, frische Bremsen, neuer Lack, frisches Leder usw.  ...

In Paris wurde im Frühjahr die Baillon-Sammlung zu absoluten Höchstpreisen unter den Hammer gebracht. Autos in absolut unreparablem Zustand brachten Millionen. Wer glaubt denn schon, dass alle neuen Besitzer dieses äusserst morbiden Kulturgutes pensionierte Pathologen sind, die sich mit der Zerfallsfrage ihres Autos begnügen. Die Autos kommen mit Sicherheit zurück. schon in wenigen Jahren werden sie irgendwo in neuem Glanz erstrahlen. Sie werden besser dastehen, als sie je die Werkshallen verliessen. Sie werden fahrbarer sein, als sie es je waren und alle Kinderkrankheiten werden schon vor der Jungfernfahrt behoben sein. Überlebt hat vermutlich einzig und allein die Chassis-Nummer, vielleicht noch eine Nadel der Benzinanzeige, oder des Tourenzählers. Ich begrüsse diese Einstellung und freue mich über jedes Auto, welches vor dem endgültigen Tod gerettet wird. 

Panhard Tigre PL 17 von 1964 (© Daniel Reinhard)

Alle Autos, genauso wie jeder Mensch, oder jedes Haus befindet sich in einer stetig anhaltenden Restauration. Das Haus wird frisch gestrichen, der Mensch bekommt neue Zähne, das Auto einen frisch revidierten Motor. Rennwagen gelten dabei als Musterbeispiele. Nach jedem Rennen werden sie für den nächsten Einsatz vorbereitet. Alles, was nicht mehr optimale Zuverlässigkeit garantiert, wird ersetzt. Der Motor wird nach bestimmter Laufzeit überholt. Dazu kommen auch einmal Kaltverformungen, die repariert werden müssen. Je länger ein Auto im Einsatz bleibt, je grösser ist seine Regeneration. Dazu muss man wissen, dass in den 50er, 60er und 70er Jahren ein Rennwagen bis zu zehn und mehr Jahre im aktiven Dienst blieb. Über ein Jahrzehnt kamen auch diverse  technische Weiterentwicklungen dazu, die neu am Einsatzfahrzeug angebracht wurden. Kauft man heute einen Rennwagen mit der ach so geliebten Geschichte, so hat das Fahrzeug auch wirklich Geschichte und ist vermutlich dabei auch zu einem komplett anderen Auto mutiert.

Jim Clark zum Beispiel fuhr seinen eigenen Cortina Lotus  als einziger im Urzustand, alle seine Nachfolger brachten bereits diverse Neuerungen an und mussten wohl auch schon mal Motor und Getriebe wechseln oder revidieren. Kauft man heute das Ex-Auto von Clark, so kann man sicher sein, dass selbst Clark sein eigenes Auto nicht mehr erkennen würde.  Man kann nun das Auto restaurieren und dabei so belassen wie es ist, oder aber zurückbauen zu dem, was es einmal war, doch bei beiden Varianten kommen wieder Neuteile dazu.

Was ich nun damit sagen möchte, ist, dass es eigentlich müssig ist, solche Diskussionen zu führen. Sind wir doch einfach froh, gibt es die Freunde alter Autos, die sie hegen und pflegen, restaurieren und zurückbauen. Sie erhalten damit Kulturgut mit allen Mitteln. Es ist doch wirklich völlig egal,ob nun die Birne der Innenbeleuchtung bereits vor dem Krieg gefertigt wurde oder erst gestern. Wichtig ist doch nur, dass die Auto aus genau jenen Komponenten zusammengebaut wurden, die auch beim Original eingesetzt wurden und nicht mit LED-Licht für die Innenbeleuchtung ausgerüstet werden. Die Grenze wird sicher auch dann massiv überschritten, wenn ein MG TC mit einem V8 Big Block, ein Ford T mit Scheibenbremsen, ein 190 SL mit sequentiellem Getriebe, oder ein 250 GTO mit Lachgas-Einspritzung daherkommt. 

Aber schlussendlich sollte doch jeder an seinem eigenen Fahrzeug seine Freude haben und es auch in freier Wildbahn bewegen dürfen.

Diese ganzen Gedanken kamen mir beim Besuchen der aktuellen Ausstellung zum Thema “Scheunenfunde” im Pantheon Basel , den ich nur empfehlen kann.

Tags: Scheunenfund, Restaurierung, Wiederaufbau, Werterhalt

 

Und noch ein grosser Scheunenfund, diesmal in Texas

Bruno von Rotz - 21.05.2015

Scheunenfund in Texas

Es gibt noch viele Scheunen und ungeöffnete Garagen, da kann man sich sicher sein. Und so kommen auch wiederum interessante Funde zum Vorschein. So zum Beispiel in Texas, wo eine ganze Reihe interessanter Cadillac-Fahrzeuge und Erzeugnisse anderer Marken (wieder-) entdeckt wurden. Die kleine Sammlung soll einem gewissen Jack gehört haben, der ein richtiger Auto-Fan war und bei seinem Umzug nach Texas in den Siebzigerjahren seine Autos mitgenommen haben soll mit der Absicht, sie irgendwann wieder herzurichten und zu nutzen, wozu es wohl nie kam.

Cadillac als Teil des Scheunenfunds von Texas 2015

Auch diese Fahrzeuge kommen jetzt an eine Versteigerung, organisiert von Motostalgia.

Milburn Electric Model 27L Brougham 1923

Speziell interessant ist ein Elektromobil im Stil des Detroit Electric, aber eben von einem Hersteller namens Milburn. GM soll damals diese Firma übernommen haben, nur um einen Konkurrenten aus dem Feld zu räumen.

REO Model G von 1908

Auch interessant der REO Model G von 1908, der wahlweise mit einem Roadster- oder Sedan-Aufbau genutzt werden konnte und damit ein wirklicher “Convertible” war.

Historische Aufnahme des Cadillac Fleetwood V-16 Series 90 von 1938.jpg

Und nicht zu übersehen ist natürlich auch der Cadillac Fleetwood V-16 Series 90 als Imperial Limousine von 1938, die für USD 45’000 bis 65’000 einen neuen Besitzer finden soll.

Alle Autos des Scheunenfund sind auf der Motostalgia-Website zu finden.

Scheunenfund-Interessierten empfehlen wir die aktuelle Sonderschau im Pantheon, das rund zwei Dutzend in Scheunen und anderen Abstellplätzen gefundene Autos von Alfa Romeo über Porsche bis Volvo zeigt.

Tags: Scheunenfund, Versteigerung, Raritäten, Elektromobil

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