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Zwischengas Blog


Das Tagfahrlicht und seine Konsequenzen für Oldtimer- und Youngtimer-Fahrer

Bruno von Rotz - 23.04.2014

Klappscheinwerfer beim Ferrari 365 GTC/4

Seit dem 1. Januar 2014 ist Tagfahrlicht obligatorisch in der Schweiz, seit gestern werden fehlbare Lenker auch gebüsst. Autos ab Jahrgang 1970 müssen also nun ständig mit Licht fahren, mit speziell normiertem Tagfahrlicht oder mit Ablendlicht. Während Frankreich und Deutschland dieses nur empfehlen, hat es Österreich sogar wieder abgeschafft im Jahr 2008.

Tagfahrlicht beim Mitsubishi Sapporo

Oldtimer- und Youngtimerfahrer sind etwas verunsichert und suchen nach Wegen, um die Nachteile dieser neuen Pflicht zu umgehen. So vergisst man etwa bei alten Autos schnell, das Licht einzuschalten, weil keine Automatik hilft. Zudem ist der Mehrverbrauch, der mit 0,2 Liter pro 100 km beziffert wird, ein Dorn im Auge.Auch steigt das Risiko, dass man am Tage vergisst, beim Anhalten das Licht wieder auszumachen.

Klappscheinwerfer beim Porsche 924 Carrera GT

Gross ist der Missmut besonders auch bei Besitzern von Autos mit Klappscheinwerfern. In vielen Fällen sehen sie mit geöffneten Schlafaugen weniger elegant aus und bei ihnen dürfte auch der Mehrverbrauch wegen der beeinträchtigten Aerodynamik deutlich höher ausfallen als im Schnitt.

Klappscheinwerfer beim Lombardi 850 Grand Prix von 1970

So denkt mancher über eine Nachrüstung von möglichst unsichtbar montierten LED-Tagfahrlichtern nach und tappt damit bereits in die nächste Falle. Denn mit der Montage derart modernen Leuchteinheiten werden natürlich die Originalität und damit die Zulassungsfähigkeit als Veteran respektive rollendes Kulturgut gefährdet.

Ob unter dem Strich das Tagfahrlicht wirklich querbeet zur Senkung Unfällen und deren Folgen führt, lässt sich übrigens nicht beweisen. Nebeneffekte auf nun im Vergleich schlechter sichtbare Fussgänger und Fahrradfahrer sowie nicht mehr so stark auffallende Motorräder sind zum Beispiel kaum erforscht ...

Tags: Gesetzgebung, Autofahren, Ausnahmeregelungen, Pflichten, Originalität



Was haben Vinylplatten mit Oldtimern zu tun?

Bruno von Rotz - 22.04.2014

Vinylschallplatte

Nun, im engeren Sinne gibt es natürlich kaum Gemeinsamkeiten zwischen den nostalgisch anmutenden Schallplatten, die mit 30 cm Durchmesser 33 Mal pro Minute von einer Nadel auf dem Drehteller abgetastet wurden und so ein Musiksignal übertrugen.

Tatsächlich gibt es aber trotzdem interessante Gemeinsamkeiten zwischen Schallplatte und Oldtimer.

Die Vinylplatte wird momentan wiederentdeckt, sie wird sogar zum Retter des Schallplattenladens (!) proklamiert, entgegen den ganzen digitalen Download-Trend. Die schwarze Scheibe bietet bezüglich Haptik und Ästhetik dem Musikhörer ähnliches, wie ein Oldtimer dem Autofahrer. So wird ein spezifisches Bedürfnis, nämlich das Konsumieren von Musik, umgeben von einer nostalgischen Aura, erfüllt. Zudem überzeugen Schallplatten-Covers auch visuelle Ansprüche, genauso wie dies automobile Klassiker tun. Und man kann sie sammeln.

Und zudem benötigt eine Schallplatte ja noch über ein Wiedergabegerät, also einen analogen Plattenspieler. Erinnern Sie sich noch an Thorens, Dual oder Transrotor? Eben! Tolle “Spielzeuge”! Da werden Technikfreunde und anspruchsvolle Hifi-/HighEnd-Geister schnell wiedererweckt.

Es ist vermutlich auch kein Zufall, dass viele Oldtimerfahrer auch eine Affinität zur analogen Tontechnik haben ....

Ach ja, Schallplatten gab es früher auch im Automobil ...

Tags: Analogien, Tontechnik



Zukunft der Youngtimer scheint gesichert

Bruno von Rotz - 21.04.2014

Opel Calibra - ein Youngtimer mit Jahrgang 1990 (© Opel)

Die Zwischengas-Leser zweifeln kaum daran, dass die heutigen Youngtimer in Zukunft zu gesammelten und gepflegten Oldtimern werden. Dies zumindest ergab die Auswertung der Antworten zu unserer Frage von letzter Woche.

Ergebnis Frage der Woche 2 - Zukunft der Youngtimer

Nur gerade 5% der Leser meinten, dass die schiere Menge und die Probleme mit der Technik ein Hindernis sein könnten.

Der Rest sah dies nicht als unüberwindbares Problem, im Gegenteil! 44% der Leser gehen gar davon aus, dass die technischen Probleme lösbar sind und die heutigen Youngtimer für künftige Generationen so wertvoll sein werden, wie es heute vielleicht die Autos der Sechzigerjahre sind.

Doch immerhin die Hälfte aller antwortenden Leser allerdings schauen sich die Youngtimer-Population etwas differenzierter an und sehen nicht alle, aber doch viele junge Autos als zukünftige Sammler-Oldtimer.

Der Optimismus hat auch durch neue Erkenntnisse Rückenwind erhalten. So dokumentiert eine im März präsentierte GTÜ-Mängelstatistik einen überdurchschnittlichen Erhaltungszustand der Youngtimer bereits vor Erreichen des Oldtimeralters.
Nun stellt sich natürlich bereits die nächste Frage! Wie werden sich die Autos der Achtziger- und Neunzigerjahre wertmässig im Vergleich zu ihren Vorfahren entwickeln? Natürlich wollen wir dies wieder von unseren Lesern wissen ....

Tags: Frage der Woche, Youngtimer, Investition



Klassikerperlen der Zukunft - Toyota MR2

Bruno von Rotz - 20.04.2014

Toyota MR2 1984 (© Toyota)

Ja, es ist rund 30 Jahre her, dass die Serienversion des Toyota MR2 vorgestellt wurde. Mit Mittelmotor und Heckantrieb glich er im Konzept dem Fiat X 1/9 oder auch dem Lotus Esprit und dem späteren Elise, entstand aber unabhängig von diesen Fahrzeugen in Japan.

Nach Jahren der Vorbereitung wurde der MR2 als SV-3 Konzeptfahrzeug an der Tokyo Motor Show 1983 vorgestellt. Und da das Publikumsecho gross war, wurde der Wagen ab dem zweiten Quartal 1984 auch gebaut.

Mit rund 1000 kg Gewicht und knapp 120 PS konnte man nicht von einem Supersportwagen sprechen, aber flott vorankommen konnte man mit dem agilen Mittelmotorflitzer natürlich trotzdem. Knapp 200 km/h lagen drin, der Standardsprint auf 100 km/h wurde in etwa acht bis neun Sekunden absolviert. Und dies bei nicht ausufernden Trinksitten, wie auch die Automobil Revue in der Ausgabe 16/1986 konstatierte. “Der MR2 gehört zu den Autos, die weniger aus rationalen als vielmehr emotionalen Gesichtspunkten gekauft werden”, stand damals im Schlusswort mit Seitenblick auf den kleinen Kofferraum und den knapp gehaltenen Innenraum.

Toyota MR2 1985

Schon ab ca. 1987 gab es den MR2 auch mit T-Roof, also mit zwei herausnehmbaren Dachhälften. Teuer war er nicht, unter 30’000 Franken oder knapp über 30’000 DM kostete der knapp geschnittene Zweisitzer je nach Ausführung.

1989 war es bereits vorbei mit der ersten Generation, die zweite zeigte sich runder und mit einem Schuss Ferrari, blieb aber den technischen Wurzeln des Vorgängers treu.

DIe MR2 der ersten Serie sind rar geworden, vor allem die originalen Exemplare, an denen weder Tuner, noch Rost oder Unfälle - ganz ungefährlich war das Auto ohne ABS und ESP vor allem bei Nässe ja nicht - für Veränderungen gesorgt haben.

Theoretisch würden die frühesten MR2 bereits Oldtimer sein, aber der Export nach Europa erfolgte nicht von Anfang an und so sind die Autos jetzt halt noch als Youngtimer einzustufen. Klassikerperlen der Zukunft aber sind sie sowieso.

Toyota MR2 1986 auf der Frontseite des Verkaufsprospekts

Tags: Klassikerperlen der Zukunft, Sportwagen, Mittelmotor,



Die Automatisierung des Parkwächters

Bruno von Rotz - 19.04.2014

Selbstbedienungs-Parkhaus 1961

Ja, vor rund 50 Jahren waren Parkplätze meist noch von Menschen bewacht und wer sie benutzen wollte, zahlte dem Parkwächter einen Obolus. Aber bereits im Jahr 1961 wurde darüber nachgedacht, wie man dies kostengünstiger tun könnte, der automatische Parkwächter wurde durch einen Automaten ersetzt, zumindest versuchsweise.

Die Automobil Revue beschrieb das in der Nummer 48/1961 folgendermassen:
“Der Fahrer wirft von seinem Sitze aus eine Münze in den Automat, worauf sich die Barriere hebt und der <Parkschein> mit Zeitangabe quittiert wird. Die zweite Bezahlung erfolgt beim Verlassen des Parkplatzes gemäss Zeitangabe. Oben wird in Leuchtschrift angezeigt, dass der Parkplatz besetzt ist.”

Eine schöne Zeit, als Münzen noch ausreichten, um einen Parkplatz zu bezahlen oder wie Peter Sellers (gemäss “Fast Alles Über Autos” von Jürgen Pander) gesagt haben soll: “Die Endstufe der Motorisierung ist erreicht, wenn das Parken mehr kostet als das Autofahren”. Da sind wir ja nicht mehr weit weg davon ...

Der automatisierte Parkwächter im Jahr 1961

Tags: Nostalgie, Parken, Automatisierung



Eine Schönheit namens Jacqueline

Bruno von Rotz - 18.04.2014

Cadillac Jacqueline 1961 von Pininfarina (© Max Pichler)

Auf dem Pariser Autosalon präsentierte Pininfarina im September 1961 ein Coupé names Jacqeline, in der Hoffnung, General Motors zu einer Cadillac-Serienproduktion zu bewegen. Der Name referenzierte die amerikanischen Präsidentengattin Jacqueline Kennedy Onassis. Das Coupé mit einem ungewöhnlich gradlinigen Design und kaum zu erkennenden Ähnlichkeiten mit damaligen Cadillac-Entwürfen kam beim Publikum gut an. Doch es mochte offensichtlich die GM-Entscheidungsträger nicht zu überzeugen, denn der Wagen blieb ein Einzelstück.

Am Turiner Autosalon desselben Jahres wurde das Coupé erneut gezeigt und die Automobil Revue schrieb in der Nummer 48/1961:
“Unter ihren Schöpfern nimmt Pininfarina eine ähnliche Stellung ein wie Fiat unter den italienischen Automobilfabrikanten. Der schönste dies- mal gezeigte Wagen ist zweifellos das zweisitzige Coupé «Jacqueline» auf einem Cadillac-Chassis, das schon am Pariser Salon zu sehen war. Dieser nach Mrs. Kennedy benannte Wagen ist in hellmetallisiertem Silbergrau und schwarzer, hocheleganter Kunststoffpolsterung gehalten und wirkt durch seine reinen Linien.”

Erst drei Jahrzehnte später wurde Jacqueline Mitte der Neunzigerjahre zum fahrfähigen Coupé mit zeitgenössischer Cadillac-Mechanik komplettiert, ein weiteres Jahrzehnt später sollte der Wagen versteigert werden, verfehlte aber den Mindestpreis.

Einige Designelemente, die sich bereits an Jacqueline zeigten, konnten später am Peugeot 204 (Kühlergrill), aber auch an den Konzeptfahrzeugen Corvette Rondine und Corvair Pininfarina Coupé Speciale (Heckbereich, beide gezeichnet durch Tjaarda) wiedergefunden werden. Und auch einige spätere General-Motors-Modelle kupferten hie und da etwas von Pininfarinas Jacqueline ab.

Tags: Sonderkarosserien, Designer, Pininfarina, Coupé, Autosalon



Buggy-Fieber

Bruno von Rotz - 17.04.2014

Apal VW Buggy von 1976 (1956)

Die Idee entstand Anfangs der Sechzigerjahre. Bruce Meyers setzte eine einfache Kunststoffkarosserie auf ein gekürztes Käfer-Chassis, der Buggy war geboren. Meyers kommerzialisierte seinen Entwurf und schuf mit dem Meyers-Manx Buggy das Vorbild einer neuen Fahrzeugklasse. Andere Hersteller wie Apal (Belgien), GP (England) oder Albar (Schweiz) folgten.

Das Rezept war meist dasselbe. Von einem alten VW Käfer wurde das Fahrgestell samt Motor übernommen und eine primitive und meist farbenfrohe Kunststoffkarosserie darüber gestülpt, die knapp die Front und das Heck, nicht aber die Besatzung abdeckten. Begabte Heimwerker konnten sich ihren Buggy selber zusammenschrauben und kamen so für weniger als CHF/DM 10’000 zu einem individuellen Freizeitgefährt. Jeder Buggy war gewissermassen einmalig, denn der Kreativität des Erbauers waren kaum Grenzen gesetzt.

Apal VW Buggy von 1976 (1956)

In den frühen Siebzigerjahren boomte das Buggy-Geschäft, Filme wie “The Thomas Crown Affaire”, in dem Steve McQueen einen allerdings mit V8-Power befeuerten Dune Buggy fährt, oder “Zwei wie Pech und Schwefel” mit Bud Spencer und Terrence Hill waren an der Euphorie nicht ganz unbeteiligt.

Auki Buggy am Genfer Autosalon 1972

Auch an Autosalons nahmen Buggy-Bauer und Importeure bedeutende Flächen ein und über die Spass-Fahrzeuge wurde auch in der Presse fleissig berichtet. Selbst seriöse Zeitschriften wie die Automobil Revue veröffentlichten Testberichte über Buggies wie den Swiss-Buggy Froggy 1300 und notierte: “Der Swiss-Buggy Froggy versetzt uns in die Pionierjahre der lederbekleideten, wagemutigen Autofahrer zurück, ohne uns mit den Pannen zu quälen, die einst an der Tagesordnung waren”.

Apal Buggy am Genfer Autosalon 1972

Immer breiter und extremer wurden die Schönwetterfahrzeuge, mit Hardtops und sogar Flügeltüren wurden sie sogar wetterfest.

Trotzdem war in den Achtzigerjahren Schluss, denn einerseits fehlte der Nachschub an Käfer-Fahrgestellen, noch mehr aber machten strengere Zulassungsvorschriften den Hobby-Autobauern zu schaffen. Zudem stand den neuen Autofahrergenerationen der Sinn nach luxuriöseren und schnelleren Fahrzeugen.

Buggy am Oldtimer und Teilemarkt Fribourg 2013

Lustig aber sind die Buggies bis heute geblieben und an warmen Frühlingstagen werden sie wieder aus der Garage geholt. Und sogar an den Oldtimer-Messen sind sie gerne gesehene Gäste.

Die Fahrt im (nachfolgend) abgebildeten Apal Buggy von 1976, der auf einem Käfer-Chassis des Jahrgangs 1956 (!) aufgebaut wurde, bereitet auch heute noch jede Menge Spass ... Wer es selber versuchen möchte, wende sich an die Firma Bodensee-Oldies, die den Buggy verkauft. Oder er liest einen historischen Fahrbericht mit dem Autodynamics Deserter , um wenigstens einen Einblick zu gewinnen.

Eine Bildersammlung zum Thema Buggy ist in unserer Bildermagie-Serie zu finden. Und, wir planen fest, uns mit den Buggies diesen Sommer noch intensiver zu beschäftigen.

Apal VW Buggy von 1976 (1956) am Bodensee

Tags: Buggy, Selbstbau, Plastik, Kunststoff, Freizeitgefährt



Die praktischen Seiten des Mini

Bruno von Rotz - 16.04.2014

Morris Mini 850 von 1959

Der Mini war nicht der erste Kleinwagen, aber er ist wohl der berühmteste. Auf minimaler Fläche konnten vier Personen und etwas Gepäck untergebracht werden. Dank niedrigem Gewicht und munteren Motoren siegte der Kleine in der Rallye Monte Carlo und hängte viel stärkere und sportlichere Fahrzeuge ab.

Aber der Mini war vor allem praktisch. Dabei ging man auch ungewöhnliche Wege. So konnte zum Beispiel der Kofferraum erweitert werden, indem man das Gepäck auch auf die Heckklappe legte. Das Nummernschild klappte dann einfach herunter.

Und wenn der Wagen einmal eine Panne hatte, dann reichten drei gut gebaute Frauen, um ihn anzuheben und die Reparatur vorzunehmen. Zumindest wurde dies auf einem Bild so dargestellt. Wie lange die Damen den Wagen halten konnten, ist allerdings nicht überliefert ...

Vier Damen reparieren einen Mini

Wer mehr über den Mini nachlesen und ihn auf über 130 Bildern bewundern möchte, sei auf unseren vor einiger Zeit erschienen Artikel verwiesen. Die hier gezeigten Fotos wurden dort natürlich eingepflegt.

Tags: Kleinwagen, Nutzung, Frauen und Autos



Wenn Originalitätsdenken die Sicherheit gefährdet ...

Bruno von Rotz - 15.04.2014

Maserati WRE Chassis

Die Vielzahl von Sammler-Fahrzeugen und die gerne ins Feld geführten Privilegien von Oldtimern machen manchem Fahrzeugbesitzer das Leben schwer. Natürlich würde er seinen Wagen gerne so original wie möglich bewahren, aber gleichzeitig steht ihm auch der Sinn für Sicherheit, vor allem dann, wenn er sein Fahrzeug auch im historischen Rennsport oder bei flott gefahrenen Oldtimer-Veranstaltungen einsetzen möchte.

Ein häufiger Schwachpunkt des in die Jahre gekommenen Autos ist das Fahrgestell, das in den Sechziger- und Siebzigerjahren gerne als Rohrrahmen ausgeführt war. Und es gab sogar Hersteller, die ihre Chassis aus Gewichtsgründen aus Holz oder einem Verbund von Metall und Holz fertigten. Diese Materialien halten nicht ewig, die Steifigkeit leidet, die Schweissnähte brechen und der Rost nagt mehr oder weniger offensichtlich am Fundament des Wagens.

Marta-Bonnet Chassis

Ein Austausch des gesamten Rahmens würde in vielen Fällen Sinn machen, denn erstens kann ein Ersatzchassis heute in wesentlich langlebigerer und besserer Qualität hergestellt werden und zweitens lassen sich manche (u.a. unfallbedingte) Spuren eines langen Autolebens kaum mehr spurlos beseitigen.

McLaren-Elva-Chassis

Aber, sowohl die FIVA als auch die Zulassungsbehörden könnten anderer Meinung sein, im Extremfall könnte sogar die Betriebserlaubnis erlöschen, im einfacheren Fall die H-Zulassung respektive der Veteranenausweis. Und dies, obschon der Sicherheit in den meisten Fällen besser gedient wäre, denn heutige Schweissnähte halten länger, moderner Stahl ist fester und generell verfügen spezialisierte Betriebe heute über mehr Knowhow als die kleinen Sportwagenbauer der Sechzigerjahre.

Dangel 1300 Chassis

Aber eben, Sicherheit taugt bei den Gralshütern der Originalität offensichtlich nicht als Argument. Zumindest noch nicht ....

P.S. Wer zum Knobeln aufgelegt ist, kann auch einmal versuchen die hier gezeigten vier Fahrgestelle zu identifizieren.

Tags: Sicherheit, Originalität, Restaurierung



Originalität, aber nicht um jeden Preis ...

Bruno von Rotz - 14.04.2014

Mercedes Benz Pagoden

In der letzten Woche fragten wir unsere Leser, wie sie sich zum Thema Originalität stellen. Explizit fragten wir, was von Veränderungen an Oldtimer-Fahrzeugen, die der Verbesserung der Fahrbarkeit auf Kosten der Originalität dienen, also z.B. nachträglich eingebaute Servolenkungen, modernere Getriebe oder Scheiben- statt Trommelbremsen umfassen, zu halten sei.

Ergebnis - Frage der Woche - Originalität um jeden Preis?

Über 400 Leser äusserten sich, viele verfassten auch Kommentare (vor allem auf der Zwischengas-Facebook-Seite) und es zeigte sich, dass es das Oldtimer-Lager gespalten ist in dieser Frage. Praktisch gleich hohe Anteile (nämlich 31%) sprachen sich gleichzeitig für einen absoluten Originalzustand respektive einen optischen Originalzustand mit rückrüstbaren, unsichtbaren Anpassungen aus. Dahinter (29%) folgten jene, die fallweise entscheiden würden, ob Anpassungen tolerierbar seien, wobei auf Komfortverbesseren verzichtet würde. Nur gerade 7% sehen das Thema nicht so eng und würden alles tolerieren, was die Einsatzfähigkeit und die Freude vergrössern könnte.

Allerdings, wenn man den Verfechtern der unverfälschten Originalität die Gruppe gegenüberstellt, die mehr oder weniger Veränderungen für vernünftig halten, dann steht es natürlich 31% zu 69%. Weitere Interpretationen überlassen wir den Lesern.

Mercedes Benz 300 S von 1954

Und, wir haben bereits die nächste “Frage der Woche” vorbereitet und wollen wissen, ob die Youngtimer der Achtziger- und Neunzigerjahre es wohl zum Oldtimer schaffen.

Tags: Frage der Woche, Originalität, Veränderungen, Modernisierung


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