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JM2017:

Der vergessene Jubilar

Bruno von Rotz - 31.12.2013

Fiat Regata von 1983 (© Fiat Group)

Das Jahr 2013 geht zu Ende, alle schauen bereits auf das kommende Jahr 2014. Viele Autos mit runden Geburtstagen wurden gefeiert, schon macht man sich auf die grossen Jubiläen das Folgejahres bereit. Manches Automobil der Vergangenheit konnte den Schleier des Vergessens jedoch nicht ablegen, eines dieser Fahrzeuge wollen wir hier nochmals nennen, den Fiat Regata, gebaut von 1983 bis 1990.

Der Regata war ein Ableger des Fiat Ritmo, verfügte also über Frontantrieb und bot dank Stufenheck über einen grossen Kofferraum. Abarth-Versionen gab es zwar zum Regata nie, aber immerhin eine 100-S-Variante, die sogar 101 PS leistete.

Fiat Regata von 1984 (© Fiat Group)

Im Jahr 1984 kam dann der Kombi dazu, der Regata Weekend genannt wurde und wohl genauso wenig gefeiert werden wird zu seinem 30. Geburtstag.

Fiat Regata Weekend von 1985 (© Fiat Group)

Insgesamt wurden über 900’000 Regata-Varianten hergestellt, auch deshalb wird der praktische Rucksack-Ritmo wohl nie zum teuren Klassiker reifen.

Übrigens teilt der Fiat Regata sein Leid des Vergessenwerdens mit dem Ford Orion, der als Bruder des Ford Escort nach ähnlichem Schnittmuster gebaut wurde, während der Konkurrent VW Jetta bereits in der sechsten Generation bis heute gebaut wird.

 

Unser neues Quiz - Autos, die nie in Serie gebaut wurden ....

Bruno von Rotz - 31.12.2013

Quiz 22 - Abbildung

Als man beim Automobil von der Einzel- zur Serienfertigung überging, entstanden schon bald auch Notwendigkeit, die Serientauglichkeit mittels Prototypen und Vorserien zu überprüfen. Ende der Dreissigerjahre wurden bereits Konzeptfahrzeuge gebaut, mit denen neue Gestaltungsideen überprüft und die Marktakzeptanz getestet werden konnten.

Hunderte oder gar Tausende von mehr oder weniger aufsehenerregenden Prototypen entstanden, wurden auf Autosalons und Weltausstellungen gezeigt oder im Geheimen getestet.

Viele dieser Fahrzeuge waren fast serienreif und schafften es trotzdem nie in die Massenfertigung. Manche gingen schon bald wieder vergessen, obschon sie wichtige Zeitzeugen sind. Wir haben einige von ihnen entstaubt und für ein neues Quiz zusammengestellt.

Wer kann alle zehn Prototypen richtig erkennen? Welche sind einfach, welche schwierig zu identifizieren? Wir sind gespannt auf das Feedback!

Über einige der Einzelstücke werden wir schon bald Berichte veröffentlichen, soviel sei bereits verraten.

 

Michael, in Gedanken bin ich bei Dir und Deiner Familie!

Daniel Reinhard - 30.12.2013

Michael Schumacher auf Skiern (© Daniel Reinhard)

Lieber Michael,

ich möchte es auf keinen Fall unterlassen dir auch auf diesem Weg im Namen aller "Zwischengas-Leser" alles, alles Gute zu wünschen.

Wie oft standen wir gemeinsam auf den Skiern, wie oft massen wir uns im Riesenslalom und genossen die Fackelabfahrt im Dunkel der Nacht. Ich weiss, wie gern du auch diesen Sport betreibst. Die Meldung von Deinem Unfall in Frankreich hat mich schwer getroffen.

Leider können wir im Moment nicht mehr für Dich tun, als Dir in Gedanken beizustehen, beide Daumen zu drücken und zu hoffen, dass alles wieder so wird, wie es war.

Dani Reinhard und das Zwischengas-Team

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Klassikerperlen der Zukunft - Mazda RX-8

Bruno von Rotz - 30.12.2013

Mazda RX-8 von 2004 - europäische Version (© Bruno von Rotz)

Als Mazda 2003 den RX-8 auf den Markt brachte, staunte die Welt. Nicht nur, weil Mazda einmal mehr am Wankelmotor festhielt und diesem zudem (etwas) genügsamere Trinksitten anerzogen hatten, sondern auch, weil das Karosseriekonzept zu jenem Zeitpunkt einmalig war. Die vier Türen öffneten nämlich beide zur Mitte hin, der sportlich konzipierte und scharf gezeichnete Wagen hatte keine B-Säule. Damit war der Zustieg zu den Einzelrücksitzen einfacher, auch wenn die hintere Türe, die nur bei offener Vordertüre aufgemacht werden konnte, gar kurz geriet.

Interieur des Mazda RX-8 von 2003 (© Mazda)

Vier Personen fanden bequem Platz im RX-8, nicht schlecht für ein derartig sportliches Fahrzeug.

Armaturenbrett des Mazda RX-8 von 2003 (© Mazda)

Der RX-8 wurde in Europa in zwei Leistungsstufen verkauft, nämlich mit 192 oder 231 PS (bei 8’200 Umdrehungen). Das Drehmoment war bauarttypisch niedrig und erreichte erst bei relativ hohen Drehzahlen sein Maximum. Geschaltet wurde mit Fünf- oder Sechsganggetrieben, auch eine Automatikversion war erhältlich. Die Preise waren attraktiv.

192’094 Fahrzeuge stellte Mazda zwischen 2003 und 2012 her. Als die neuen Abgasnormen nicht mehr zu erfüllen waren, stoppte Mazda den Export nach Europa bereits im Jahr 2011.

Mazda RX-8 von 2003 - amerikanische Ausführung (© Mazda)

Durch seinen tiefen und zentral angeordneten Schwerpunkt, der dem kompakt bauenden Zweischeiben-Wankelmotor zu verdanken war, verhielt sich der Mazda sehr kurvenfreudig. Sportfahrer liebten den flinken Japaner, der dank Hinterradantrieb auch lange Drifts ermöglichte. Nicht zuletzt deshalb ist ihm ein Platz im Klassikerhimmel (fast) sicher.

 

Stirling Moss und sein Bier

Bruno von Rotz - 29.12.2013

Stirling Moss preist sein Bier an in Montlhéry im Jahr 1966

Könnte man sich Sebastian Vettel vorstellen, wie er sein eigenes Bier anpriese oder Michael Schumacher, der eigenhändig Schumacher Bräu an den Kunden bringen möchte? Wohl kaum. Ein moderner Rennfahrer würde wohl auch nicht als idealer Markenbotschafter für ein alkoholisches Getränk durchgehen.Aber eben, früher war alles anders.

Die englische Rennfahrerlegende Stirling Moss jedenfalls war sich nicht zu schade, dem Moss Bier zu Kunden zu verhelfen. Aufgenommen wurde das Bild übrigens anlässlich eines Rennfahrerkurses in Montlhéry, in dem Stirling Moss 1966 auch als Instruktor für angehende Motorsportler amtete.

 

Die Freude des Hans Joachim Stuck am BMW 1502

Bruno von Rotz - 28.12.2013

BMW 1502 von 1975 mit Hans Joachim Stuck am Lenkrad

Stolz vermeldete BMW im Jahr 1975, dass Hans Joachim Stuck mit grosser Freude BMW 1502 fahre, das Beweisfoto lag bei.

Nun, tatsächlich bereitete auch der kleine Bruder des 1602 Spass am Lenkrad. Zwar war der OHC-Motor gedrosselt, aber die fehlenden 10 PS wirkten sich im Alltag nicht so stark aus. Negativ war höchstens der um 0,6 Liter höhere Normverbrauch zu vermelden, aber dies wurde dadurch kompensiert, dass man Normal- statt Superbenzin tanken konnte.

BMW 528 von 1975

Der schnelle Strietzel, es ging mit seiner Rennsportkarriere stetig nach oben in jener Zeit, dürfte allerdings dem ungefähr gleichzeitig präsentierten neuen Topmodell der Fünferreihe noch mehr zugeneigt gewesen sein, denn der 528 ermöglichte den Sprint von 0 bis 100 km/h in unter zehn Sekunden und lief satte 193 km/h schnell. Ein ideales Transportmittel also, um von Rennstrecke zu Rennstrecke zu reisen.

BMW 3.0 L von 1975

Und für noch grössere Platzbedürfnisse hatte BMW gleich auch noch die Limousine 2.8/3.0 L um 10 cm verlängert.

 

Die am teuersten versteigerten Autos im Jahr 2013

Bruno von Rotz - 27.12.2013

Verstreigerungs-Preisrekorde 2013 (© Eric Fairchild - Courtesy Gooding & Company)

Wenn sich jemand nicht über Finanzkrisen und Konjunkturprobleme beklagen kann, dann sind es die grossen Versteigerungsfirmen Bonhams, Gooding & Company und RM Auctions. Diese drei Firmen machten im Jahr 2013 die grossen Auktions-Coups unter sich aus. Elf Autos figurieren auf der Top-Ten-Liste und dies deshalb, weil sich zwei den 10. Rang teilen. Unter diesen elf Autos finden sich sechs Ferrari, ein Bugatti, ein McLaren, ein Alfa Romeo und zwei Mercedes Benz. Und während fünf der Autos für den normalen Strassenverkehr geschaffen wurden, zählen sechs zu den Rennfahrzeugen. Drei Vorkriegsfahrzeuge stehen acht Nachkriegsautos gegenüber und davon ist sogar einer erst gerade einmal 16 Jahre alt. Drei der hohen Zuschläge wurden in Europa, die übrigen in den Vereinigten Staaten notiert.

Platz 1 - Mercedes Benz W196R von 1954

Sagenhafte Euro 22’737’740 respektive CHF 28’030’145 zahlte der Käufer des ex-Fangio Mercedes Benz W1965 von 1954, den Bonhams am 12. Juli 2013 anlässlich des Goodwood Festival of Speed versteigerte. Damit ist der Mercedes zwar nicht das teuerste Auto der Welt, aber er holte sich den höchsten Preis, der 2013 an Versteigerungen erzielt wurde.

Mercedes Benz W196R 1954 (© Steve Etherington / Mercedes AMG Petronas - Bonhams)

Dieser Mercedes-Monoposto mit Chassis 00006/54 ging mit Juan Manuel Fangio am Steuer siegreich aus den Grand Prix von Deutschland und der Schweiz hervor. Gleichzeitig war dieses Auto auch der erste Nachkriegs-Mercedes mit freistehenden Rädern, das einen Grand-Prix-Sieg errang und zwar gleich bei seinem Debüt in Deutschland.

Platz 2 - Ferrari 275 GTB/4 S N.A.R.T. von 1967

Für eine grosse Überraschung sorgte an der Monterey-Versteigerung von RM im August 2013 der am zweiten Abend aufgerufene Ferrari 275 GTB/4 N.A.R.T. Spider von 1967. Bereits der Schätzpreis hatte mit USD 14 bis 17 Millionen für hochgezogene Augenbrauen gesorgt, doch an der Versteigerung selber gingen die Bieter dann sogar bis USD 25 Millionen, also noch 60% höher.

Ferrari 275 GTB/4 S N.A.R.T. Spider (1967) - versteigert als Lot 225 durch RM Auction am 17. August 2013 in Monterey (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions, 2013)

Damit wurde dieser Ferrari zum teuerste Strassen-Fahrzeug, das je an einer Auktion den Besitzer wechselte. Immerhin wurden die Kommissionen von RM für wohltätige Zwecke “geopfert”, was vielleicht die Kaufmotivation der Bieter noch etwas gesteigert haben dürfte. Inklusive Aufpreise/Kommissionen musste der Käufer Euro 20’625’000 respektive CHF 25’300’000 überweisen.

Platz 3 - Ferrari 250 LM von 1964

Die Versteigerung, die RM Auctions in Zusammenarbeit mit Sotheby’s organisierte, glänzte mit Masse statt Klasse. Im Schnitt kostete jeder Zuschlag über 1,6 Millionen Euro oder 2 Millionen Franken. An jener Versteigerung wurde der bis dahin teuerste Jaguar E-Type der Welt verkauft. In die Top-Ten-Liste aber schaffte es erst der letzte Wagen der Versteigerung vom November 2013, ein Ferrari 250 LM von 1964.

Ferrari 250 LM (1964) - angeboten als Lot 141 an der RM Auction Art of the Automobile am 21. November 2013 in New York (© Michael Furman - Courtesy RM Auctions, 2013)

Fünf Minuten dauerte der Bieterkampf. Von fünf Millionen stieg der Preis auf 8, 9, 9.5, 10, 10.5 und 11 Millionen. Der Mindestpreis war bereits erreicht, doch es ging weiter, bis der Zuschlag beim Rekordpreis von 13 Millionen USD mit dem Hammer besiegelt werden konnte. Inklusive Aufschlägen/Kommissionen bezahlte der neue Besitzer immerhin Euro 10’582’000 oder CHF 13’156’000, ein neuer Rekord für einen der 32 gebauten 250 LM.

Platz 4 - Ferrari 340/375 MM Berlinetta 'Competizione' Pinin Farina 1953

Die Versteigerung des Ferrari 340/375 MM von 1953 geriet zu einem wahrhaftigen Bieterkampf an der RM-Versteigerung im Park der Villa Erba im Mai 2013. Bis zum Schluss gab es zwei Bieter vor Ort und einen am Telefonapparat, die nicht aufgeben wollten. Auktionator Marc Girardo zählte den Wagen mehrfach herunter, doch erst bei 8,8 Millionen Euro (immerhin fast 11 Millionen CHF) senkte sich der Hammer endgültig. Mit Aufpreisen investierte der Käufer also Euro 9’856’000 oder CHF 12’221’440 und da waren allfällige Zölle und Einfuhrkosten noch nicht einmal eingerechnet.

Der Star der RM Versteigerung Villa Erba 2013 - der Ferrari 340_375 MM von 1953 (© Bruno von Rotz)

Der Wagen war einer von drei Werks-375-MM, die 1953 an den 24 Stunden von Le Mans teilnahmen. Das Schwesterfahrzeug mit Ascari am Lenkrad fuhr dabei die schnellste Runde, doch nur die Berlinetta der Marzottos erreichte das Ziel, während das in der Versteigerung angebotene Auto, pilotiert von Hawthorn und Farina zwar auf den zweiten Platz vorrückte, dann aber wegen Nachfüllen von Bremsflüssigkeit disqualifiziert wurde. Später gewann derselbe Wagen dann mit Hawthorn und Magioli am Steuer die 12 Stunden von Pescara.

Platz 5 - Ferrari 250 GT Berlinetta 1957

Ferrari 250 GT LWB 14-Louver Berlinetta 1957 (© Mathieu Heurtault - Courtesy Gooding & Company))

Neun spezielle Ferrari 250 GT Berlinetta wurden, sozusagen als ultimative Tour-de-France-Variante gebaut, acht davon haben überlebt und einer erzielte dank Renngeschichte (u.a. Mille Miglia) und aufwändiger Restaurierung bei der Goodging & Company Versteigerung in Pebble Beach im August 2013 einen Verkaufspreis von Euro 7’095’000 respektive CHF 8’703’200.

Platz 6 - Alfa Romeo 8C-35 GP Monoposto 1935

Der Schätzpreis für den Alfa Romeo Tipo C 8C-35 mit Chassis-Nummer ‘50013’ aus dem Jahr 1935, den einst Tazio Nuvolari im Dienste der Scuderia Ferrari gefahren hatte, war mit £ 5,5 bis 6,5 Millionen in schwindelerregender Höhe angesetzt worden. Doch dies hielt die Bieter nicht ab und schliesslich wurde ein neuer Rekordpreis für einen Alfa Romeo an einer Auktion von £5’937’500 erzielt, was inklusive Aufpreis/Kommissionen Euro 7’072’242 oder CHF 8’752’527 bedeutete.

Alfa Romeo Tipo C 8C-35 (1935) - der Ex-Nuvolari-Rennwagen wird von Bonhams in Goodwood versteigert (© Bonhams - Pawel Litwinski)

Der Wagen war von Alfa Romeo als Waffe gegen die übermächtigen deutschen Hersteller gebaut worden. Die Technik entsprach dem damals Machbaren: Reihen-Achtzylinder mit Kompressoraufladung tief eingebaut, Einzelradaufhängungen rundum, hydraulische Bremsen.

Der versteigerte Wagen wurde nach seiner Zeit in der Scuderia Ferrari an den Schweizer Hans Rüesch verkauft, der damit in England am Shelsey Walsh Bergrennen antrat und zusammen mit Dick Seaman den Donington Grand Prix des Jahres 1936 gewann. In den folgenden Monaten startete Rüesch bei Rennen um die halb Welt, gewann den Grand Prix des Frontieres in Chimay (Belgien) und weitere Rennen.

Schliesslich verkaufte der Schweizer den Rennwagen an Robert Arburthnot, der ihn (über Umwege) an Dennis Poore weitergab. Die Rennkarriere des Monopostos war auch nach dem Krieg noch nicht zu Ende, so startete der Wagen 1948 am Rennen von Goodwood und gewann die englische Bergmeisterschaft des Jahres. Erst 1955 wurde der Rennwagen eingemottet und kam erst 1987 nach dem Hinschweiden von Poore wieder zum Vorschein.

An der Bonhams Monaco Versteigerung des Jahres 1987 wurde Chassis 50013 für USD 2,85 Millionen, damals ein unglaublich hoher Preis für einen Grand-Prix-Wagen, verkauft und später durch Peter Giddings in einen renntauglichen Zustand restauriert. Seither hat sich offensichtlich der Preis ungefähr vervierfacht.

Platz 7 - Ferrari 375 MM Spider Pinin Farina von 1953

Nur zwölf Ferrari 375 MM Spiders waren gebaut worden, kein Wunder erzielte Chassis 0364AM an der RM Versteigerung von Monterey am 17. August 2013 einen hohen Preis.

Ferrari 375 MM Spider Pinin Farina (1953) - versteigert als Lot 140 durch RM Auction am 17. August 2013 in Monterey (© Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions)

Euro 6’806’250 oder CHF 8’349’000 waren dem neuen Besitzer dieser Rennwagen, der mit amerikanischer Renngeschichte überzeugte, wert. 340 PS, zwölf Zylinder in V-Form, vier Gänge und eine hübsche Karosserie von Pinin Farina versprechen jedenfalls einen attraktiven Auftritt bei künftigen Oldtimer-Veranstaltungen.

Platz 8 - Bugatti Type 57 SC Atalante von 1937

Bugatti Type 57 SC Atalante 1937 (© Mathieu Heurtault - Courtesy Gooding & Company)

Einen Klassensieg errang der Bugatti 57 SC Atalante von 1937 am Pebble Beach Concours d’Elégance im Jahr 2011. Entsprechend hoch bewertet wurde der hochkarätig restaurierte Wagen dann auch an der Pebble Beach Versteigerung von Gooding & Company. Mit Euro 6’558’750 respektive CHF 8’045’400 wurde er zum bisher teuersten Bugatti überhaupt.

Platz 9 - McLaren F1 von 1997

McLaren F1 (1997) - als Lot 51 angeboten durch Gooding & Company in Pebble Beach 2013 (© Mike Maez - Courtesy Gooding Company)

Der jüngste Wagen unter den teuersten Autos der Welt ist einer von 106 gebauten McLaren F1 aus dem Jahr 1997, der von Gooding & Company an der Pebble Beach Versteigerung im August 2013 angeboten wurden. Mit Euro 6’352’500 respektive CHF 7’792’400 wurde der höchste je für einen McLaren F1 erzielte Preis erreicht und der versteigerte F1, der sich noch nicht einmal im Youngtimer-Alter befindet, wurde damit zum teuersten Gebrauchtwagen der Welt.

Platz 10 - Ferrari 250 GT LWB California Spider von 1958 und Mercedes Benz 680S Torpedo Roadster Saoutchik von 1928

Platz 10 teilen sich zwei Fahrzeuge, die in USD denselben Preis erzielten. An der Scottsdale Versteigerung veräusserte Gooding & Company im Januar 2013 einen Ferrari 250 GT LWB California Spider von 1958 für Euro 6’187’500 respektive CHF 7’672’500. Diese Fahrzeuge erfreuen sich vor allem in den Vereinigten Staaten einer grossen Beliebtheit, kein Wunder werden sie teuer gehandelt.

Ferrari 250 GT LWB California Spider 1958 (© Gooding & Company)

Sieben Monate später errang bei der RM-Versteigerung von Pebble Beach ein Mercedes Benz 680S Torpedo Roadster Saoutchik von 1928 denselben Dollar-Preis, umgerechnet Euro 6’187’500 oder CHF 7’590’000. Dieses Auto hatte nur ein Jahr zuvor die “Best of Show”-Auszeichnung am Pebble Beach Concours d’Elégance gewonnen.

Mercedes-Benz 680S Torpedo Roadster by Carrosserie J. Saoutchik (1928) - versteigert als Lot 216 durch RM Auction am 17. August 2013 in Monterey (© Michael Furman - Courtesy RM Auctions)

Nur elf Fahrzeuge, aber der zusammengenommene Wert beträgt Euro 110 Millionen oder CHF 136 Millionen. Ob die neuen Besitzer sich wohl mit diesen Prachtstücken noch auf die Strasse trauen? Jedenfalls wäre es schade, wenn die Sport- und Rennwagen hinter verschlossenen Türen versteckt würden.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die “Top-Seller” nochmals in einer sortierbaren Liste. Die Links in der Spalte “Versteigerung” führen direkt zum jeweiligen Artikel mit allen Ergebnissen und umfangreicher Fotogalerie.
Die Verkaufspreise in den Spalten “VPreis” beinhalten Aufpreise/Kommissionen und wurden mit den damals gültigen Wechselkursen umgerechnet.

Rang Auktionator Versteigerung Marke Typ Jahr VPreis € VPreis CHF
1 Bonhams Goodwood FoS Mercedes Benz W196R 1954 22737740 28030145
2 RM Auctions Monterey Ferrari 275 GTB/4*S N.A.R.T. 1967 20625000 25300000
3 RM Auctions New York Ferrari 250 LM 1964 10582000 13156000
4 RM Auctions Villa Erba Ferrari 340/375 MM Berlinetta 'Competizione' by Pinin Farina 1953 9856000 12221440
5 Gooding & Co Pebble Beach Ferrari 250 GT 14-Louver Berlinetta 1957 7095000 8703200
6 Bonhams Goodwood Revival Alfa Romeo 8C-35 GP Monoposto 1935 7072242 8752527
7 RM Auctions Monterey Ferrari 375 MM Spider by Pinin Farina 1953 6806250 8349000
8 Gooding & Co Pebble Beach Bugatti Type 53 SC Atalante 1937 6558750 8045400
9 Gooding & Co Pebble Beach McLaren F1 1997 6352500 7792400
10 Gooding & Co Scottsdale Ferrari 250 GT LWB California Spider 1958 6187500 7672500
10 RM Auctions Monterey Mercedes Benz 680S Torpedo Roadster Saoutchik 1928 6187500 7590000


Alle Versteigerungsberichte des Jahres 2013 finden sich hier .

 

So charmant wurde der Volkswagen Karmann-Ghia den Damen schmackhaft gemacht

Bruno von Rotz - 26.12.2013

VW Karmann-Ghia 1960

Intern hiess er “Typ 14”, aber das Volk kannte ihn unter dem Namen Karmann-Ghia. Und sein Name verknüpfte deutsches Karosseriehandwerk mit italienischem Design. Der VW Karmann-Ghia war der genügsame Sportwagen auf VW-Käfer-Basis, den man sich vielleicht mal leisten konnte, auch als Frau. Die Karosserie entwarfen Felice Mario Boano und dessen Sohn und sie lehnten sich dabei an Virgil Exners Chrysler K-310 und D’Elegance an.

VW Karmann-Ghia 1957

Mit 443’466 produzierten Exemplaren war der “kleine” Karmann-Ghia ein grosser Erfolg, trotz kaum verbesserter Fahrleistungen gegenüber dem Käfer. Seine elegante Erscheinung, die nach Concours d’Elégance und Sonderkarosserien aussah, bescherte ihm auch viele Auftritte in Filmen und Fernsehserien. Und all dies zusammen sorgte sicher auch dafür, dass der Karmann-Ghia gerade auch für Frauen interessant war.

VW Karmann-Ghia 1959 mit Dame

So ist es kein Wunder, dass die Volkswagen-Marketing-Leute gerne selbstbewusst aussehende Damen hinter das Lenkrad des Wagens setzen liessen, wenn die Pressefotos jener Zeit entstanden. Liebevoll und bis ins Detail inszeniert sollten diese Bilder den Wunsch, selber einen Karmann zu besitzen, in den weiblichen Käufern wecken ...

Hotelszene mit VW Karmann-Ghia und Dame

Und dass dies gelang, das wiederum bewiesen die Verkaufszahlen, auch wenn am Ende des Tages dann doch viele der Wagen von Männern gekauft wurden.

Alle kürzlich publizierten Originalfotos zum VW Karmann-Ghia sind auch im Artikel “Sportwagen-Parade 1959” publiziert. Zudem gibt es natürlich auch einen wunderschönen Prospekt des Wagens auf Zwischengas zu entdecken.

 

Wie Walter Röhrl in ungewohnter Position ein Chaos verhinderte

Daniel Reinhard - 25.12.2013

Walter Röhrl und Keke Rosberg bei Wintertests (© Daniel Reihnard)

Eine alte Weisheit besagt, dass alles Gute von oben komme. Dies mag vielleicht oft der Fall sein, aber sicher nicht immer.

Beim Fotoshooting vor rund 20 Jahren mit Walter Röhrl und Keke Rosberg und der damaligen 4x4-getriebenen Fahrzeug-Kollektion in Saalbach für das Magazin "sport-auto" kam Hilfe für einmal definitiv nicht von oben.

Diverse lustige Momente zeichneten diesen Testtag auf Schnee und Eis. Man stelle sich zum Beispiel den langen Walter Röhrl im Fiat Panda 4x4 vor. An diesem Tag wurde einmal mehr deutlich, wie schlecht wir Otto-Normalverbraucher im Vergleich zu einem Walter Röhrl Auto fahren können.

Walter Röhrl im Fiat Panda 4x4 (© Daniel Reihnard)

Ich suchte mir eine Kurve mit dem passenden Hintergrund, fokussierte (damals alles noch ohne Autofokus) und liess Walter den Rest machen. Er kannte diese Art von "Shooting" und fragte nur, wo ich denn die absolute Schärfe habe. Und trieb daraufhin jedes noch so unterschiedliche Fahrzeug genau an diesem Punkt so quer wie nur möglich durch die Kurve. Nach zwei Durchgängen waren die Bilder im Kasten. Bei Keke Rosberg wurde es dann etwas komplizierter. Es brauchte mehrere Durchgänge und die Autos schienen im Vergleich zu Walter nie wirklich unter Kontrolle zu sein.

Wintertests mit Walter Röhrl und Keke Rosberg (© Daniel Reihnard)

Doch der Höhepunkt ergab sich dann am späteren Nachmittag. Aufgereiht standen die Test-Fahrzeuge auf einer vereisten Bergstrasse für das letzte Bild bereit und man wartete nur noch auf schönes Dämmerlicht.
Wie immer bei Fotoaufnahmen mit engen Platzverhältnissen kam im entscheidenden Moment ein Verkehrsteilnehmer im Glauben daher, dass es sich hier um eine Blockade von Volltrotteln handle. Der herannahende Bauer versuchte fluchend sein Auto zu stoppen, was aber auf der komplett vereisten Strasse nicht ganz einfach war. Auf jeden Fall kam sein Auto nie wirklich zum Stillstand. Mit offenem Seitenfenster begann er uns alle laut fluchend zu beschimpfen. Allmählich wird uns klar, dass sein langsames Weiterrutschen mit hundertprozentiger Sicherheit in einem unserer Testfahrzeuge enden würde.

Auf die Aussage von Keke Rosberg: "Ich glaube, das kommt nicht gut" schritt Walter in aller Ruhe auf das noch immer nicht zur Ruhe gekommene Fahrzeug zu, übernahm von aussen das Steuer und dirigierte den sichtlich überraschten Fahrer: "So jetzt mal weg von der Bremse, ich hab doch gerade gesagt nicht bremsen, so nun ganz leicht bremsen, nicht so stark, ja genau so."

Walter spazierte mit dem verdutzten Bauer mit und lenkte dessen Auto gekonnt an den Testfahrzeugen vorbei und verabschiedete sich dann freundlich vom aufgebrachten Fahrer. Der Bauer, noch immer ausser sich vor Wut, verschwand weiterhin laut fluchend um die nächste Kurve.

Lachend konnten wir nun endlich die letzten Aufnahmen des Tages vollenden.

 

Der Weihnachtsmann, das Rentier und der Fiat 850

Bruno von Rotz - 24.12.2013

Fiat 850 und Rentier im Jahr 1964

Vor bald 50 Jahren überlegte sich der Weihnachtsmann, dass er als moderner Geschenkebringer doch nun auch mit der Zeit gehen sollte, und vom Rentier-Schlitten auf ein zeitgemässes Alltagsfahrzeug umsteigen müsste.
Und es ergab sich, dass die Firma Fiat gerade ihren neuen Fiat 850 jenseits des arktischen Polarkreises erprobte.

Der kleine Wagen gefiel unserem Weihnachtsmann sehr gut, nicht nur, weil er rot war, nein, auch weil er putzig ausschaute. Zudem überzeugte die gute Traktion, die der Fiat dank Heckmotor versprach. Doch dann zeigten sich schon schnell die ersten Probleme. Der Kofferraum hatte viel zuwenig Platz für all die grossen Pakete, die der Weihnachtsmann überbringen musste. Und selbst als der Innenraum auch noch ausgefüllt war, mussten einige Geschenke zurückbleiben.

Damit hätte der bärtige Mann aber noch leben können, aber es stellte sich heraus, dass der Fiat 850 trotz munter drehendem Motörchen nicht zum Fliegen gebracht werden konnte. Er hielt stur seine Bahn und hob sich keinen Zentimeter vom Boden. Schade, meinte der Weihnachtsmann, er hatte sich im engen Cockpit durchaus gut aufgehoben gefült und vor allem hatte es ihm die Heizung angetan, die sein Rentierschlitten natürlich nicht besass.

Reumütig kehrte er zu seinen Rentieren zurück und wenn wir jetzt irgendwo am Himmel den “ho ho ho”-Ruf hören, dann können wir sicher sein, dass der Weihnachtsmann auch im Jahr 2013 auf seine altbewährten Vierbeiner vertraut, auch wenn er dem hübschen Fiat seither manche Träne nachgeweint hat ....

Die Zwischengas-Redaktion wünscht allen Lesern frohe Weihnachten!

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