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Höchstgeschwindigkeitsmessungen im Jahre 1958 auf der deutschen Autobahn
Bruno von Rotz - 13. April 2011 |
Wie eine Generalstabsübung muss sich die Geschwindigkeitsmessung vom 4. November 1958 angefühlt haben!
Die Autobahn München-Ingoldstadt war für den Verkehr gesperrt, die ADAC Hauptsportabteilung zeichnete verantwortlich für die Zeitmessung. Drei Fahrer - R. Braunschweig, Dr. W. Honegger und R. Madöry - setzten sich jeweils mit einem Beifahrer in für die Höchstgeschwindigkeitsmessung vorbereitete Sportwagen/Limousinen und fuhren den fliegenden Kilometer (521.000-522.000) in beide Richtungen.
Die Witterung war November-typisch: Leichter Regen, Luftdruck 712.5/713.5 mm, Nordwestwind mit 2 bis 4 Meter pro Sekunde, 92-95% Luftfeuchtigkeit. Die Strasse (Beton) war nass.
Getestet wurden sechs verschiedene Fahrzeuge. Ein BMW 507 trat mit und ohne Coupé-Dach, mit geschlossenem und offenem Verdeck an. Conti Super Record und Conti Rennreifen wurden hier bei den Versuchen eingesetzt. Speziell wurde ein “Unterschutz” erwähnt, die Hinterachsübersetzung wurde mit 3,4:1 angegeben. In der schnellsten Konfiguration (Coupé-Dach) erreichte der 507 220.5 km/h im Mittel aus beiden Richtungen, mit geschlossenem Cabrio-Dach war er aber nur einen Stundenkilometer langsamer.
Als zweites Fahrzeug absolvierte ein serienmässiger Mercedes-Benz 220 SE die Messungen. 158.25 km/h war das beste Ergebnis hier.
Interessant dann der Mercedes-Benz 300 SL, der offen mit Rennscheibe und Unterschutz beachtliche 242,5 km/h Spitze erreichte. Der Reifendruck war bei diesen Versuchen übrigens 4,0/4,5 atü! Mit geschlossenem Coupé-Dach erreichte der 300 SL 237 km/h, offen in ziviler Cabriokonfiguration 223 km/h. Als Cabrio ohne Unterschutz war die Höchstgeschwindigkeit einen Stundenkilometer tiefer. Die Hinterachsübersetzung war 3,25:1.
Der MG A Twincam erreichte mit geschlossenem Verdeck in serienmässiger Konfiguration immerhin 180,25 km/h, offen waren es 167,5 km/h, hier mussten die Versuche aber aus unbekannten Gründen abgebrochen werden.
Porsche war mit einem 356 1600 Super und einem 356 Carrera 1600 angetreten. Der Porsche 1600 Super, ein speziell zusammen gebauter Serienwagen mit Hinterachse 7/31, schlug sich mit 173,5 respektive 177,6 km/h wacker. Schneller war der serienmässige Carrera, der im besten Versuch immerhin 195,5 km/h erreichte. Der Reifendruck war bei Porsche für beide Wagen 1,5/1,8 atü (Autobahndruck) und wurde für weitere Versuche ohne wesentlich Ergebnisänderungen erhöht.
Alle Fahrzeuge wurden mit Sarom 100 ROZ getankt, nur die Porsche fuhren mit Tankstellen-Superbenzin.
Das Unterfangen “Geschwindigkeitsmessungen” muss die Herren mit all den vorgenommenen Umbauten und rund 50 Versuchen den ganzen Tag beschäftigt haben, und nass wurden sie dabei noch dazu. Immerhin lief der Tag unfallfrei ab, was bei Geschwindigkeiten über 200 km/h bei Nässe nicht als selbstverständlich genommen werden kann.
Die vollständigen Ergebnisse sind in folgender Zusammenstellung ersichtlich, die auch als Facsimile (siehe links) verfügbar ist.














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