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... zum Einstellen von Kraftwa gen. Räume, in die man Pferde ein zustellen pflegt, nennt man Pferde stall. Warum sollen wir also die Ga rage nicht Kraftstall nennen?“ Mög liche Einwände gegen diese Idee blockte er sogleich mit der messer scharfen Logik ab, der Kraftwagen habe „ja -zig Pferde, was die Verwen dung des Wortes Stall rechtfertigt". Auch die „Allgemeine Automobil- Zeitung“ beteiligte sich 1915 an der Deutschtümelei. So stellten die Re dakteure eine Liste von 80 Ausdrükken zusammen, für die es „viel schö nere deutsche Wörter gibt“. Statt „Cabriolet“ dachten sie sich „Klapp decker“ aus, statt Garage den Begriff „Kraftstall“. Der Gipfelpunkt des Sprachwahns: Aus dem Vierzylinder- Motor wurde ein „Vierdosen-Zerknalltreiber“. Auch am „Autofahrer“ störten sich die Puristen. Statt dessen erfanden sie „Krafter“, aber auch „Fahrmann“, „Fahrschlosser“ und vor allem „Aut ler“; Chauffeure hießen fortan „Autkutscher“. Noch seltsamere Blüten trieb der neue Wahn, als 1937 die Zeitschrift des Deutschen Automobil-Clubs „Mo torwelt“ einen Wettbewerb für die schönste Verdeutschung ausschrieb. Zur Debatte standen „Limousine", „Ca briolet" und „Cabriolimousine". Als erster Preis winkte ein Besuch in einem deutschen Autowerk. „Motorwelt“-Leser Baltus Marein reichte seine Vorschläge ein und wurde preisgekrönt - er ...