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... Bonifatius nannte Erfurt „eine uralte Stadt heidnischer Ackerbauer". Vom 9. bis zum 12. Jahrhundert fehlen urkundliche Nachrichten über Erfurt fastvollständig. Nur ab und zu hören wir von einer Synode oder einem Reichstage, der in Erfurt abgehalten wurde. Erst vom 12. Jahrhundert ab fließt das urkundliche Material reichlicher und nun tritt uns die Stadt, die noch 836 bei der Übertragung der Gebeine des heiligen Severus nach Erfurt als locus regalis, als königliche Stadt, bezeichnet wird, als dem Erzbistum Mainz gehörig entgegen. Wann und aus welchen Ursachen Erfurt unter die Hoheit der Mainzer Erzbischöfe gekommen ist, wissen wir nicht. Schon setzen aber die Bemühungen der mächtig aufstrebenden Stadt, sich von der Maifazer Herrschaft zu befreien, ein und in zähem Ringen wird dieses Ziel gegen Ende des Mittelalters fast völlig erreicht. Die überaus günstige Lage der Stadt im Mittelpunkte Deutschlands, an der Kreuzung fast aller wichtigen Straßen von Norden nach Süden und von Osten nach Westen, ließ Erfurt zu dem bedeutendsten Handelsplatze Mitteldeutschlands werden, dessen Reichtum sprichwörtlich war und mit dessen Macht sowohl Mainz als auch die Landgrafen von Thüringen und später die Kurfürsten von Sachsen rechnen mußten. Weltgeschichtliche Ereignisse spielten sich damals in Erfurt ab. Mancher deutsche Kaiser hielt monatelang ...