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... nicht, ein knappes Dutzend höchstens. Doch eine lugt mit unnachahmlicher Herrenmiene ins grüne Paradies des Unterengadins hinaus — Tarasp, das eindrucksvollste aller Bündner Schlösser. Und noch soll Tschanüff (Remüs) Erwähnung finden, der unvorstellbaren Gewalt wegen, die diese Runie hoch überm Eingang des Val Sinestra verkörpert. Klotzartig, unvorstellbar wuchtig erhebt sich ihr Trutzwerk auf dem Felsabsturz gegen das Lavrancatobel; bis in die neue Zeit hinein prangte die Feste «in ihrer Schönheit», doch auch Furchtbarkeit. Ihr Zerfall datiert vom Jahre 1622, da Soldaten des Glarner Regimentes ihr den roten Hahn aufsetzten. Vielleicht dass die Zeitepoche, da Graubünden seine Burgen und Schlösser entstehen sah, nicht gar so romantisch war, wie uns aus Liedern und Geschichten tiberliefert ist. Realistische Zweckbauten dieser schon äusserlich auf Furchterregung und Abschreckung bedachten Art haben keine frohen Jahrhunderte, sondern vielfache Bedrohung und Lebensnot zur Voraussetzung gehabt. Wir dürfen uns, wenn uns ein Land wie Graubünden zu Ferienfahrten geöffnet ist, darüber schon einige Rechenschaft geben — nicht um uns in dü- stern Gedanken zu verlieren, sondern um uns der Weisheit zu freuen, mit der die Vergangenheit alle Schatten von sich abgestreift hat und dem Gemüt den Nachglanz des Gewesenen schenkt. In keinem andern Gebietsteil der Schweiz ...