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... nicht, sieht weder den stolzen Gang der Leitkuh mit dem Blumenstrauss zwischen den Hörnern noch die kraftvolle Berglergestalt des Sennen, der unverdrossen auf seinem Räf das schwere, blankgescheuerte Käsekessi zu Tal trägt. Vielleicht füllt ein fast unabsehbares Gewoge von Wollknäueln die Strasse: eine Schafherde. Ärgerlich? - Mag sein. Bestimmt bewirkt sie eine Verspätung. Und doch . . . Haben Sie schon einmal das Gesicht eines Schafhirten studiert, seinen Gang und seine Gebärden beobachtet? - Es lohnt sich, und man wird, ob man will oder nicht, an biblische Bilder erinnert. Wie gesagt: Ich liebe Passfahrten - zu jeder Tagesund jeder Jahreszeit. Für mich ist es ein Erlebnis, in der Morgenfrühe aus dem Dämmer des Tales aufzusteigen in die sonnenüberfluteten Höhen, oder abends in den Schummer der Tiefe zu tauchen. Und wie lockt mich jeden Herbst die Höhe, wenn man in der Tiefe vom feuchten Grau des Nebels eingeschlossen ist und sich ein Frösteln in die Seele zu senken droht. Während ich mir vorsichtig den Weg durch den Nebel suche, empfinde ich jene prickelnde Neugierde, die mich als kleinen Knirps erfüllte, wenn ich im Garten zwischen Büschen und unter Hecken mein Osternest gesucht habe. Kommt dann Bewegung in den Nebel, hängt er in Fetzen längs der Bergflanke und erinnert an einen schmutzigen, am Rande einer Vorstadtstrasse aufgeworfenen Schneewalm, dann weiss ...