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... das Display bedeckt. Anderes Beispiel: die Sitzheizung. In vielen Audi lässt sich dem Allerwertesten schon in sechs fein voneinander ge trennten Stufen ein heizen. Sechs Stufen für unsere vier Buch staben. Noch extre mer bei BMW: Hier können manche Sessel gar in unterschiedliche Segmente aufgeteilt und separat temperiert werden. Das Körperteil, das sonst höchstens für Schimpfworte herhalten darf, erfährt von Autobauern eine unvorstellbare Wertschätzung. Längst quält auf Reisen nicht mehr die Frage nach der schönsten oder schnellsten Route, sondern einzig der deprimierende Verdacht, dass es in Sachen Wärmeverteilung doch noch einen Tick angenehmer ginge. Vor allem: Bis ich während der Fahrt sämtliche Einstellungen aus den Tiefen verwin kelter Bedien-Menüs aufgespürt und auf dem Bordmonitor angeklickt habe, fahre ich sekundenlang Schlangenlinien — und zwar äußerst unpräzise. Hebt diese Genauigkeit tatsächlich Komfort und Wohlbe finden? Die Psychologie weiß längst, dass zu viele Wahlmög lichkeiten nicht glücklich machen, ja sogar zu Depressionen führen können. Man kennt das aus Restaurants mit Speise karten im Telefonbuch-Format. Was steckt also hinter diesem Genauigkeitswahn? Möchten sich die Fahrzeughersteller bei uns anbiedern, indem sie ihre Produkte sagen lassen: Ja, du hast alles im Griff, nur du bist der Chef? Dann frage ich mich allerdings, ...