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... hatten sie verlassen, in der Stadt am Rio de la Plata kamen sie an. Mit leeren Taschen. Bettelarm war La Boca, doch stolz und bunt und bald voller Tango: Die Menschen sangen, spielten, mit ihrer alten Heimat im Herzen und dem Glauben an den Schimmer Glück, den sie erhofften. Wenn Julio Sosa mit seinem Fissore durch La Boca fuhr, dürften sie sich nach ihm umgedreht haben. So, wie sie heute auch staunen. Und lauschen: Was ist das für ein Rängtängtäng, dieses seltsam sägende Singen? Eine Antwort weiß hier niemand auf die Frage, die ihnen das kleine, grüne Coupé stellt. Kecke Flossen trägt es im Heck, eine elegante, mondäne Form, dazu diese helle, näselnde Aussprache seines Dreizylinders mit nur zwei Takten. Buenos Aires hat sein DKW-Kapitel vergessen, alle Spuren sind längst aus dem Alltag getilgt. Umso mehr fällt der Fissore auf. Der Entwurf ist über ein halbes Jahrhundert alt. Er stammt von der Carrozzeria Fissore aus Savigliano bei Turin. Deren Chef Mario Fissore hatte 1959 den Flirt aus Coupé und Roadster im Piemont entworfen, wo man sich dem Schönen und Schmackhaften schon immer überaus zugewandt zeigte. Unter dem schicken Blech, à la mode gezeichnet für die ausgehenden 50er als Traum von persönlichem Luxus und vom Flanieren über mondäne Boulevards, verbarg sich die unkapriziöse Zweitakttechnik des DKW 3=6 – samt bewährtem ...