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... dieser Wirkungen kennen und nutzen wir noch heute: die Wirkung aufs Gemüt. Nichts an Kunst vermag den SeelenzuwirKung psycnoiugiscii. Der Mensch sieht sich umgeben von tausend Wirkungen, deren Ursache er nicht kennt; er sieht sich tausend Schicksalen ausgeliefert, deren Grund und Herkunft ihm verborgen sind. Geburt und Tod, Zeugung und Fruchtbarkeit, Wachstum und Dürre, Regen und Trockenheit, Sonnenglanz, Dämmerung und Nacht, Wind, Blitz und Donner — wer macht sie, wer schickt sie? Aber noch wichtiger: Wie das Unwillkommene wenden, Unfruchtbarkeit, Siechtum und Tod fernhalten, Gesundheit, Nachkommenschaft und reichliche Ernte sichern? Und die Antwort lautet keineswegs im Sinne der Verständigkeit: durch Hygiene, angemessene' Ernährung und unermüdliche Arbeit, sondern durch Rufen, Versöhnen oder Bannen derjenigen Mächte, die der Ueberlieferung nach in der Lage sind, schicksalgestaltend dem Menschen gegenüberzutreten. Dieser dauernde Abwehrkampf gegen Naturkräfte, denen man, wie fast selbstverständlich, die seelischen Eigenschaften der Menschen und Tiere beilegte, nimmt schon auf massiger Zivilisationsstufe feste Kultformen an. Auf der ganzen Erde sehen sie sich ähnlich; in kalten Gegenden Zauber-Riten zum Herbeirufen dpr Sonne, in den heissen umgekehrt Regenzauber (die noch heute in unsern Regenprozessionen fortleben), Zauber zum Wiederzunehmen des Mondes, zum ...