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... (Text und Fotos] Rom, 22. Juni 1947, einen Tag nach der Sonnenwende, Sonntag mor gen, etwa 8 Uhr 15. Tausende von Römern sind an die Ponte Milvio im Norden der Stadt geströmt, um die mo dernen Gladiatoren, die Rennfahrer und ihre Maschinen, in der ersten Mille Mi glia nach dem Zweiten Weltkrieg zu se hen, zu begrüssen und anzufeuern. Die Via Flaminia ist gesäumt von erwar tungsfrohen Menschen. In der Ferne hört man das Heulen eines kleinen, hochdrehenden Motors. Es kommt rasch näher. Ein paar Augenblicke spä ter schiesst ein blutroter, offener Sport wagen mit höchster Geschwindigkeit heran und übertönt alles. Jubel braust auf, die Leute schreien, klatschen, win ken und lachen sich zu. Am Steuer des niedrigen Wagens sitzt der kleine, gros se «Maestro» Tazio Nuvoiari. Mit 55 Jah ren ist er einer der ältesten Fahrer im grossen Feld, schon stark ergraut und, wie man in eingeweihten Kreisen weiss, von einer tückischen Krankheit gezeich net. Aber welch ein Kämpfer, welch ein brillanter Hexer am Lenkrad. Am Kontrollpunkt Rom, an der Ponte Milvio, trifft Nuvoiari mit seinem ihn um eine gute Kopflänge überragenden Bei fahrer Francesco Carena nach eine Fahrzeit von 6 Stunden und 28 Minutei ein. Für die 714 Kilometer von Bresci; über Padova, Ravenna, Pesaro, Tern nach Rom beträgt damit die durch schnittliche Renngeschwindigkeit übe 110 km/h, und dies mit einem kleiner ...