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... Ein Kind spielt mit meiner Gasmaske! Als ob Rolf nicht genug -Spielsachen hätte! Aber da halben wir wieder einmal typisch die weibliche Missachtung vor kriegerischen Utensilien.» Frau Louise steht immer noch mitten in der kleinen Küche und hetrachtet sich ihre Fingernägel. Trotz der Vorwürfe regt sie sich nicht auf. Wenn Ludwig einrücken muss, wird er immer nervös und die Nervosität steigert sich bis zum letzten Augenblick am Bahnhof. Nachgerade gewöhnt man sich an solche Zustände unserer Männer. Mit grossen schweren Schritten kommt Ludwig Hurch den Gang, stösst die angelehnte Kiichentüre auf, stemmt beide Hände in die Hüfte, stellt sich breitbeinig hin und schreit: «So, also Rolf hat die Gasmaske. Ist das alles, "was du in deinem Luftschutzkurs gelernt hast?» «Bitte denke doch daran, dass du nicht mehr im Schlafzimmer stehst und uns kein Korridor trennt. Wir können uns auch in ruhigem Tone •unterhalten.» «Unterhalten? Bist du der Ansicht, dass ein Mann mit seiner Frau Unterhaltung pflegt, wenn er erfährt, dass sein kleiner Sohn von der Mutter die väterliche Gasmaske zum Spielen bekommen hat? So etwas ist empörend, verstehst du mich, empörend! — Aber da stehst du, bewegst dich nicht, hilfst mir nicht suchen, entschuldigst dich nicht einmal und kontrollierst deine Maniküre, als ob das jetzt das Wichtigste wäre.» Louise lächelt. «Schon wieder ein Irrtum. ...