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... als andere. Man muss sich also fragen, warum er immer im Schatten der anderen stand, wo er doch – bitte nur flüstern – das bessere Auto ist. Kein Witz! Er ist besser. Lässt man sich erst darauf ein, lässt man sich erst von dem Ghibli anziehen, kann man sich seinen Verführungskünsten kaum entziehen: Man verliert sich in sepiagetönten Träumereien, man denkt an transkontinentale Highspeed- Touren, von Küste zu Küste, Sizilien zum Nordkap, von New York nach Kalifornien ... für ein Dinner mit einer wunderschönen, vorzugsweise verwitweten Gräfin. Oder so ähnlich. Allein der Anblick dieses Autos lässt einen glauben, dass es Götter und Engel geben muss. Dass der Ghibli, anders als seine zwei Hauptkonkurrenten, nicht so laut »Ikone« schreit, genau dieses gekonnt dezent artikulierte Understatement vergrößert den Appeal enorm. Spulen wir zurück in die 1950er: Bei Maserati sah es finster aus. Die Orsi-Gruppe – seit 1937 Besitzer der Marke – war mit zahlreichen Unternehmen in den oberen Klassen des Motorsports aktiv. Aber als 1955 in Argentinien das Peron- Regime gestürzt wurde, platzte ein mit der Regierung geschlossener Deal über die Lieferung von Fräsmaschinen. Die Cashflow-Probleme kosteten Adolfo Orsi ein Vermögen – Maserati fast das Leben. Die Kehrtwende für das Rennwagenwerk kam in Form eines Sport coupés. Der 3500 GT war – nach Jahr zehnten auf ...