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... — mit einem Wort: unverfälschtes Afrika. Auch ein Ghetto gibt es, von den Tetuanern Mellak genannt. Dort sind die Straßen weniger winklig, auch etwas weniger unsauber, und die Bevölkerung bietet ein einheitlicheres Bild. Bemerkenswert ist die Schönheit der Judenmädchen, denen wir bei unserem Rundgang in der Mellak begegneten, und wer, wie wir zufällig an einem jüdischen 'Feiertag dorthinkommt ist überrascht über die goldstrotzenden Festkleider der Frauen Die Hauptsehenswürdigkeit Tetuans aber äst unstreitig das Marktviertel. Alles, was wir zuvor in den Gassen an fremdartigem Leben sahen, zeigte sich uns in dem verwirrend bunten Treiben der Marktstraßen noch einmal in vielfach potenzierter Form. Leidenschaftlich wurde mit Worten und Gesten um den Preis gehandelt und neben Kupfergeräten, Fayencefliesen, Waffen, Pantoffeln und Schmuck — diese Dinge sind die altberühmten Erzeugnise der Tetuaner Industrie — werden Gegenstände feilgeboten, bei deren Anblick jeder Europäer den Kopf schütteln muß. So ziemlich alles was nach unseren Begriffen in das Müll gehört — ob es zerbrochene Messer und Löffel, rostige Nägel, verbeulte Konservenbüchsen oder Kleiderfetzen sind —, liegt in den primitiv hergerichteten Ständen zum Verkauf aus. Und alles, alles findet Käufer oder wenigstens Interessenten, die zum Tausch bereit sind. Viel zu schnell vergingen ...