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... dass es sich grundsätzlich um einen Einzylinder-Boxer mit zwei Kolben, in der Fachsprache ei nen Balancier-Gegenlaufmotor, handelte. Krampfhaft suchten wir nach der Zündung — nach einem Vergaser —, aber ohne Er folg! X-mal drehte Otto mühsam das Riesen schwungrad durch, Walter und ich rückten dem hochbeinigen Gefährt mit Handlam pen zu Leibe, von beiden Seiten, von oben, von unten ... und langsam ging uns ein Licht auf. Weit nach Mitternacht hielten wir Kriegsrat in meinem Büro. Zunächst telefonierten wir allerdings mit unseren Frauen, wir wollten Vermisstmeldungen vermeiden! Nun wurde gefachsimpelt, wurden unsere Feststellungen und Entdeckungen am omi nösen Motor zusammengestellt wie ein Puzzle; langsam begannen wir die Funk tion des Motors zu verstehen: 1. Die beiden Kolben, verbunden über Schwinghebel mit der Kurbelwelle, bil deten im oberen Totpunkt einen ge meinsamen Brennraum. 2. Die Zündvorrichtung, die wir vorher fieberhaft suchten, bestand aus einem Keramikzündstift, der einerseits in den Brennraum hineinreichte, anderseits im Bereich einer Lötlampe stand. 3. Von Vergaser keine Spur, dafür aber ei ne Einspritzpumpe. Man bedenke: Jahr gang 1898 und schon ein Einspritzmotor! Zum Abschluss unserer Nachtsitzung be schlossen wir, am nächsten Morgen als er stes zu versuchen, den Motor in Gang zu bringen. Darnach würden wir dann schon sehen und eventuell auch hören, wo der ...