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... floriert weiter, als wäre überhaupt nichts geschehen. Bis vor kurzem noch konnte man in Berlin so ziemlich jedes gewünschte Automobil kaufen; vom kleinen Opel-Kadett zum 4litrigen Mercedes-Zweisitzer-Cabriolet und vom kleinen NSU-Fiat-Zweisitzer zum neuesten Buick. Die Preise schwankten vor der Währungsreform zwischen 5000 und 500 000 Reichsmark. Am gesuchtesten waren die B.M.W. Eine 326er Limousine war — egal in welchem Zustand — nicht unter 100 000- RM zu haben. Ein 327/28er Zweisitzer-Cabriolet mit 3 Vergasern galt bis 300 000 und 400 000 RM, mit oder ohne Papieren. Der Fiat-Topolino dagegen wurde mit 20 000 bis 25 000 RM gehandelt. Amerikaner verkauften ihre Wagen für 200 000 bis 500 000 RM. Der Autohandel war zur Wissenschaft geworden. Es gab eine Unmenge von Tricks, mit denen man die Bestimmungen des Gesetzes umgehen konnte. Fangen wir beim Elementaren an: Benzin. Seit wir Berlin nach Kriegsende kennenlernten, war Benzin nie ein Problem von irgendwelcher Bedeutung. Es gab immer genug Brennstoff. Offiziell war überhaupt keiner vorhanden. Ein Deutscher konnte nur offiziell Benzinmarken bekommen, wenn er einen ordnungsgemäß zugelassenen Wagen besass, mit dem er Fahrten im Interesse der Allgemeinheit durchführte. Für jede Fahrt mus6 er sich auf der Fahrbereitschaft einen Fahrbefehl holen, der zum Bezug der Benzinmarken berechtigt. Fahrbefehle wurden nur ...