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... knöchellangen Mantel kommen wir geraderecht: drohend schwingt sie ihren Regenschirm gegen unserenChauffeur, und nach ihrem Mienenspiel zu schliessen,stösst sie Verwünschungen der schlimmsten Art aus. Sie ist aufgebracht, weil der Fahrer in derDunkelheit eine Pfütze zu spät bemerkte und sie deshalb einigeSpritzer des unappetitlichen Dreckwassers abbekamDiese Reaktion hätte nun durchaus nichts Aussergewöhnliches an sich, spielte sich das Ganze nicht direkt am RotenPlatz in Moskau ab und handelte es sich bei unserem Autonicht um eine Tschaika. Noch vor wenigen Jahren wäre esnämlich mit der Zivilcourage einer Bürgerin oder eines Bürgersder Sowjetunion für einen offenen Protest nicht so weit her gewesen: zu allgegenwärtig war damals die Furcht vor der unberechenbaren Macht der Apparatschiks, die hinter den zugezogenen Vorhängen im Fond ihrerTschaikas und Zil sassen. Umsomehr, als diese respekteinflössenden Staatskarossen meist von Polizeiwagen mit Blaulichteskortiert wurden und damit den «Normalsterblichen» im Ursprungsland der von Marxund Lenin propagierten «klassenlosen Gesellschaft» vollendsentrückt waren Die Zeiten ändern sieh Zwar lassen sich natürlich - wieüberall auf der Welt - die Regierungsmitglieder und hohenBeamten auch heute noch in grossen Limousinen chauffieren, und selbstverständlich wird etwa ein Boris Jelzin stets hermetisch ...