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... geschleppt, nicht von einem Ort, sondern von einem Bahnhof zum anderen. Irgendwo sehen wir eine Landstrasse zwischen Wiesen und Feldern, über Berg und Tal hinziehen, jetzt einen Fluss überschreiten, jetzt in einen Wald verschwinden. Mitten durch Dörfer führt ihr Weg, und damit durch frei sich ausbreitendes Leben. Wir aber fahren zwischen Dämmen, Barrieren, auf Schienen, die bahnpolizeilich abgesperrt sind. Telegraphenstangen eskortieren uns von Bahnwärterhäuschen zu Bahnwärterhäuschen, bis Signalstangen die Nähe eines Bahnhofes anzeigen. Das wiederholt sich so lange, wie unsere Fahrkarte gilt. Wer das mit dem Namen Reisen bezeichnen kann, der darf mit demselben Rechte einen Parademarsch als Spaziergang ausgeben. Der ganze Zweck und Gewinn dieser Art, sich verschleppen zu lassen, beruht in der Zurücklegung von Entfernungen. Der Kistenreisende, der vor einigen Jahren von sich reden machte, ist das unbewusste satirische Symbol dieser trostlosen Entartung des Reisens. Das alte Katerlied der Studenten «Stumpfsinn, Stumpfsinn, du mein Vergnügen, Stumpfsinn, Stumpfsinn, du meine Lust!» wäre eine würdige Hymne darauf. Wirkliches Reisen aber ist das beste Heilmittel gegen allen Stumpfsinn. Man lese den Eingang zu Thümmels « Reise in die mittägigen Provinzen Frankreichs», wo der belebende Einfluss des Reisens prächtig geschildert wird, und man lese überhaupt alte ...