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... unserem Auge. Der Zusammenbruch traf 1919 die Leute ins Herz. Er wirkte viel stärker als damals in Deutschland. Ein Teil des Landes wurde selbständig und ging in einem völlig neuen Staat, der Tschechoslowakei, auf, die so alte Werke wie Tatra in Nes selsdorf (Mähren), Skoda in Pilsen u. a. m. übernahm. Es entwickelte sich eine für das kleine Land rege Kraftfahrzeugindustrie. Die Tschechoslowakei bot mit ihren schlechten Straßen nach dem ersten Weltkrieg ein geradezu ideales Prüfgelände für den Bau von Fahrwer ken, und so ist es nicht verwunderlich, daß gerade dort, wie auch in Österreich bei Austro-Daimler und Steyr, die Schwingachse entstand. „Entstand“ ist etwas verbesserungsbedürftig, man kannte sie schon (was kannte man denn nicht im alten Kraftfahrzeugbau!), aber man wußte die in ihr steckenden Möglichkeiten zunächst nicht auszuschöpfen. Nach vier Jahren Unterbrechung bei Steyr wurde 1921 Ledwinka als Direktor nach Nesselsdorf gerufen und schuf bei den Tatra-Werken auf Anhieb ein einmaliges Automobil: den 1100er luftgekühlten Zweizylin der mit selbsttragendem Motorblock, Zentralrohrrahmen und hinterer Pendelachse. Diese drei großen Konstruktionsmerkmale sind für Tatra charakteristisch geworden. Der luftgekühlte Zweizylindermotor war eine Tat Ledwinkas Gegen läuferbauart, gebläsegekühlt mit Windleitblechen, obengesteuert, natür lich damals etwas laut, ...