Wichtig: Der Text wurde automatisch aus dem PDF extrahiert, weshalb Schreibfehler durchaus vorkommen können.
... der reinen Vernunft nachsann... vor der Stille der Berge, in der Nietzsche schweigende Zwiesprache mit Zarathustra hielt... vor der Stille des Gartenhäuschens, in der Mozart seine «Zauberflöte» komponierte. Sogar vor der Stille des Waldes, die so vielfach belebt ist vom Rauschen der Bäume, vom Zwitschern der Vögel und vom Summen der Insekten — von all jenen natürlichen und angenehmen Melodien, die sich der Stille anschmiegen, ohne sie zu zerreissen —, selbst vor ihr erschauern die Lärmenden. «Grabesstille», «Totenstille», argwöhnen sie und beeilen sich, sie mit Geschwätz und Gesang zu vernichten. Selbst die naturhungrig wandernde Jugend waffnet.sich gegen sie mit Gitarren. Es ist ein sauersüsses Schauspiel — aus Drama gemischt und aus Posse — Ferienreisende, die dem Lärm der Städte zu entfliehen gedenken, Instrumente mit sich führen zu sehen, mit denen sie Lärm erzeugen: Liederbücher, Lauten und Koffer-Grammophone. «Wir suchen die Stille», versichern sie einander, «unsere Nerven sind ja so herunter!» Und dann suchen Sie die Stille: in der schütternden, pfeifenden Eisenbahn; in dünnwandigen Hotelzimmern, in denen korridorweit Wasserhähne orgeln, Türen schlagen und Nachbarn telefonieren; am Badestrand, an dem Kinder mit Grammophonen um die Wette plärren und — sofern es ein mondäner Badestrand ist — dazu noch eine Kurkapelle trompetet. «Nein, so ...