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... zen oder Hobeln eine Rundung zu geben. Aber seine ersten Versuche mit verleimten Furnierstreifen und -stäben stellten sich als zu arbeitsintensiv und wenig belastbar heraus. Der Durchbruch kam, als er Holz heißem Wasserdampf aussetzte. Nach fünf Stunden in einem riesigen Dampfbottich waren die runden Buchenhölzer für einige Minuten so flexibel, dass sie sich in Biegeschablonen aus Gusseisen zwingen ließen. Innerhalb von 24 Stunden verfestigte sich das weich gewordene Baumharz wieder und die Holzfasern erhielten ihre alte Stärke zurück. Das Bugholz war geboren. Weil qualifizierte Schreiner für diese Arbeit nicht notwendig waren, konnte die Massenproduktion beginnen. Thonets Designs weckten 1841 die Aufmerksamkeit von Fürst Klemens Wenzel Lothar von Metternich, der ihn mit der Bemerkung ‚In Boppard werden Sie immer ein armer Mann bleiben‘ an den Wiener Hof einlud. Bereits ein Jahr später stellte Thonet der kaiserlichen Familie seine Rundholzmöbel vor. Als sein Bopparder Betrieb nach einer Krise versteigert wurde, übersiedelte er mit Frau und Kindern nach Wien. Dort gründete er eine neue Firma, die Gebrü- der Thonet. 1853 übergab er sie an seine Söhne, ohne jedoch die Leitung aus der Hand zu geben. Bereits 1850 war sein Stuhl Nr. 1 entstanden. Neun Jahre später folgte Thonets erfolgreichstes und einflussreichstes Design, der Konsumstuhl Nr. 14. Er ...