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... Nr. 26 | 02.201042 Die «grosse Isetta» Als die Wirtschaft zu wachsen begann und die Bevölkerung in Europa vom Motorrad aufs Auto umstieg, konnte sich nämlich kaum jemand einen «Barockengel» aus dem Hause BMW leisten. Mit der Lizenzproduktion der in Italien von Renzo Rivolta konstruierten ISO Isetta füllte BMW im letzten Moment die Lücke zwischen den angebotenen Motorrädern und Luxusautos und traf damit den Nerv der Zeit. Zwischen 1956 und 1962 konnten die Bayern 161 728 BMW Isetta absetzen und sich die dringend benötigte finanzielle Luft verschaffen, um die neuen Mittelklassemodelle zu entwickeln. Bis heute gilt die Isetta als Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder. Dieses weckte bei Isetta-Fahrern allerdings auch rasch Umsteigegelüste auf grössere Modelle. Das veranlasste das Management in München dazu, im Spätsommer 1957 den BMW 600 zu lancieren. Im Gegensatz zur im Volksmund auch Schlaglochsuchgerät genannten Isetta, befanden sich die Hinterräder nicht mehr in der Mitte, sondern aussen, verbunden durch eine echte Hinterachse mit Differenzialgetriebe. Damit wurde der 600 zu einem echten Vierplätzer, was durch eine Tür für die Fondpassagiere unterstrichen wurde. Obschon die Fachpresse über «gute Raumnutzung, hohe Sicherheit, guten Federungskomfort und geringen Verbrauch» ins Schwärmen geriet, war der «grossen Isetta» kein Erfolg ...