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... durchglüht von hemmungsloser Seligkeit, hinter der der Tod lauerte. Dann kam der Abschied und danach bestand die Welt für mich nur noch aus Angst, aus würgender, klammernder Angst, die mich zu ersticken drohte. Die Tage vertropiten in qualvoller Langsamkeit; in jedem Winkel des grossen, stillen Hauses lauerte das Entsetzen. Ach, und die Nächte! Ich kann nicht das Grauen der endlosen Nächte schildern, in denen ich mit offenen Augen und wildklopfendem Herzen wehrlos der folternden Angst preisgegeben war ! Einmal kam eine Karte, die anzeigte, dass das Regiment deines Papas dislozierte. Ich jagte stundenlang in der Stadt herum, um die für den Aufenthalt auf dem Perron notwendigen Papiere zu beschaffen. Eine ganze Nacht lang warteten die Grossmama und ich auf einem Güterbahnhof am Rande der Stadt. Die Züge kamen langsam und fast lautlos, ohne Licht, hielten einige Minuten und verschwanden wieder in der Dunkelheit. Irgend jemand rief die Nummer und den Namen des Regiments. Gegen 4 Uhr morgens kam endlich das Regiment deines Papas. Wir stürzten uns in die Arme, hielten uns wortlos umklammert. Ich fühlte gierig die lebendige Nähe seines Körpers, nach all den Wochen tobender, quälender Angst. Jen suchte nach Worten, die das ausdrücken sollten, was ich empfand, aber es gab keine. Es schien sinnlos, überhaupt zu reden. Das gellende Pfeifen der Lokomotive ...