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... man stehenbleiben muß, und wer durch eine rote Ampel fährt, der ist ein Verkehrssünder ersten Ranges. Man muß ihn aufschreiben, anzeigen, ihn anhupen, anblinken und die Faust schütteln. Die Insassen der übrigen Wagen tun das auch und verschaffen sich damit die Genugtuung dafür, daß sie einige Sekunden länger warten mußten. Vielleicht hat sogar ein Polizist den Vorgang beobachtet. Endlich einmal ein klarer Fall für die Verkehrsjustiz! Bei Rot durch die Ampel — na, den werden wir kriegen! Was hat der Mann getan? Worin besteht das Unerhörte, wenn man es näher untersucht? Der Mann hat etwas Schlimmes getan: Er hat gedacht. Wenn kejn Fußgänger mehr da ist, hat er gedacht, und die Ampel nur noch auf Rot steht, weil sie nicht denken kann, dann kann ich ja eigentlich ruhig losfahren. Diesen groben Fehler, nämlich zu denken, begeht der Mann vielleicht noch an anderen Stellen. Zum Beispiel an Baustellen, wo die Ampeln ebenfalls mit einer Zeitschaltung arbeiten. Soundsoviel Sekunden eine Richtung Grün, soundsoviel Sekunden beide Richtungen Rot, soundsoviel Sekunden die andere Richtung Grün. Die Rotphase wird gebraucht, damit alle Fahrzeuge die Engstelle passieren können, bevor die Gegenrichtung Grün bekommt. Sie ist so bemessen, daß auch Pferdegespanne und Ackerschlepper Zeit zum Durchfahren haben. An vielen Baustellen aber kann man die gesamte Strecke übersehen — ...