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... vor seiner Tür von Nesseln gereinigt und beackert, um daraus ein Gärtchen zu machen. Zum grössten Teil sind es Heilpflanzen aus dem Süden, die er mit zart erwachendem Naturgefühl liebevoll pflegt. Auch der Baumgarten mit den verschiedensten Obstbäumen und Ziersträuchern wird geschaffen und immer wieder das Würzund Kräutergärtlein erwähnt. In den Werken der gelehrten Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) finden sich Anweisungen zur Anlage eines Gartens, und zu den erfahrensten Gärtnern des Mittelalters gehört wohl der Kölner Albert Magnus, genannt Albert von Bollstädt, aus dessen Schilderungen das Bildeines Lustgärtleins mit Bäumen und Sträuchern ersteht. Lag das Klostergärtlein abgeschieden zwischen den Mauern des Kreuzganges und diente oft auch als Friedhof für verstorbene Brüder, so war das Treiben in din Burggärten schon bunter. Die Italiener waren es dann als erste, die sich der grosszügigen Gartenanlagen der alten Römer erinnerten und durch Künstler der Renaissance wie Raffael sich ihre Gärten entwerfen Hessen. Das botanische Interesse war hier sehr gross, und die gesamte Mittelmeervegetation wurde in diesen Gärten ornamental verwendet. Boccaccio erzählt in seinem Decamerone von den üppigen Gartenfesten, in denen der Luxus römischer Kaiser seine Fortsetzung fand. Diese Renaissancegärten waren nach architektonischen Prinzipien erstellt worden. Hatte ...