Wichtig: Der Text wurde automatisch aus dem PDF extrahiert, weshalb Schreibfehler durchaus vorkommen können.
... in Deutschland die Preise hochzudrehen, zumindest aber hoch zureden. Beim Benzin könne „im Lau fe des Sommers wahrscheinlich eine Preiserhöhung durchgeführt werden“, freute sich schon im Frühjahr Shell- Chef Johannes C. Wellbergen. Wie er und seine Kollegen zu höherem In kasso kommen wollten, verheimlichte Wellbergen nicht: Die Bundesregie rung solle endlich die freien Importe „regulieren“ - auf gut Deutsch: dros seln. Deutschland sei die Müllkippe für billigen Treibstoff aus aller Welt, klagten die Bosse. Aber Bonn drehte den Importeuren den Hahn nicht zu. Zwar stimmt es, daß die Bundesrepu blik eine sehr liberale Einfuhrpolitik betreibt und im Vergleich zu einigen Nachbarländern die niedrigsten Sprit preise aufweist. Ein Liter Normal ko stet zum Beispiel in Frankreich 99,5 Pfennig, in den Niederlanden 97 und in Österreich 82,3 Pfennig - in autoI motor Esso-Cbef Oehme: 14 Pfennig mehr? Deutschland hingegen 81,7. Aber hö here Preise ringsum können gemein hin nicht als Grund für Preisanhebun gen im Inland angeführt werden. Das Jahr 1974 sei für sie fürchterlich schlecht verlaufen, verbreitete die Branche immer wieder, solange sie ihre Geschäftsberichte für 1974 nicht fertig hatte. Seit aber die 74er Bilan zen vorliegen, weiß auch der Laie: Das Krisenjahr 1974 war für die Treibstoff industrie ein Jahr explodierender Ge winne — die ...