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... passieren könnte. Vorsicht heisst in Wirklichkeit Vor-Sicht. Die Vorsicht ist deshalb weder eine unterlassene schlechte Handlung, noch eine Angelegenheit des Willens, noch eine gute Tat, sondern eine Gabe des Voraussehens, über die man entweder verfügt oder nicht. Man kann nicht «heute besonders vorsichtig sein» wollen, sondern höchstens seine Handlungen mehr oder weniger im Einklang mit dem bringen, was die instinktive Vor-Sicht erkenntlich gemacht hat. So wenig, wie sich ein nicht dazu begabter Mensch vornehmen könnte, heute oder morgen als Hellseher aufzutreten. Die Vorsicht lässt sich allerdings trainieren. Und hier ist es auch, wo der Wille und die ganze Charakterveranlagung der Person zum Ausdruck kommen. Eine Parallele liefert wieder das Kapitel Hellsehen. Es ist bekannt, dass viele sogenannte Hell seher nichts anderes sind als ausgezeichnete Beobachter, die ausserdem das Beobachtete noch besonders gut zu kombinieren wissen. Genau gleich erkennt der vorsichtige Automobilist rechtzeitig eine Gefahr schon aus kleinen Einzelbeobachtungen und Kombinationen, zu denen sein Kollege vielleicht unfähig wäre. Ungemein trägt zur Entwicklung der Gabe der Vorsicht die Erfahrung bei. Jedes Lebewesen registriert besonders unangenehme Erfahrungen auf lange Zeit hinaus und vermeidet es meist schon instinktiv, sich ihnen ein zweites Mal auszusetzen. ...