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... Das synchronisierte Getriebe war hervorragend zu bedienen – fast wie bei einem dreißig Jahre jüngeren Ford Escort. Absolut modern war auch die geschmeidige Straßenlage. Die Räder glitten förmlich über die Straßenunebenheiten. Einen Tachometer gibt es nicht, aber die gefühlten 160 km/h habe ich schnell erreicht. Entstanden sind diese leichtgewichtigen Rennwagen unter der Ägide von Walter Owen Bentley – seinerzeit technischer Direktor von Lagonda. Dieses Exemplar wurde für Lord Selsdon und Lord Waleran gebaut. Es heißt, zu ihrem Renndebüt in Le Mans reisten die beiden Aristokraten als blutige Anfänger mit dem Einsatzwagen nach Frankreich – um das Auto einzufahren. Klingt gut, ist aber kompletter Unsinn. Zum einen wurde das Auto von Lagonda-Mechanikern nach Le Mans gefahren, außerdem ist auf einem unmittelbar nach dem Rennen gemachten Foto zu erkennen, dass die Overalls der beiden Lords ein BRDC-Emblem schmückte; im British Racing Drivers’ Club wurden keine Novizen aufgenommen. Lord Selsdon hatte zu Beginn des Jahrzehnts als Peter Mitchell-Thomson in Brooklands Amateurrennen bestritten. Als er mit 26 eine große Erbschaft machte, schlug ihm sein Freund Lord William Waleran vor, das Geld in einen Le-Mans-Renner zu investieren, Lagonda konstruiere gerade ein Werksauto und mit dem Kapital könne ein zweiter, identischer Wagen gebaut ...