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... | WILLI SÄGESSER SwissClassics Nr. 22 | 02.200946 Genagelte Schuhe und platte Reifen «Schauen Sie sich dieses Chrom an», schwärmt Sägesser, «die se Ästhetik! Die Amerikaner waren damals den Europäern weit voraus. Nur Scheinwerfer bauten sie keine brauchbaren.» Darum hat der Buick Lampen von Zeiss Jena. «Das wurde in der Zwischenkriegszeit häufi g so gemacht.» Wenn Willi Sägesser über seine alten Autos spricht, bemerkt man einen Unterschied zu anderen Oldtimersammlern: Er hat das Erzählte selbst erlebt. «Die waren damals wichtig», erklärt er und zeigt auf die zwei Reserveräder auf den vorderen Kotfl ügeln des Sport Phaeton. «Die Leute trugen genagelte Schuhe, und die Nägel lagen auf den Strassen herum. Es gab kaum eine Ausfahrt ohne einen platten Reifen.» Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass damals noch keine geteerten Strassen durch die Schweiz führten. «Damals» war in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts, als der junge Willi bereits im väterlichen Automobil un ter wegs war. Die Ausfahrten prägten ihn für den Rest sei nes Lebens. Mit 19 Jahren schaffte er 1937 auf Anhieb die Fahrprüfung – auf dem zweieinhalb Tonnen schweren 1928er Mercedes-Benz Typ 400 seines Vaters. Willi Sägesser hat in seinen 90 Lebensjahren fast die ganze Automobilgeschichte des 20. Jahrhunderts miterlebt. Und einiges davon behalten. Unter anderem einen 1939er ...