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... Sommer 1939 war heiß, ungewöhnlich heiß. An den Stränden Europas herrschte Hochbetrieb. Die Sommerfrischler in den Alpen genossen die Kühle der Berge. Die Menschen wollten leben und lieben, arbeiten und sich amüsieren. Aber Europa brodelte – die Gefahr eines heraufziehenden Krieges lag latent in der Luft. Österreich hatte 1938 den Anschluss ans Deutsche Reich gefeiert und das Sudetenland war »heim ins Reich« geholt worden. Dunkle Wolken lagen über dem Kontinent – und auch am Großglockner hatte sich Anfang August schlechtes Wetter zusammengebraut. Denkbar schlechte Voraussetzungen für ein Bergrennen auf einer weitgehend geschotterten Strecke, die sich von 1145 Meter Höhe bis auf 2428 hinaufschlängelt über eine Distanz von 12,6 Kilometern mit vierzehn Kehren. Ohne Leitplanken und sonstige Sicherheitsmaßnahmen wohlgemerkt. Schon die Trainingstage waren verregnet, und am Renntag, dem 8. August, wechselten sich Sonne, Regen, Gewitter und Nebel so schnell ab, dass an eine sinnvolle Rennplanung nicht zu denken war. Während die ersten Läufe der Rennwagenklassen noch bei gutem Wetter stattfanden, meldeten die Wettermelder am Berg für den zweiten Lauf zum Teil Nebel mit Sichtweiten von zwanzig Meter zurück ans Fahrerlager im Tal. Die Großglockner Hochalpenstraße war wenige Jahre zuvor – am 3. August 1935 – eröffnet worden. Es war ein typisches ...