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... 1 »ZWANG ZUR KOMPROMISSLOSIGKEIT« Christoph Behling gestaltet mit seinem Londoner Büro die Uhren von TAG Heuer Wie entstehen solche globalen Trends wie die Retrowelle im Uhrendesign? BEHLING: Das hat schon mit dem Zeitgeist zu tun. »Vintage« ist ja nicht nur bei Uhren wichtig, denken Sie an die Hipster-Mode, die alle möglichen Vergangenheiten zitiert. Es ist ein Gefühl der Krise, das die Menschen zum Cocooning bringt und sich nach Mamas Küche sehnen lässt. Die Retrowelle dauert an, solange die emotiona len Trigger wirken. Dabei besteht jedoch auch die Gefahr, sich in der Sentimentalität zu verlieren. Ich denke, dass jede Designergeneration ihr gestal te risches Erbe respektieren, aber auch etwas Neues hinzufügen muss. Ist Uhrendesign auch Thema an den Hochschulen? Nein, dafür ist es wohl ein zu komplexes Gebiet. Und Grafikdesigner zum Beispiel kommen wegen der immer wichtigeren Dreidimensionalität der Zifferblätter kaum zum Einsatz. Wie lange dauert die Gestaltung einer neuen Uhr? Das kann ein Jahr sein, aber auch fünf Jahre dauern – immer im Austausch mit den Entwicklern der Technik. Wobei nicht nur wir ihre, sondern auch sie unsere Vorgaben umsetzen – auch wenn das manchmal erst ein bisschen Gemaule gibt und heißt, das sei nicht möglich. Sie sind freier Designer, arbeiten mit ihrem Team im Auftrag großer Unternehmen. Wie setzen Sie dort auf dem Weg ...