Schon vor 30 Jahren fuhr Opel elektrisch

Erstellt am 11. Juli 2020
, Leselänge 3min
Text:
Opel/PSA
Fotos:
Opel / PSA 
7
Bruno von Rotz 
1
Archiv 
4

Eine rein elektrische Reichweite von 337 Kilometern (im WLTP1-Zyklus). Null auf 100 km/h in nur 8,1 Sekunden. Ein 50-kWh-Akku, der sich in kurzen 30 Minuten auf 80 Prozent der Kapazität wieder auflädt.


Opel Impuls I (1990) - zusammen mit seinem modernen Nachfolger Opel Corsa.e
Copyright / Fotograf: Opel / PSA

Das ist der Opel Corsa-e von heute – uneingeschränkt alltagstauglich, das Elektroauto für jedermann. Und Elektromobilität hat bei Opel Tradition.

Schon vor dreissig Jahren

Ein direkter Vorfahre des Corsa-e ist der Opel Kadett Impuls I. Die Marke mit dem Blitz hat das Forschungsfahrzeug vor 30 Jahren speziell für den Einsatz in der Stadt entwickelt. Die Idee war herauszufinden, wie gut ein Elektroauto mit der Technik jener Zeit für den City-Verkehr geeignet sei. Dabei sollte der Stromer in jedem Fall das gleiche Platzangebot und die ähnliche Nutzlast wie der konventionelle Kadett bieten.


Opel Impuls I (1990) - Blick unter die Motorhaube des elektrischen Kadetts
Copyright / Fotograf: Opel / PSA

Opel hat den Kadett Impuls I in Zusammenarbeit mit dem Energiekonzern RWE und dem Batteriehersteller SAFT – heute Partner des Unternehmens bei der geplanten gemeinsamen Batteriefertigung im Werk Kaiserslautern – entwickelt. Im Detail: Ein 100‑Volt-Gleichstrommotor treibt die Vorderräder an. Nickel-Cadmium-Batterien liefern die Energie. Um die Gewichtsverteilung zu optimieren, befinden sich die Batterien im Motorraum sowie unterhalb des Kofferraums. Sie wiegen insgesamt 310 Kilogramm, benötigen ein Volumen von 170 Litern und speichern 14,3 kWh Strom.

Die maximale Leistung von 16 kW/22 PS ist speziell für das Fahren in der Stadt abgestimmt. Der Kadett Impuls I spurtet von null auf 50 km/h in nur zehn Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit des tausend Kilogramm leichten Autos liegt bei 100 km/h. Selbst Steigungen von bis zu 25 Prozent sind für den Stromer kein Problem. Zudem ist der e‑Kadett aus Rüsselsheim bereits in der Lage, beim Abbremsen erzeugte kinetische Energie teilweise zurückzugewinnen und als elektrischen Strom zu speichern.


Opel Impuls I (1990) - auf Testfahrt
Copyright / Fotograf: Opel / PSA

Nach einer Fahrstrecke von rund 80 Kilometern müssen die Batterien etwa fünf Stunden lang aufgeladen werden. Keine Kompromisse gibt es in Sachen Komfort und Praktikabilität. Die Nutzlast liegt mit 350 Kilogramm (490 Kilogramm beim Serien-Kadett) und das Kofferraumvolumen mit 330 Liter (390 Liter) etwa auf dem Niveau des Serienautos.

Blitzgescheit: Die E-Pioniere Opel Kadett B Stir-Lec 1 und Opel Elektro GT

Für Opel war der Kadett Impuls I ein weiterer Beitrag zur bereits vor 30 Jahren geführten Diskussion um emissionsfreies Fahren vor allem in Ballungsgebieten. Doch bereits Ende der Sechziger baute Opel mit dem Kadett B Stir-Lec I ein E-Fahrzeug mit Range Extender an Bord. Und selbst der legendäre Opal GT ging bald darauf als Elektro GT auf Rekordjagd.


Opel GT Elektro (1971) - in voller Fahrt
Archiv Automobil Revue

Vierzehn Blei-Säure-Batterien versorgen die Stir-Lec-Studie von 1968 mit Energie. Ein im Heck eingebauter Stirling-Verbrennungsmotor erzeugt den Strom und lädt die Batterien permanent auf – ein Vorläufer des Range Extender -Prinzips, das rund 40 Jahre später mit dem Opel Ampera in Serie gehen sollte.

Schon 1971 bricht der Opel Elektro GT sechs Weltrekorde für Elektrofahrzeuge.


Opel GT Elektro (1971) - Batterien und Elektronik
Archiv Automobil Revue

Antreiber des ambitionierten Projekts ist der Enkel des Firmengründers Adam Opel, Georg von Opel. Zwei gekoppelte Elektromotoren mit einer Leistung von 88 kW (120 PS) beschleunigen den Elektro GT bis auf Tempo 188. Die Nickel-Cadmium-Batterie bietet bei einer konstanten Geschwindigkeit von 100 km/h eine Reichweite von bescheidenen 44 Kilometern – damals noch das größte Handikap der Elektromobilität.


Opel GT Elektro (1971) - fuhr damals Geschwindigkeitsrekorde ein - IAA in Frankfurt 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz
Keine Kommentare
Neuen Kommentar schreiben
Möchten Sie einen Kommentar schreiben und mitreden?
  • Ganz einfach! Sie müssen lediglich angemeldet sein, das ist kostenlos und in 1min erledigt!
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.

zwischengas.com

Die umfangreichste Internet-Plattform über Oldtimer, Youngtimer und historischen Motorsport. Mit über 150'000 Besucher pro Monat ist zwischengas.com zur wichtigsten Informationsquelle von Oldtimer-Enthusiasten geworden.

Zwischengas Jahresmagazin

260 Seiten mit Fahrzeugberichten, Veranstaltungsrückblick und Auktionsanalysen.

Ab 6. Dezember 2020 am Kiosk und jetzt im Online-Shop

CHF 12.90 | EUR 9.90 zzgl. Versand

SwissClassics Revue

SwissClassics, das grösste Oldtimermagazin der Schweiz, erscheint mit sechs Ausgaben im Jahr und richtet sich an die Liebhaber von Oldtimern. Berichtet wird über Legenden des Fahrzeugbaus und die Schweizer Oldtimerszene sowie europäische Klassiker-Events.

Bisherige SwissClassics Ausgaben

Loading...